Asus Vivo Tab RT im Test: Gutes ARM-Tablet mit stromsparendem Windows RT

Microsofts Windows RT ist offiziell seit dem 26. Oktober 2012 auf dem Markt. Als eines der ersten verfügbaren Tablets mit Microsofts neuem mobilen Betriebssystem gibt es das Vivo Tab RT von Asus, das wir zum Testen von Windows RT verwendet haben. RT ist für Microsoft eine große Neuerung. Das System wurde für ARM-Prozessoren kompiliert und läuft damit auf Plattformen, die stromsparender sind als Intels oder AMDs aktuelle Notebook-Prozessoren. Selbst Intels Atom braucht derzeit mehr Energie, weswegen es manches RT-Tablet auch als etwas größere Variante mit einem Atom-Prozessor (Z2760, Clover Trail) gibt. Auch Asus hat so ein verwandtes Gerät, dem der Zusatz RT fehlt. Für diesen Test betrachten wir nur das kleine Vivo Tab RT mit 10-Zoll-Display, eines der ersten Geräte der neuen Plattform Windows RT, das dank des geringen Gewichts gut mitgenommen werden kann.

Statt eines x86-Prozessors steckt in den RT-Tablets nun ein Prozessor mit ARM-Technik. Bei Asus ist es ein Tegra 3 System on a Chip (SoC) von Nvidia . Er hat vier Kerne sowie einen sogenannten Ninja-Kern, der bei wenig anspruchsvollen Aufgaben übernimmt. Er ist nicht schnell, nimmt dafür aber besonders wenig Leistung auf. Das verspricht lange Laufzeiten, die unter Windows bei geringem Gewicht bisher nicht möglich waren. Im Ressourcenmonitor sieht der Nutzer diese 4+1-Aufteilung nicht. Dort ist zu sehen, dass Windows RT im 32-Bit-Betrieb läuft. Das Asus-Tablet hat nur 2 GByte RAM, das ist allerdings deutlich mehr als bei den meisten Android- oder iOS-Tablets. Samsungs Galaxy Note 10.1 gehört ebenfalls zu den 2-GByte-Geräten.




































Wie es sich für ein Tablet gehört, hat das Vivo Tab RT einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Der spiegelt, ist aber recht hell und bietet neben der Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln gute Blickwinkel und 5 Touch-Punkte. Die Helligkeit wird durch einen Sensor gesteuert. Die Automatik kann durch Windows RT nachreguliert werden, ähnlich wie bei iOS-Geräten.
Für den Test haben wir uns nicht nur die Hardware angeschaut, sondern betrachten auch das Zusammenspiel mit dem Betriebssystem. Uns interessiert zudem, ob ein Windows-Tablet tatsächlich Laufzeiten schafft, wie sie Android-Tablets oder das iPad erreichen, und ob Windows trotz des ARM-Prozessors schnell genug zum Arbeiten ist.
Die ersten Minuten mit Windows RT
Gleich nach dem Auspacken kann das RT-Tablet in Betrieb genommen werden - und zwar ohne Tastatur. Der Akku ist nahezu voll und nach dem Einstellen des WLANs sowie der Eingabe des Microsoft-Accounts richtete sich das Tablet sogleich selbst ein. Das dauert - anders als bei Windows-8-Geräten - einige Minuten, in denen das Tablet den Nutzer unter anderem mit "Es muss noch einiges erledigt werden" um Geduld bittet.
Bei uns dauerte der Vorgang etwa 5 Minuten. Wir vermuten, dass die Kerne des Tegra 3 doch einiges zu tun haben. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Nutzer nach der Einrichtung fertig ist. Denn erst einmal sollte er die Windows-Updates durchführen, auch wenn das System nicht explizit darauf hinweist. Microsoft hat vor einigen Tagen eine Art Mini-Service-Pack mit dem Namen KB2756872 veröffentlicht , das auf Windows-RT-Geräten ebenfalls installiert werden sollte. Microsoft verspricht, dass es unter anderem die Akkulaufzeit verbessert.




































