Datenübertragung per parallelem Interface

Mit ein bisschen Aufwand und der nötigen Hardware ist der Portfolio auch heute noch produktiv nutzbar: Wir können sowohl unsere Textdateien als auch unser Tabellenblatt auf einem modernen Windows-10-Rechner öffnen - dafür benötigen wir allerdings einiges an Zubehör. Zuallererst brauchen wir das parallele Interface für den Portfolio; dieses lieferte Atari dummerweise nicht zum Gerät mit, Nutzer mussten es separat kaufen. Das gilt auch für das passende Kabel sowie das Netzteil des Portfolios - wobei wir ohnehin die Nutzung mit drei AA-Akkus bevorzugen.

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Über das Parallel-Interface, das am rechten Rand des Portfolios eingesteckt wird, können wir den Palmtop über ein ungekreuztes, paralleles Kabel mit einem PC verbinden - natürlich muss es sich um einen Computer mit DOS-Unterstützung handeln. Hier kommt wieder unser altes IBM Thinkpad zum Einsatz, das wir bereits im Test der Timex Data Link verwendet haben. Über das DOS-Programm FT.com, das Atari seinerzeit veröffentlicht hat, lässt sich eine Verbindung zum Portfolio aufbauen; dieser muss dafür in den Systemeinstellungen in den Verbindungsmodus geschaltet werden.

Der Datenaustausch ist vom PC aus am bequemsten, wenngleich FT.com für sich genommen überhaupt keine Komfortfunktionen bietet. Wir müssen beispielsweise die zu übertragende Datei manuell eingeben, einen Dateibrowser oder gar eine grafische Oberfläche gibt es nicht. Dafür lassen sich sowohl Dateien an den Portfolio senden als auch vom Portfolio empfangen. Zu unserem Erstaunen funktionierte bei uns der Datenaustausch direkt beim ersten Mal ohne Probleme. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist nach heutigen Verhältnissen beurteilt natürlich sehr langsam; bei einer nur wenige Kilobyte großen Datei müssen wir mehrere Sekunden warten, bis sie übertragen ist.

Datenübertragung leicht gemacht

Unsere Textdatei und das Tabellenblatt haben wir so nach kurzer Zeit auf unserem Thinkpad, von wo wir es auf eine Diskette kopieren. Deren Inhalt bringen wir mit Hilfe eines externen Floppy-Laufwerks auf unseren Windows-10-PC - und schon können wir auf die Dateien zugreifen. Natürlich dient dieser Prozess eher dem Stillen unseres Verlangens nach Retrogeräten, aber es ist dennoch interessant zu sehen, dass es auch heute immer noch geht. Das Tabellenblatt müssen wir übrigens noch umwandeln, da es kaum noch Programme gibt, die mit dem WKS-Format umgehen können.

  • Atari hat den Portfolio im Jahr 1989 vorgestellt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Portfolio war einer der ersten Palmtop-PCs, also ein vollwertiger Computer mit Tastatur in kleinem Format. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Als Betriebssystem wird DIP-DOS verwendet, das mit MS DOS 2.11 kompatibel ist. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zu den vorinstallierten Anwendungen gehört ein nützlicher und übersichtlicher Kalender. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der interne Speicher ist limitiert, daher ist die Verwendung einer Speicherkarte eigentlich Pflicht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zusammengeklappt erinnert der Portfolio auf den ersten Blick an eine VHS-Kassette. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Klappgelenk quietscht mittlerweile bei den meisten Portfolios. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • An den Portfolio kann ein Parallel-Interface angeschlossen werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Interface ermöglicht es, Daten zwischen dem Portfolio und einem PC auszutauschen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die vorinstallierten Anwendungen und Einstellungen lassen sich über ein Pop-up-Menü aufrufen - oder über Shortcuts auf der Tastatur. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Portfolio wird wahlweise mit Batterien oder einem externen Netzteil betrieben. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Hersteller des Portfolio war die Atari Corporation, die es seit spätestens 1998 in dieser Form nicht mehr gibt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Unsere Memory Card hat 64 KByte Speicher. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf dem Portfolio kann auch gespielt werden - beispielsweise ein Tetris-Klon. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
An den Portfolio kann ein Parallel-Interface angeschlossen werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
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1989 war das freilich anders: Auf dem Flug zu einem Geschäftstermin ließ sich auf dem Portfolio tatsächlich eine Kalkulation anfertigen, die mit Hilfe des Adapters und FT.com auf einer Diskette am Zielort auf nahezu jeden PC überspielt werden konnte. Für das heimische Gerät gab es zudem noch ein Lesegerät für die sogenannten Bee-Cards, die im Portfolio verwendeten Speicherkarten. Der eingebaute verfügbare Speicher war mit 128 Kilobyte nämlich eher gering - zumal davon auch noch ein Teil für das Betriebssystem draufging. Die zunächst mit 32, 64 oder 128 Kilobyte, später auch bis zu 4 MByte erhältlichen Speicherkarten verschafften dem Portfolio Platz für die zahlreich vorhandene Software, die teilweise heute noch im Internet zu finden ist.

Neben vielen Dienstprogrammen wie Programm-Managern oder Datenbanken haben viele Programmierer dabei auch Spiele für den Palmtop programmiert. Neben neuen Spielen wurden auch Klassiker wie Tetris, Boulder Dash, Tron oder Phoenix für den Atari-Computer umgewandelt. Allzu schnelle Bewegungen sollte ein Spiel für den Portfolio allerdings nicht haben: Das LC-Display führt dann zu verwaschenen Bildern, wie es sich gut bei Phoenix beobachten lässt.

Interessant ist, dass es immer noch eine recht aktive Szene rund um den Atari Portfolio gibt. Viele Programme sind weit nach 1989 entstanden, teilweise erst in den letzten Jahren. Im Internet finden sich zahlreiche Webseiten, die über umfangreiche Softwarebibliotheken verfügen und viele Tipps für die Nutzung des Portfolio bieten - etwa Links zu Benutzerhandbüchern oder Diagramme, wie sich das Datenkabel zur Not selber zusammenlöten lässt.

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1st1 16. Okt 2019

Naja, ich hoffte, du hast das schonmal gemacht, die Positionen aller Kondensatoren und...

nuffy 14. Okt 2019

@Golem, kein Wunder, dass Seehofer glaubt, alle Gamer (und wahrscheinlich IT-ler) wären...

yumiko 11. Okt 2019

Naja, bei meinem Athlon ging das mit der Karte ja noch (Board hatte ISA, PCI, AGP...

hl_1001 11. Okt 2019

Danke für die Info!

ConiKost 11. Okt 2019

Nein, das ist korrekt. Der PofoClub hatte sich 2005 aufgelöst.



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