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Asus Zenfone 8 im Test: Endlich mal wieder ein kleines Top-Smartphone

Asus kann nicht nur große Smartphones: Das Zenfone 8 ist sehr kompakt, hat aber nahezu alles an Technik, was man sich wünschen kann.
/ Tobias Költzsch
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Das Zenfone 8 von Asus (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Das Zenfone 8 von Asus Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Große Top-Smartphones gibt es am Markt zahlreich, bei kleineren Geräten mit Oberklasse-Hardware sieht es hingegen etwas schlechter aus. Im iOS-Bereich gibt es mit dem iPhone 12 Mini ein echtes Topmodell. Bei Android hat Google mit dem Pixel 5 ein kompaktes Gerät im Portfolio, dabei wurde allerdings bei Chipsatz und Speicher gespart. Asus hat nun mit dem Zenfone 8 ein kleines Android-Smartphone vorgestellt, das es in sich hat.

Das Smartphone kommt mit einem Display mit hoher Bildrate, Qualcomms aktuellem SoC, reichlich Speicher, dualen Lautsprechern und einer angenehm unaufgeregten Benutzeroberfläche. Im Test zeigt sich, dass bei den Kamerafunktionen ein paar Abstriche gemacht werden müssen – insgesamt ist das Zenfone 8 in dieser Größenordnung aber kaum zu schlagen, vor allem ab einem Preis von 670 Euro.

Bereits beim Auspacken des Zenfone 8 fällt auf, wie kompakt das Smartphone gebaut ist: Es ist mit 148 x 68,5 mm ungefähr so groß wie das Zenfone 3 aus dem Jahr 2016, hat allerdings einen wesentlich größeren und natürlich besseren Bildschirm. Das AMOLED-Display von Samsung hat eine Diagonale von 5,92 Zoll und eine Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixeln.

Kompaktes AMOLED-Display mit hoher Bildrate

Der Bildschirm hat eine maximale Helligkeit von 1.100 cd/qm und unterstützt eine Bildrate von bis zu 120 Hz. Diese kann fest auf 60, 90 oder 120 Hz eingestellt oder automatisch vom System gewählt werden. Die Bildqualität ist sehr gut: Inhalte werden scharf dargestellt, Menüs lassen sich durch die hohe Bildrate flüssig durchscrollen. Die Farben sind von Hause aus recht kräftig, können aber in den Einstellungen den persönlichen Vorlieben angepasst werden.

Zenfone 8 Serie vorgestellt (Herstellervideo)
Zenfone 8 Serie vorgestellt (Herstellervideo) (04:11)

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Wer zuletzt ein großes Smartphone verwendet hat, wird sich über das gute Handling des kompakten Zenfone 8 freuen. Wer mit seinem Daumen dennoch nicht den oberen linken Rand des Gerätes erreicht, kann Asus' separat zuschaltbaren Einhandmodus verwenden, der den Bildschirminhalt nach unten zieht. Etwas nervt uns der im Display integrierte Fingerabdrucksensor, der weniger empfindlich ist als die anderer Top-Smartphones.

Schnelles Qualcomm-SoC und wenig Platz

Im Inneren des Zenfone 8 steckt Qualcomms aktuelles Top-SoC Snapdragon 888, unser Testgerät hat zudem 16 GByte Arbeitsspeicher und 256 GByte Flash-Speicher. Einen Steckplatz für Micro-SD-Karten gibt es nicht. Mit dieser Ausstattung wird das Smartphone im Grunde allen Anforderungen gerecht, die man aktuell an ein Smartphone haben kann. In unserem Test läuft das Smartphone stets flüssig, uns ist keine App aufgefallen, mit der das Gerät nicht zurechtkommt.

Um die Hardware samt Akku mit 4.000 mAh in ein derartig kleines Gehäuse zu bekommen, hat Asus die Bauteile auf zwei Platinen verteilt, die über einen Interposer direkt miteinander verbunden sind. So werden höhere Datenübertragungsraten erzielt als bei Verbindungen mit Flachbandkabeln. Nachteil der kompakten Bauweise ist eine nicht unerhebliche Wärmeentwicklung auf der Rückseite des Smartphones bei sehr anspruchsvollen Anwendungen wie dem GFX Grafik-Benchmark und gleichzeitig aktiviertem Leistungsmodus.

