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Tastatur mit Minitasten

Der Portfolio hat eine vollwertige QWERTZ-Tastatur ohne Beleuchtung, der Ziffernblock ist als Zweitbelegung auf anderen Tasten untergebracht. Trotz seiner vergleichsweise geringen Größe soll sich der Portfolio aufgrund der Tastatur gut zum Arbeiten eignen - zumindest war dies eine der zentralen Werbeaussagen Ataris Ende der 1980er. Wir haben das ausprobiert und unter anderem diesen Abschnitt auf dem kleinen Computer getippt - Textverarbeitung gehört schließlich zu denjenigen Aufgaben, für die man einen Computer im Geschäftsalltag absolut gebrauchen kann.

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Das Nutzungserlebnis beim Tippen ist höchst bescheiden, was vor allem an der Tastatur des Portfolio liegt: Diese verfügt zwar über alle wichtigen Tasten wie Umlaute und Pfeiltasten, ist aufgrund der Konstruktion aber mühsam zu bedienen. Zum einen sind die Tastatur insgesamt und die Tasten selbst viel zu klein, um längere Texte bequem darauf schreiben zu können; wir tippen auf dem Portfolio mit maximal vier Fingern, für mehr ist kein Platz. Wer das Zehnfingersystem beherrscht, braucht damit gar nicht erst anfangen. Außerdem erschwert die schräge Aufhängung der kleinen Tasten und der daraus resultierende ungewöhnliche Druckpunkt das Schreiben. Zwar bieten die Tasten einen merklichen Widerstand, häufig erwischen wir eine Taste aber zu weit unten, weshalb sie nicht ausgelöst wird.

Spaß macht das Schreiben daher insgesamt nicht. Die Tippfehlerrate ist bei uns bei normaler Tippgeschwindigkeit sehr hoch; wollen wir nicht gefühlt jedes zweite Wort im Nachgang berichtigen, müssen wir unser Tempo entsprechend verlangsamen. Atari musste natürlich einen Kompromiss schließen zwischen der Größe des Gerätes, dem Umfang der Tastatur und den technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit - der propagierten Funktion als Office-PC-Ersatz kann der Portfolio mit seiner Tastatur aber eher nicht nachkommen.

DOS-kompatibles Betriebssystem

Von den Nutzungsmöglichkeiten her bot der Portfolio für die damalige Zeit allerdings eine Menge, insbesondere vor dem Hintergrund des Formfaktors. Als Betriebssystem verwendet der Computer DIP-DOS, das weitestgehend zu Microsoft DOS 2.11 kompatibel ist. Das bedeutet, dass Nutzer weitgehend die gleichen Befehle verwenden konnten, die sie von anderen PCs gewohnt waren. Der Portfolio kam allerdings nicht "nackt" nur mit dem Betriebssystem auf den Markt. Der Computer hat fünf Anwendungen vorinstalliert: ein Adressbuch, einen Rechner, einen Zeitplaner, eine Textverarbeitung und eine Tabellenkalkulation. In der heutigen Zeit, in der es für derartige Anwendungsbereiche zahlreiche Apps für Smartphones zur Auswahl gibt, mag das wenig beeindrucken; im Jahr 1989 jedoch waren die Möglichkeiten, unterwegs Texte auf einem Computer zu schreiben oder gar Tabellenkalkulationen durchzuführen, begrenzt. Möglich war das nur für diejenigen, die einen teuren und klobigen Laptop besaßen.

