Benötigte Strommengen sind gewaltig

Die Anlage in Werlte ist in dieser Form weltweit einmalig. Fischer-Tropsch-Anlagen sind zwar eine alte Technologie und es gibt weltweit auch einige Anlagen. Allerdings werden diese bislang nur dazu genutzt, andere Energieträger in Kraftstoffe umzuwandeln. So gibt es etwa in Südafrika einige Anlagen, in denen Kohle zu Synthesegas und anschließend zu Treibstoff umgewandelt wird, in Malaysia und Katar gibt es ähnliche Anlagen, die mit fossilem Erdgas betrieben werden.

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Eine Herausforderung für E-Fuels sind die benötigten Strommengen. Eine Berechnung eines EU-Forschungsprojekts kam zu dem Schluss, dass eine Versorgung des Flugverkehrs mit E-Fuels bei aktuellen Wachstumsprognosen der Branche im Jahr 2050 etwa 32 Petawattstunden benötigen würde. Das ist mehr als die heutige weltweite Stromproduktion insgesamt, die etwa 28 Petawattstunden beträgt. Etwas weniger Strom würde man benötigen, wenn für kürzere Strecken Wasserstoffflugzeuge genutzt werden, doch auch dann sind die benötigen Strommengen erheblich.

Das bedeutet zum einen, dass eine solche Technologie nur Sinn macht, wenn die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien massiv ausgebaut wird. Zum anderen stellt sich jedoch die Frage, ob solche Mengen an klimaneutral produziertem Strom überhaupt plausibel sind - oder ob es langfristig eine Reduktion oder zumindest ein stark reduziertes Wachstum des Flugverkehrs bräuchte. Dazu kommt: Neben den reinen Kohlendioxid-Emissionen ist der Flugverkehr für weitere Klimaauswirkungen verantwortlich, die auch durch E-Kerosin nicht völlig verschwinden würden.

Forderungen nach weniger Flugverkehr kommen inzwischen auch aus einer eher unerwarteten Richtung: Die internationale Energieagentur (IEA) hat zuletzt in einem Szenario zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels die Reduktion des Flugverkehrs als wichtiges Instrument vorgesehen.

Ab 2026 Beimischquote für E-Kerosin

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Ab dem Jahr 2026 muss Kerosin in Deutschland eine Beimischung von einem halben Prozent an elektrisch hergestellten Kraftstoffen enthalten. Diese Quote wird bis zum Jahr 2030 auf zwei Prozent ansteigen. Auch auf EU-Ebene sind ähnliche Regelungen im Rahmen des Fit-for-55-Pakets geplant, die werden nach den bisherigen Plänen allerdings deutlich weniger ambitioniert ausfallen. Erst 2030 soll hier eine Beimischquote von 0,7 Prozent gelten. Doch selbst diese geringen Mengen werden für die Branche wohl eine Herausforderung.

In Deutschland werden zurzeit etwa zehn Millionen Tonnen Kerosin jährlich bereitgestellt. Die jetzt eröffnete Anlage in Werlte soll 300 Tonnen jährlich produzieren. Anders ausgedrückt: Selbst um die ab 2026 in Deutschland geltende Beimischquote von 0,5 Prozent zu erreichen, wird mehr als das Hunderdfünfzigfache von dem benötigt, was die jetzt von Atmosfair eröffnete Anlage künftig produziert.

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Atmosfair will mit der neuen Anlage nicht nur E-Kerosin produzieren, sondern auch Standards für eine künftige Branche setzen.

Fairfuels ohne fossiles Kohlendioxid

Atmosfair schlägt einen Kriterienkatalog mit dem Namen Fairfuel vor, nach dem künftige Produzenten von elektrisch hergestellten Flugzeugkraftstoffen zertifiziert werden könnten.

Insbesondere bei den Kohlendioxid-Quellen dürften die Fairfuels-Kriterien auch als eine Ansage an andere Akteure der Branche verstanden werden. Denn nach den Vorstellungen von Atmosfair sollen fossile Kohlendioxid-Quellen und auch Kohlendioxid aus der Zementproduktion komplett ausgeschlossen werden.

Aus Sicht der Klimaneutralität macht das durchaus Sinn, denn solches Kohlendioxid war vorher gebunden und wird bei der Verbrennung in die Atmosphäre entlassen. Doch manche bereits geplanten Projekte würden bei diesen Anforderungen herausfallen. So plant etwa die Landesregierung von Baden-Württemberg ein Modellprojekt zur Herstellung von E-Fuels, bei dem Kohlendioxid aus der Zementindustrie zum Einsatz kommen soll.

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 Atmosfair: Weltweit erste E-Kerosin-Produktionsanlage in Betrieb
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Laoban 05. Okt 2021

es wird ein sehr langer, mühsamer und kostspieliger Weg, damit wächst aber zumindest die...

smonkey 05. Okt 2021

Das heute Öl zu nicht unerheblichen Teilen mittels hochgradig fragwürdiger und...

DAASSI 05. Okt 2021

hat schon der Adolf gebaut... Manche davon liefen auch nach dem Fischer-Tropsch...

sigii 04. Okt 2021

Wenn das in dem Tempo weitergeht, hat sich 2030 einfach null getan. Wir koennen ja auch...



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