Im normalen Einsatz empfinden wir das Gehäuse des Zenfone 8 allerdings nicht als zu warm – auch nicht, wenn wir Spiele spielen. Standardmäßig läuft das Zenfone 8 im dynamischen Betriebsmodus, die Wahl der Modi wirkt sich aber eher auf die Akkulaufzeit aus, nicht auf die Systemleistung. Die Modi hat das Zenfone 8 von Asus' ROG Phone 5 übernommen, ebenso die Möglichkeit, den Akku langsamer oder nach einem Zeitplan zu laden. In unserem Test reicht die Akkulaufzeit bei normaler Nutzung für einen Tag aus.

Zwei Kameras, kein Tele

Die Rückseite des Zenfone 8 besteht aus Gorilla Glass, oben links ist ein kleines Kameramodul mit zwei Objektiven eingebaut. Auf mehr Kameras verzichtet Asus, wohl auch aus Platzgründen. Die Hauptkamera verwendet einen IMX686-Sensor von Sony mit 64 Megapixeln und ein Objektiv mit einer Anfangsblende von f/1.7. Die zweite Kamera hat 12 Megapixel (Sony IMX363) und ein Superweitwinkelobjektiv mit einer Anfangsblende von f/2.2.

Die Hauptkamera macht bei Tageslicht gute Bilder: Die Schärfe stimmt, es gibt kaum wahrnehmbares Rauschen, die Farben sind natürlich. Schatten hellt das Zenfone 8 ebenfalls natürlich auf, die Bilddynamik ist nicht ganz so ausgeglichen wie etwa bei aktuellen Samsung-Smartphones oder den iPhones der 12er-Serie. Das Zenfone 8 hat eine optische Bildstabilisierung. Standardmäßig macht die Hauptkamera 16-Megapixel-Aufnahmen, wir können aber auch die vollen 64 Megapixel verwenden. Dann erhöht sich die Schärfe merklich.

Die Superweitwinkelkamera weist ein paar mehr Artefakte als die Hauptkamera auf, die Schärfe ist aber immer noch gut. Die Verzerrungen am Rand sind erkennbar, halten sich für unseren Geschmack aber in Grenzen. Ein Teleobjektiv hat das Zenfone 8 nicht – hier müssen Käufer im Vergleich zu größeren Konkurrenzgeräten und dem ebenfalls neuen Asus-Modell Zenfone 8 Flip Abstriche machen. Die digitale Vergrößerung lässt sich aber bis zu einem Vergrößerungsfaktor von 3 problemlos verwenden.

Mit dem Nachtmodus können wir auch im Dunkeln Aufnahmen machen. Diese sind besser belichtet, auch die Schärfe ist gut. Andere Oberklasse-Smartphones holen aus den dunklen Bereichen aber noch ein wenig mehr heraus.

Videos in 8K möglich

Videos kann das Zenfone 8 in maximal 8K mit 30 fps aufnehmen. Bei 4K-Auflösung können wir zwischen 30 und 60 fps wählen. Die Porträtfunktion macht gute Aufnahmen mit unscharf maskiertem Hintergrund, außerdem gibt es noch eine Zeitrafferfunktion, einen Zeitlupenmodus und eine Möglichkeit, Dokumente einzuscannen. Makros können wir nicht aufnehmen.

Insgesamt gefällt uns die Kamera des Zenfones gut: Sie macht besonders bei Tageslicht saubere Bilder mit ausgeglichener, aber nicht übertriebener Bilddynamik. Von der Konkurrenz kann sich die Kamera qualitativ nicht sonderlich abheben, was gleichzeitig aber auch bedeutet, dass sie nicht viel schlechter ist. Dass es kein Teleobjektiv und keinen Makromodus gibt, stört uns nicht – vor dem Kauf sollten Interessenten dies allerdings berücksichtigen.

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Dank des Snapdragon 888 unterstützt das Zenfone 8 den schnellen Netzstandard 5G (nSA und SA), WLAN beherrscht das Smartphone nach 802.11ax (Wifi 6). Ein NFC-Chip ist eingebaut, Bluetooth läuft in der Version 5.2. Nutzer können Kopfhörer auch über einen Klinkenanschluss verbinden, den das Smartphone hat. Es lassen sich zwei SIM-Karten parallel verwenden, einen Steckplatz für Micro-SD-Karten hat das Smartphone nicht.

