Atmosfair: Weltweit erste E-Kerosin-Produktionsanlage in Betrieb

In einer Fischer-Tropsch-Anlage im niedersächsischen Werlte wird aus Wasserstoff und Kohlendioxid grüner Flugzeugtreibstoff.

Artikel von veröffentlicht am
Wenn der Flugverkehr klimaneutral werden soll, wird es viele dieser Anlagen brauchen.
Wenn der Flugverkehr klimaneutral werden soll, wird es viele dieser Anlagen brauchen. (Bild: Atmosfair)

Im niedersächsischen Werlte ist die weltweit erste Anlage zur Produktion von synthetischem Kerosin in Betrieb gegangen. Gebaut wurde sie von der gemeinnützigen Firma Atmosfair, die bisher vor allem für Kompensationsprojekte bekannt ist, bei denen Flugpassagiere die von ihnen verursachten Emissionen ausgleichen können.

Inhalt:
  1. Atmosfair: Weltweit erste E-Kerosin-Produktionsanlage in Betrieb
  2. Benötigte Strommengen sind gewaltig

Synthetische Kraftstoffe sind eine Möglichkeit für eine Umstellung auf erneuerbare Energien in Bereichen, in denen eine direkte Umstellung auf Strom schwierig oder unmöglich ist. Zwar wird auch im Flugverkehr an Batterie-elektrischen Antrieben gearbeitet, doch diese werden wahrscheinlich auch langfristig kaum geeignet sein, längere Strecken zu überbrücken.

Bislang setzt die Branche auf Biokraftstoffe, doch die sind, insbesondere wenn sie aus dafür angebauten Pflanzen stammen, häufig nicht klimaneutral. Und Biomasse aus Abfällen steht nur in sehr begrenztem Umfang zur Verfügung.

Aus Wasserstoff und Kohlendioxid wird Rohöl

In der jetzt eröffneten Anlage in Werlte wird Rohöl mit einer Fischer-Tropsch-Synthese hergestellt. Benötigt werden dafür als Ausgangsmaterialien Wasserstoff und Kohlendioxid. Der Wasserstoff wird dabei in einer von Siemens gebauten Elektrolyseanlage hergestellt. Der Strom stammt aus erneuerbaren Energien.

Stellenmarkt
  1. Inhouse SAP CX Consultant (m/w/d)
    Rodenstock GmbH, München, Regen
  2. Projektmanager / -controller Charging & Billing Concepts (m/w/d)
    ERGO Group AG, Düsseldorf
Detailsuche

"Unser Strom soll nicht zu Lasten der Energiewende gehen. Er muss erneuerbar sein, ganz klar, aber er muss eben auch zusätzlich sein", sagte Atmosfair-Chef Dietrich Brockhagen bei der Eröffnung der Anlage.

Atmosfair hat Verträge mit Betreibern von Windkraftanlagen abgeschlossen, bei denen die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ausgelaufen ist. Solche Windkraftanlagen mit ausgelaufener Förderung gibt es inzwischen zunehmend, sie sind häufig noch funktionstüchtig, weiterbetrieben werden können sie aber nur, wenn es den Betreibern gelingt, den Strom selbst zu verkaufen.

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Das für die Produktion ebenfalls nötige Kohlendioxid kommt aus einer nahegelegenen Biogasanlage, in der Abfälle aus der Lebensmittelproduktion verarbeitet werden. Bei der Produktion von Biogas fällt Kohlendioxid üblicherweise als Abfallprodukt an. Der darin gebundene Kohlenstoff stammt letztendlich aus Pflanzen, die ihn beim Wachstum der Luft entzogen haben.

Weiterhin nutzt Atmosfair auch eine Direct-Air-Capture-Anlage, die Kohlendioxid direkt aus der Luft filtert. Langfristig sieht die Firma darin die wichtigste Option, da aus biologischen Quellen nur vergleichsweise geringe Mengen an Kohlendioxid gewonnen werden können.

Mit Hilfe von Wasserstoff und Kohlendioxid wird anschließend Synthesegas erzeugt, das in einer Fischer-Tropsch-Anlage zu Kohlenwasserstoffen umgewandelt wird. Das dabei entstehende Rohöl wird in einer nahegelegenen Ölraffinerie weiterverarbeitet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Benötigte Strommengen sind gewaltig 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Laoban 05. Okt 2021

es wird ein sehr langer, mühsamer und kostspieliger Weg, damit wächst aber zumindest die...

smonkey 05. Okt 2021

Das heute Öl zu nicht unerheblichen Teilen mittels hochgradig fragwürdiger und...

DAASSI 05. Okt 2021

hat schon der Adolf gebaut... Manche davon liefen auch nach dem Fischer-Tropsch...

sigii 04. Okt 2021

Wenn das in dem Tempo weitergeht, hat sich 2030 einfach null getan. Wir koennen ja auch...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Pendix eDrive
Ein E-Bike wie kein anderes

Pendix bietet einen Umbausatz, mit dem aus normalen Fahrrädern E-Bikes werden. Nicht ganz billig - aber auf jeden Fall ein Vergnügen.
Ein Test von Martin Wolf

Pendix eDrive: Ein E-Bike wie kein anderes
Artikel
  1. Dart: Nasa beschießt erfolgreich einen Asteroiden
    Dart
    Nasa beschießt erfolgreich einen Asteroiden

    Asteroiden können eine Gefahr für die Erde darstellen. Die Nasa hat eine Möglichkeit getestet, wie diese Gefahr abgewendet werden kann.

  2. Effizienter und schneller: Die Bundeswehr wird digitaler
     
    Effizienter und schneller: Die Bundeswehr wird digitaler

    Viele Unternehmen und Organisationen haben erkannt, dass Digitalisierung das Arbeitsleben effizienter machen kann. Bereits auf einem sehr guten Weg ist die Bundeswehr.
    Sponsored Post von BWI

  3. Ryzen 7950X/7700X im Test: Brachialer Beginn einer neuen AMD-Ära
    Ryzen 7950X/7700X im Test
    Brachialer Beginn einer neuen AMD-Ära

    Nie waren die Ryzen-CPUs besser: extrem schnell, DDR5-Speicher, PCIe Gen5, integrierte Grafik. Der (thermische) Preis dafür ist jedoch hoch.
    Ein Test von Marc Sauter und Martin Böckmann

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Günstig wie nie: Asus RX 6700 XT 539€, FIFA 23 PS5 59,99€, Acer 31,5" 4K 144 Hz 899€, MSI RTX 3090 1.159€ • AMD Ryzen 7 5800X 287,99€ • Xbox Wireless Controller 49,99€ • MindStar (Gigabyte RTX 3060 Ti 522€) • CyberWeek: PC-Zubehör, Werkzeug & Co. [Werbung]
    •  /