Atomenergie: Weltweit größte Atomanlage nach Fehler weiter außer Betrieb

Tepco, der japanische Energieversorger, dem unter anderem das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gehört, hat für den 20. Januar 2026 die Wiederinbetriebnahme der weltweit leistungsstärksten Atomanlage Kashiwazaki-Kariwa geplant. Wie unter anderem das japanische Nachrichtenportal Nippon(öffnet im neuen Fenster) berichtet, verhindert dies aktuell ein fehlerhaftes Sicherheitssystem. Es ist nur das neueste Problem in einer langen Liste.
Ein Alarm, der automatisch auslösen sollte, wenn die Kontrollstäbe zur Steuerung der Neutronenstrahlung im Reaktor herausgezogen werden, versagte bei der abschließenden Kontrolle. Weil dies eines der entscheidenden Elemente zur Leistungssteuerung der Kernspaltungsreaktion ist, bleibt das Kraftwerk weiter abgeschaltet.
Das Atomkraftwerk an der japanischen Westküste besitzt sieben Reaktorblöcke, die gemeinsam eine Bruttoleistung von 8.212 Megawatt erreichen. Lediglich ein noch in der Planung befindliches AKW in Indien könnte diesen Wert noch übertreffen. Zum Vergleich: Deutschlands größtes Atomkraftwerk Gundremmingen kam auf 2.988 Megawatt.
Absicherung des AKWs in der Kritik
Wobei von den sieben Blöcken lediglich zwei wieder in Betrieb genommen werden sollen: Block 6 am 20. Januar dieses Jahres, Block 7 erst 2029. Entsprechend klein wäre der Beitrag des Kraftwerks zur gesamten Stromversorgung des Großraums Tokyo.
Unter Volllast speiste es ursprünglich 60 Terawattstunden pro Jahr ins Stromnetz, das ist mehr als ein Zehntel des deutschen Strombedarfs. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima war es im März 2012 heruntergefahren worden.
Die Wiederinbetriebnahme scheiterte an verschärften Auflagen, die insbesondere den Schutz vor Tsunamis betrafen. Bis 2020 wurden zahlreiche Sicherheitssysteme nachgerüstet. Gleichzeitig soll es aber Mängel bei der Absicherung des mehrere Quadratkilometer großen Geländes gegeben haben, so dass erst 2023 eine erneute Inbetriebnahme angestrebt wurde.
Lokale Behörden zögerten bei Wiedereröffnung des AKWs
Erst im Dezember 2025 genehmigte auch die lokale Regierung(öffnet im neuen Fenster) der Präfektur Niigata den Start der Reaktorblöcke nach mittlerweile 12 Jahren Stillstand. Der Fehler im Sicherheitssystem der Reaktorsteuerung dürfte die Pläne erneut verzögern.