Auch das Camera-Codec-Pack muss erst einmal installiert werden, was wir bisher nur unter Windows 8 testen konnten . Ohne dieses kann Windows RT Rohdaten zwar importieren, jedoch behauptet auch die Windows-RT-Foto-App, dass keine Bilder importiert wurden. Das ist nicht intuitiv und wurde von uns bereits beim Windows-8-Test bemängelt . Erst das Codec-Pack beseitigt den Missstand. Wir hätten uns gewünscht, dass Microsoft das Codec-Pack noch in die vorinstallierten Versionen von Windows 8 und Windows RT integriert. Schließlich gibt es das Paket schon länger für ältere Windows-Versionen.
Fast 1 Gigabyte Windows-Updates, bevor es richtig losgehen kann
Ebenfalls aktualisiert werden sollte die Office 2013-Preview. Sie wird von Build-Nummer 15.0.4128.1015 auf die Version 15.0.4420.1017 erhöht, die sich dann nicht mehr als Vorschauversion meldet. Alles in allem muss der Nutzer mehr als 900 MByte herunterladen und installieren.
Sehr schön: Wer Windows 8 schon benutzt hat, dem werden über seinen Microsoft-Account viele Einstellungen übertragen. Außerdem kann er mit ein paar Klicks alle bereits erworbenen Apps schnell installieren. Nach der Einrichtung werden auch 20 Updates für die Standard-Apps angeboten. Das funktionierte bei uns parallel zu den Windows-Updates. Abseits des Experimentierens haben wir etwa eine halbe Stunde zur groben Einrichtung gebraucht. Wer das Gerät noch in ein Netzwerk integrieren will, braucht nochmals etwas Zeit.
Hier zeigt sich schon der erste Vorteil von Windows RT auf einem Tablet. So umfassend kann kein Konkurrenztablet auf dem Markt konfiguriert werden und ein Windows-Nutzer hat keine Schwierigkeiten bei der Einrichtung. Für Windows-Umgebungen ist das eine sehr schöne Option, und so mancher Firmenkunde mit der entsprechenden Infrastruktur dürfte lieber Windows-RT-Tablets in seiner Firma sehen wollen als eingebundene iOS- oder Android-Geräte.
Aufladen per USB, das Vivo Tab RT ist aber kein gewöhnliches Tablet
Asus' Windows-RT-Tablet lässt sich per USB aufladen, selbst wenn es im Tastaturdock steckt und damit eigentlich ein Notebook ist. Ein Windows-RT-Notebook an einem Windows-Notebook per USB aufzuladen, ist schon etwas Besonderes. Trotzdem ist ein RT-Tablet kein gewöhnliches Tablet. Normalerweise sind Tablets nur eingeschränkt autark. Sowohl Android- als auch iOS-Nutzer synchronisieren ihre Daten mitunter mit einem Host-Rechner über die USB-Schnittstelle, auch wenn dies in den vergangenen Jahren immer weniger notwendig wurde, da vieles über Cloud-Dienste erledigt wird.
Das RT-Gerät von Asus bietet eine Synchronisation gar nicht erst an. Per USB meldet es sich weder als MTP- noch als Datenträgergerät an einem Windows-Host. Mal eben die Musiksammlung herüberschieben, geht also nicht. Dafür gibt es die Homegroup-Funktion, die auch Heimnetzgruppe genannt wird. Da das Asus-Tablet keine Netzwerkschnittstelle besitzt, ist aber Geduld bei der WLAN-Datenübertragung nötig. An unserem Access Point meldete sich das RT-Tablet ohnehin nur mit 65 MBit/s. Wir erreichten damit in der Praxis bei einem kurzen Test nur knapp über 4 MByte/s auf kurzer Distanz.




































Die schnellste Übertragungsart ist damit USB 2.0. USB 3.0 beherrscht das Tablet nicht. Per USB angeschlossen, blieb eine externe Festplatte hinter den Erwartungen zurück. Nur etwa 16 MByte/s konnten wir schreiben. Lesend erreichten wir bessere, aber trotzdem magere Werte um die 20 MByte/s. Der Micro-SD-Kartenleser kommt auf ähnliche Werte und UHS-1 wird gar nicht unterstützt. Ob die niedrigen USB-2.0-Datenraten ein Problem von Nvidias SoC oder Windows RT sind, lässt sich derzeit mangels weiterer Testgeräte nicht sagen. Auf jeden Fall zeigt sich hier, dass ein Windows-RT-Gerät kein normales Windows-Gerät ist.