Starke Stereolautsprecher

Das Zenfone 8 hat Stereolautsprecher, die angesichts der geringen Ausmaße des Smartphones einen überraschend guten, vollen Klang erzeugen. Der Einschaltknopf ist bei unserem Testgerät in Blau gehalten und ermöglicht zusätzliche Eingaben: Mit einem Ein Doppelklick können wir eine vorher ausgewählte App starten – oder etwa den Google Assistant.

Ausgeliefert wird das Zenfone 8 mit Android 11 und Asus' Benutzeroberfläche ZenUI. Diese ist unauffällig und nah am unverbastelten Android. Erfreulich ist, dass Asus nur wenig Software vorinstalliert – neben den Google-Anwendungen und einigen Asus-Apps finden wir nach der Einrichtung noch Netflix sowie Facebook und den Facebook Messenger auf unserem Gerät.

Zenfone 8: Verfügbarkeit und Fazit

Das Zenfone 8 kostet in der kleinsten Speicherausstattung mit 6 GByte Arbeitsspeicher und 128 GByte Flash-Speicher 670 Euro. In Asus' Onlineshop und bei Alternate soll das Modell für "kurze Zeit" für 600 Euro verkauft werden. Die Variante mit 8 GByte RAM und 256 GByte Flash-Speicher kostet 730 Euro. Das Zenfone 8 mit 16 GByte RAM und 256 GByte Flash-Speicher kostet 800 Euro.

Fazit

Asus legt mit dem Zenfone 8 als erster Hersteller seit längerer Zeit ein kleines Smartphone mit echter Top-Hardware vor. Das SoC ist schnell, die Kamera gut, die Speicherausstattung wahlweise sehr groß.

Mit seinen kompakten Maßen liegt das Zenfone 8 sehr angenehm in der Hand und in der Hosentasche – eine willkommene Abwechslung zu den Oberklassemodellen von Oneplus, Samsung oder Xiaomi. Das Display ist für eine reine Einhandbedienung immer noch ein Stückchen zu groß, Umgreifen oder der Einhandmodus helfen aber. Auf jeden Fall lässt sich das Zenfone 8 besser mit einer Hand bedienen als ein Smartphone mit 6,5 Zoll großem Display.

Bei sehr starker Dauerbelastung kann die Rückseite des Zenfone 8 relativ warm werden – viel Platz für Kühllösungen gibt es schlicht nicht. Im Alltag ist uns dies aber auch bei herausfordernden Spielen kaum passiert, sondern eher bei anspruchsvollen Benchmark-Tests.

Ebenfalls ein Zugeständnis an die Größe des Zenfone 8 ist die Bestückung der Hauptkamera: Auf ein Teleobjektiv müssen Nutzer verzichten. Das stört uns aber dank der hohen Auflösung der Hauptkamera und einem entsprechend brauchbaren digitalen Zoom kaum, solange wir unter dreifacher Vergrößerung bleiben. Wer stark zoomen möchte, gleichzeitig aber noch sehr scharfe Aufnahmen erhalten will, dürfte hingegen mit der Kamera nicht glücklich werden.

Wir hoffen, dass Asus mit Hilfe eines Updates die Zuverlässigkeit des Fingerabdrucksensors verbessern kann. Der im Display verbaute Sensor ist unser einziger wirklicher Kritikpunkt, da er schlichtweg viel zu langsam und zu ungenau arbeitet. Das Display selbst gefällt uns sehr gut, vor allem wegen der Farben und der schnellen Bildrate.

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Insgesamt betrachtet ist das Zenfone 8 eine willkommene Abwechslung im Feld der aktuellen Oberklasse-Smartphones, die durch die Bank weg größer sind. Asus ist überzeugt, dass es einen Markt für kompaktere Smartphones gibt – ganz aufgegeben hat die Konkurrenz dieses Feld schließlich auch noch nicht.

Samsungs Galaxy S21 ist ein Stückchen größer und hat eine etwas schwächere Hardware, das Pixel 5 von Google ist etwas kürzer, bietet dafür aber vor allem beim SoC und dem Display eine weniger gute Ausstattung.

Wer ein kompaktes Top-Smartphone mit aktueller Hardware kaufen möchte, kommt derzeit um das Zenfone 8 nicht herum – auch wegen der guten Preise.


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