  • Atari hat den Portfolio im Jahr 1989 vorgestellt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Portfolio war einer der ersten Palmtop-PCs, also ein vollwertiger Computer mit Tastatur in kleinem Format. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Als Betriebssystem wird DIP-DOS verwendet, das mit MS DOS 2.11 kompatibel ist. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zu den vorinstallierten Anwendungen gehört ein nützlicher und übersichtlicher Kalender. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der interne Speicher ist limitiert, daher ist die Verwendung einer Speicherkarte eigentlich Pflicht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zusammengeklappt erinnert der Portfolio auf den ersten Blick an eine VHS-Kassette. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Klappgelenk quietscht mittlerweile bei den meisten Portfolios. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • An den Portfolio kann ein Parallel-Interface angeschlossen werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Interface ermöglicht es, Daten zwischen dem Portfolio und einem PC auszutauschen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die vorinstallierten Anwendungen und Einstellungen lassen sich über ein Pop-up-Menü aufrufen - oder über Shortcuts auf der Tastatur. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Portfolio wird wahlweise mit Batterien oder einem externen Netzteil betrieben. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Hersteller des Portfolio war die Atari Corporation, die es seit spätestens 1998 in dieser Form nicht mehr gibt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Unsere Memory Card hat 64 KByte Speicher. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf dem Portfolio kann auch gespielt werden - beispielsweise ein Tetris-Klon. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Zu den vorinstallierten Anwendungen gehört ein nützlicher und übersichtlicher Kalender. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Durchaus modern mutet der eingebaute Kalender an: Öffnen wir die Anwendung, wird uns der Monat und der aktuelle Tag angezeigt. Tage mit Terminen sind durch Punkte markiert, weshalb wir schnell und auf einen Blick erkennen können, wann wir beispielsweise eine Besprechung haben. Die Termineinträge bieten genügend Platz für Notizen und Hinweise. Jeder Termin kann mit einem Alarm versehen werden, der uns zur Fälligkeit mit einem Piepen erinnert - was jedoch recht leise ist. Es ist allerdings nicht wie bei modernen Kalendern möglich, die Erinnerung so einzustellen, dass wir beispielsweise eine halbe Stunde vorher benachrichtigt werden. Dafür müssten wir eine zusätzlichen Erinnerungstermin anlegen.

Das Adressbuch ermöglicht uns, zahlreiche Kontakte zu speichern; eine Maske für die einzelnen Kontaktdetails gibt es dabei nicht. Wie können entsprechend frei eintragen, was uns zu den jeweiligen Kontakten so einfällt. Telefonnummern kann der Portfolio übrigens im Tonwahlverfahren abspielen: So müssen wir keine Telefonnummern eingeben, sondern können den Portfolio wählen lassen. Als der Autor dieses Textes noch ein Festnetztelefon besaß, konnte er diese Funktion erfolgreich testen - bei der modernen Telefonanlage im Büro oder einem Smartphone funktionierte sie zum Zeitpunkt dieses Tests allerdings nicht.

Tabellenprogramm mit gewöhnungsbedürftiger Bedienung

Mit dem vorinstallierten Textprogramm lassen sich Texte als TXT-Datei abspeichern. Eine Formatierung ist allerdings nicht möglich, wir können nur reinen Text eingeben. Mit dem Tabellenprogramm können wir gängige Berechnungen durchführen, die Bedienung ist allerdings gewöhnungsbedürftig - insbesondere, wenn man moderne Tabellenkalkulationsprogramme mit Mausbedienung gewöhnt ist. Dem Nutzer stehen dennoch zahlreiche Berechnungsfunktionen und Variablen zur Verfügung, das Tabellenblatt lässt sich anschließend als WKS-Datei auf dem Portfolio speichern. WKS-Dateien ließen sich in den 1980er und 1990er Jahren problemlos unter Windows Works oder Lotus 1-2-3 öffnen, einem zur damaligen Zeit sehr populären Programm.

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 Atari Portfolio im Retrotest: Endlich können wir unterwegs arbeiten!Datenübertragung per parallelem Interface 
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1st1 16. Okt 2019

Naja, ich hoffte, du hast das schonmal gemacht, die Positionen aller Kondensatoren und...

nuffy 14. Okt 2019

@Golem, kein Wunder, dass Seehofer glaubt, alle Gamer (und wahrscheinlich IT-ler) wären...

yumiko 11. Okt 2019

Naja, bei meinem Athlon ging das mit der Karte ja noch (Board hatte ISA, PCI, AGP...

hl_1001 11. Okt 2019

Danke für die Info!

ConiKost 11. Okt 2019

Nein, das ist korrekt. Der PofoClub hatte sich 2005 aufgelöst.


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