Ausstattung mit Doppelakku
Unserem Testmuster liegt neben dem Tablet auch das optionale Tastaturdock bei. Das Dock löst gleich mehrere Probleme. Es hat einen weiteren Akku, der die Laufzeit von 8 auf 16 Stunden anheben soll. Außerdem bietet es auch eine Tastatur und ein Touchpad. Damit werden die Probleme im Desktop gut gelöst. Wer tief im System arbeitet, kann sich nicht auf die Touchbedienung verlassen, und ein RT-Nutzer muss doch recht häufig auf den Desktop wechseln, und sei es, um Word 2013 zu nutzen, das auf dem kleinen 10-Zoll-Bildschirm nicht gerade touchscreentauglich ist.
Die interne SSD des Vivo Tab RT hat 64 GByte, wovon das System jedoch nur 54 GByte im Laufwerk C anzeigt. Ein Teil der GByte geht durch die 1.024er Umrechnung verloren, aber 4 GByte braucht allein schon die Wiederherstellungspartition. Auf Laufwerk C sind zudem rund 14 GByte durch das System belegt, und zwei weitere Partitionen machen noch einmal 400 MByte unbenutzbar.
RT-Tablets mit 32 GByte lohnen nicht
Für ein Tablet-Betriebssystem ist das eine enorme Menge. Offenbar konnte Microsoft nicht allzu viele Windows-Komponenten aus dem System für das ARM-Kompilat entfernen - wenn überhaupt welche entfernt wurden. Es zeigt damit klar, dass ein Windows-RT-Tablet mit 32 GByte eigentlich keine sinnvolle Anschaffung ist. 64 GByte sollten es mindestens sein, wenn der Anwender ein paar Videos und Musik mitnehmen will. Oder er nutzt eine Micro-SD-Karte. Übrigens lässt sich Office nicht deinstallieren, um etwas Platz zu schaffen. In der Systemsteuerung hätten wir nur den Synaptics-Treiber deinstallieren können.




































Das Gewicht ist mit 532 Gramm ziemlich leicht. Apples iPad 3 und 4 sind immerhin über 100 Gramm schwerer. Auch Samsungs Galaxy Tab 10.1 ist mit 566 Gramm noch etwas schwerer. Trotzdem ist das 8,7 mm dünne Gehäuse von Asus stabil, was nicht selbstverständlich ist. Gerade das besonders dünne Galaxy Tab 10.1 war recht flexibel, hatte allerdings nur eine Dicke von 8,5 mm. Apple hat mit 9,4 mm derzeit ein spürbar dickeres Tablet. Asus hat mit dem Vivo Tab RT gute Arbeit geleistet.
Wackelndes Dock
Weniger gut gefällt uns die Halterung im Dock. Dort wackelt unser Vivo Tab RT ziemlich hin und her, auch wenn es nicht einfach herausfallen kann, da dazu erst eine Arretierung gelöst werden muss. Das wundert uns, weil die Transformer-Tablets mit Dock ziemlich festsaßen.
Die Anschlüsse sind sehr sparsam eingesetzt. Am Tablet findet sich nur ein Schacht für Micro-SIMs, die ungewöhnlicherweise quer eingelegt werden müssen. Zudem gibt es einen Micro-HDMI-Ausgang und einen Schacht für Micro-SD-Karten. Unten ist außerdem nur ein proprietärer Dock-Anschluss. Asus legt dafür einen USB-Adapter bei. Das wird dann aber zu einer kleinen Adapterreihe: Wir haben an das Tablet den USB-Adapter anschließen müssen, dann einen SD-Kartenleser, in den wir eine SD-Karte einlegten.
Über das Tastaturdock mit seinen etwas kleinen, aber noch gut nutzbaren Tasten gibt es nur einen weiteren USB-Anschluss an der rechten Seite. Links ist wieder der Dock-Anschluss, der für das Stromkabel benutzt wird. Auch hier kann der USB-Adapter verwendet werden. Bestenfalls gibt es also zwei USB-Anschlüsse, was etwas mager ist, insbesondere, da einer für die Stromversorgung gebraucht wird.
Die Stereolautsprecher hat Asus an den Seiten nach hinten abstrahlend positioniert. Sie bieten insgesamt einen guten Klang. Es fehlt allenfalls an Lautstärke. Eine Schall zurückwerfende Fläche hinter dem Tablet hilft auf jeden Fall.
Neben Bluetooth 4.0, GPS und NFC hat das Vivo Tab RT nur Single-Band-WLAN nach 802.11b/g/n. Für ein so teures Gerät ist das nicht mehr zeitgemäß. Wer plant, mit dem Tablet auf Messen herumzulaufen, wird nicht viel Spaß mit dem WLAN-Modul haben. Messenetzwerke haben zunehmend Probleme, ein stabiles 2,4-GHz-Netzwerk bei vielen Besuchern bereitzustellen. Auch in manchen Wohngegenden ist das untere Band so voll, dass hohe Datenraten nur selten erreicht werden können. Teure Tablets unterstützen normalerweise 802.11a/n auf 5 GHz. Wir würden uns wünschen, dass Asus dem oberen Band mehr Aufmerksamkeit schenkt, da es für die Praxis bereits seit einiger Zeit notwendig geworden ist.
Wie viel Windows steckt in Windows RT?
Wie schon bei unserem ersten Antesten von Windows RT auf der Ifa zeigt sich auch beim längeren Test, dass sich RT auf einem Tablet wie Windows auf einem Notebook anfühlt. Die Optionen auf dem Desktop gibt es in Hülle und Fülle.
Wer zum ersten Mal vor einem Windows-RT-Gerät sitzt, der findet sich nicht nur auf Anhieb zurecht, sondern bemerkt zudem keinen Unterschied zwischen Windows 8 und Windows RT. Das gilt insbesondere für Geräte wie das Vivo Tab RT. Mit dem Tastaturdock sieht es nicht nur wie ein Windows-Notebook aus, sondern fühlt sich auch genauso an. Sogar das Seitwärtsscrollen in der Metro-Oberfläche auf dem Touchpad mit zwei Fingern funktioniert.
Auch die Bildschirmverwaltung gleicht der unter Windows 8. Ein externer Monitor wird per Micro-HDMI am Tablet angeschlossen, der interne Monitor spiegelt die externe Auflösung, und mit ein paar Klicks kann der Bildschirm erweitert werden. Dann ist definitiv einen Mausersatz nötig, da der Touchscreen an der Seite des Tablets aufhört. Wir haben beim Erweitern des Bildschirms leichte Leistungsprobleme beim Rendern des Bildschirms sehen können, die zwar spürbar sind, aber kaum stören. Integrierte Grafikkerne in x86-Prozessoren können das besser.




































Konfigurationsoptionen wie bei Windows 8
Selbst wer genau hinschaut, wird nur mit Mühe Unterschiede finden. So gibt es den Group Policy Editor genauso wie msconfig.exe. Die Kommandozeile ist neben der Powershell verfügbar, und wer will, kann einen Systemcheck per SFC machen. Auch der Task Manager sieht fast genauso aus wie der von Windows 8. Hier sind ein paar Unterschiede zu erkennen. Zum einen gibt es unter Leistung einen Tegra zu sehen, und zum anderen fehlt das Autostart-Tab für Anwendungen, die beim Booten automatisch gestartet werden. Das ist eine der Maßnahmen, mit denen Microsoft für lange Akkulaufzeiten sorgen will. Schließlich sollen nicht irgendwelche Autolauncher den Akku unnötig belasten.
Microsoft deaktiviert für Windows RT so manchen Dienst, der dann in der Computerverwaltung verwirrende Fehlermeldungen auslöst. Das ist durchaus Absicht. Windows RT ist auf Stromsparen getrimmt, und so ist es sinnvoll, dass bestimmte Dienste einfach nicht aktiv sind. Das hat Microsoft nicht konsequent umgesetzt. Das System suggeriert beispielsweise in der Verwaltung die Möglichkeit der Konfiguration von Windows-Freigaben, meldet dann aber einen Fehler 2114. Das liegt daran, dass unter Windows RT der Dienst "Server" deaktiviert ist. Wird dieser gestartet, steht wie gewohnt die Freigabe zur Verfügung. So gelang es uns immerhin über das Netzwerk, unabhängig von der Homegroup, eine Freigabe einzurichten.
Die Freigabe funktionierte bei uns allerdings nur mit einem lokalen Account, der über das Netzwerk verwendet wurde. Der Versuch, sich entfernt mit einem Microsoft-Account anzumelden, scheiterte.
Gerade bei solchen Konfigurationsfenstern ist Windows RT ganz schön langsam. Manchmal wollte uns das System beispielsweise keine Dienste anzeigen.
Was Windows RT von Windows 8 unterscheidet, ist der eingeschränkte Desktop. Apps gibt es nur für die Kacheloberfläche. Exe-Dateien werden nicht ausgeführt. Wer also seinen Lieblingsbrowser oder einen Dateimanager installieren will, muss auf Portierungen warten. Bei Browsern sieht es allerdings schlecht aus, da diese für Windows RT wohl nicht erlaubt werden(öffnet im neuen Fenster) Interessanterweise führt Windows RT MSI-Pakete aus. Der Microsoft Installer bricht dann jedoch ab, sobald das Paketinnere gescannt wurde. Als Alternative kann in der Systemsteuerung (System) noch ein Zugang zu Firmen-Apps freigeschaltet werden. Da wir keine Firmenanmeldeinformationen für den Test hatten, konnten wir das jedoch nicht testen.
Schwierigkeiten mit Windows RT und der Geschwindigkeit
Ein paar Probleme sind uns beim Benutzen des Tablets aufgefallen. Neben den bereits erwähnten seltsamen Eigenarten in tiefen Systemfunktionen gab es vor allem wider Erwarten mit unseren Druckern Probleme. Während unsere Windows-8-Geräte, wie es Microsoft versprochen hat, Geräte in unserem Netzwerk automatisch einbinden, wollte das Vivo Tab RT unseren HP-Drucker so nicht finden. Wir mussten ihn über das Hinzufügen des Druckers einbinden, der dort auch sofort im Netzwerk erkannt wurde. Ein Hinzufügen als "Gerät und Drucker" funktionierte im Desktop hingegen nicht. Wir sahen dafür ständig Bluetooth-Geräte in unserer Umgebung. Auch das Hinzufügen des Druckers über die Metro-Einstellungen wollte nicht gelingen. Das bedeutet, dass ein Windows-RT-Nutzer ab und an im Bereich des Desktops konfigurieren muss, und sei es für das Hinzufügen eines Druckers. Windows RT liefert zahlreiche Treiber für Drucker mit. Beim kurzen Drüberschauen hatten wir den Eindruck, dass es dieselben Treiber sind, die auch Windows 8 zur Verfügung stehen. Für ein Tablet ist das eine große Auswahl.
Eine seltsame Fehlermeldung haben wir zudem über Office 2013 bekommen. Beim Versuch, in Office selbst den Drucker hinzuzufügen, kam die Fehlermeldung: "Der Active-Directory-Domänendienst steht momentan nicht zur Verfügung." Für den Endanwender ist das nicht unbedingt eine hilfreiche Fehlermeldung. Durch die zahlreichen alternativen Wege des Hinzufügens von Druckern ist das aber kein unlösbares Problem. Fehlermeldungen gibt es zudem bei Office auch durch Makros.




































Den schlimmsten Zwischenfall gab es beim Abkoppeln vom Dock. Da stürzte uns das Tablet zweimal ab. Hoffentlich kann Asus das Problem noch lösen, wir gehen davon aus, dass das ein Bug im System ist. Auf das Dock kann der Nutzer in der Regel unter Windows RT verzichten. Wir haben keine Stellen gefunden, die nicht mit dem Touchscreen benutzbar sind. Der Anwender muss aber ein paar Einschränkungen kennen, die zum Teil nerven.
Windows-RT-Desktop mit mangelnder Touchscreenanpassung
Der Desktop von Windows RT ist in keiner Weise besser an die Fingerbedienung angepasst als der von Windows 8 oder Windows 7. Als wir in den Energieeinstellungen versucht haben, die Helligkeit mit einem klassischen Windows-Slider einzustellen, brauchten wir mehrere Versuche. Windows bietet auch in der RT-Version abseits der aufgesetzten Kacheloberfläche keine Trefferzonen um Bedienelemente, obwohl diese notwendig sind und häufig genug Platz vorhanden ist. Zudem wird auch unter Windows RT nicht die virtuelle Tastatur automatisch gestartet, wenn der Nutzer auf dem Desktop in ein Feld tippt.
Die neue virtuelle Tastatur ermöglicht kein Multiselect auf dem Desktop. Wer also mit der Steuerungstaste und dem Finger mehrere Elemente auswählen will, kann das nicht tun. Es gibt aber Alternativen, wie etwa das Ziehen eines Rahmens um Dateien. Wer gezielter auswählen will, muss die Bildschirmtastatur nutzen, die von älteren Windows-Versionen übernommen wurde. Damit kann mit gedrückter Steuerungstaste mehr als eine Datei ausgewählt werden. Diese Tastatur beherrscht leider kein Multitouch. Wir mussten beim Arbeiten also zwischen den beiden Tastaturen wechseln, um alles durchführen zu können. Alternativ kann beim Selektieren mit dem Finger auch die obere linke Ecke eines Elements anvisiert werden. Dann können mehrere Elemente selektiert werden. Wer zwischendurch danebenklickt, was auf dem Desktop häufiger passiert, verliert die Selektion jedoch wieder.
Dateioperationen wie beispielsweise das Hochladen von Bildern über einen Browser sollte der Anwender, wenn möglich, über die Metro-Oberfläche durchführen. Dort funktioniert Multiselect durch einfaches Anklicken, da die Kacheloberfläche anderen Bedienungsprinzipien folgt als die Desktopoberfläche. Das funktioniert bei der Fingerbedienung deutlich besser.
Gerade bei vielen offenen Desktopanwendungen zeigt sich ein Problem mit Windows RT und der Hardware. Das System wird einfach langsam. Die Fotoanwendung hat mitunter Schwierigkeiten, schnell Rohdateien anzuzeigen. Hier und da verschwinden Icons in der Taskleiste und der Desktopbrowser muss Bildinhalte neu nachladen. Wer sich nur in der Kachelwelt bewegt, hat diese Probleme nicht. Doch durch Office 2013 hat der Nutzer eigentlich ständig einen Grund, zusätzlich den Desktop zu nutzen.
Insgesamt ist die Geschwindigkeit in der Praxis ziemlich gut. Der Anwender sollte bei großen Excel-Dokumenten Geduld haben und ab und zu Desktopanwendungen schließen. Die neuen Windows-8-Apps frieren ohnehin ein. Da der Speicher nicht einfach erweitert werden kann, lässt sich nicht beurteilen, ob etwas mehr RAM helfen würde oder der Prozessor bei einigen Single-Thread-Anwendungen einfach zu langsam ist.
Full-HD-Videos lassen sich über die Video-App problemlos abspielen. Wer jedoch zwischen Apps viel hin- und herwechselt, muss mit Verzögerungen rechnen, bis das Video wieder flüssig läuft.
Eigenarten des Akkus
Die Akkuverwaltung verwirrte uns insgesamt etwas. Bei einem vollen Tablet und einem halbleeren Dock wurde der Akku des Tablets benutzt, nicht der des Docks. Beim Ein- und Ausstecken wurde dann doch gelegentlich der Akku des Docks verwendet. Das liegt daran, dass ab einem gewissen Batterielevel der Dock-Akku den Tablet-Akku auflädt, statt einfach die Energie durchzuleiten. Das geht letztendlich unnötig auf die Akkuzyklen. Insgesamt gefällt uns die Batterieverwaltung deswegen nicht, auch wenn es Vorteile haben kann, durch das Dock das Tablet etwas aufzuladen. Unter Windows wird normalerweise zuerst ein Slice- oder Laufwerksschachtakku verwendet, bevor der Hauptakku die Energieversorgung übernehmen muss.
Der Akku des Docks entleert sich nicht vollständig, um das Tablet aufzuladen. Bis 5 Prozent geht der Ladestand zurück. Ab dem Moment nutzt das Tablet wieder den eigenen Akku. Erst danach wechselt das System wieder auf den Akku im Dock und schaltet sich bei 2 Prozent Restkapazität ab.
Keine Angabe der Restlaufzeit
Windows RT meldete uns zudem nie eine Restlaufzeit des Akkus. Das hat das RT-Tablet mit anderen Tablets mit iOS oder Android gemeinsam. Für Windows ist das allerdings ungewöhnlich, zeigt das System doch normalerweise recht präzise Restlaufzeiten anhand der aktuellen Last an. Dafür meckert das System darüber, dass aktuelle Helligkeitseinstellungen die Akkulaufzeit negativ belasten. Das war aber Absicht, da uns das Tablet in den normalen Einstellungen zu dunkel war. Die Prozentwerte als Basis haben einen weiteren Nachteil, den wir schon länger an Windows kritisieren. Die Laufzeiten von Windows-Geräten sind mittlerweile so lang, dass eine Basis anhand der Restzeit besser wäre. In den Standardeinstellungen warnt das Vivo Tab RT mit dem Dock zusammen bereits bei 6 Prozent vor einem leeren Akku. Normalerweise hat das Tablet dann aber weit mehr als eine Stunde Akkulaufzeit übrig.
Die Akkulaufzeiten sind für ein Windows-Gerät enorm, vor allem bei nur 530 Gramm Gewicht. Wir haben beim Arbeiten mit dem Tablet etwa 10,5 Stunden Laufzeit in der Praxis erreicht. Die Helligkeit des Tablets passte sich dabei den wechselnden Lichtverhältnissen an, WLAN war aktiv, und selten haben wir uns per Mobilfunk eingewählt. In den Einstellungen haben wir dem Tablet nicht erlaubt, sich oder das Display abzuschalten. In einem zweiten Test interessierte uns, ob das Abspielen von Videodateien nennenswert auf im Vergleich zu x86ern schwache CPUs Einfluss hat. Wir haben also bei niedriger Helligkeit und bei aktivem WLAN Big Buck Bunny (720p) in einer Dauerschleife laufen lassen. Nach 9 Stunden und 44 Minuten schaltete sich das Tablet ab. Das Anschauen von Videos ist also eine höhere Last als normales Arbeiten. Ein Test mit dem 540 Gramm wiegenden Dock konnten wir aus Zeitgründen leider nicht durchführen. Insgesamt hält Windows RT, was es verspricht: akzeptable Geschwindigkeit bei langen Akkulaufzeiten und geringem Gewicht.
So lange Akkulaufzeiten sind mit Windows-Notebooks in der Regel nur mit großen Akkus sowie teuren Unterschnall- oder Laufwerksschachtakkus möglich. Zwar hat ein Windows-8-Notebook den Vorteil, klassische Desktopprogramme auszuführen, wer unterwegs nur Powerpoint oder Word nutzen will, findet mit dem Vivo Tab RT aber einen konkurrenzlos leichten Dauerläufer.
Fazit und Verfügbarkeit von Asus' Vivo Tab RT
Asus' RT-Tablet ist als eines der ersten Geräte bereits im Handel verfügbar. Unser Gerät mit dem Dock kostet fast 830 Euro. Ohne Tastaturdock und mit sonst gleicher Ausstattung kostet es 700 Euro. Eine Variante ohne 3G-Modem sollte es für rund 100 Euro weniger geben.
Fazit
Asus' Windows-RT-Tablet ist ein gutes Angebot für den Einstieg in die Windows-RT-Welt. Es ist nicht nur ein extrem leichtes Tablet mit langer Laufzeit, sondern bietet noch das praktische Tastaturdock mit Touchpad, was die Einarbeitung in Windows RT erleichtert. Der Nutzer kann sich langsam an RT gewöhnen und, wenn etwas stört, einfach zur gewohnten Tastatur mit dem Touchpad greifen. Dass unser Tablet im Akkudock so wackelt, wundert uns. Normalerweise haben Asus-Docks weniger Spiel. Zudem hoffen wir, dass die gelegentlichen Abstürze beim Abdocken durch ein Update in naher Zukunft beseitigt werden.
Die Ausstattung des teuren Tablets ist weitgehend gut. Insbesondere mit dem 3G-Modem. Leider hat sich Asus für Single-Band-WLAN entschieden, was bei der Preisklasse enttäuscht. Dafür ist der Speicher mit 64 GByte großzügig ausgestattet. Diese 64 GByte sind jedoch notwendig, weil Windows RT für ein Mobilbetriebssystem eine enorme Speicherbelegung erfordert. Wir würden von Windows-RT-Tablets mit 32 GByte grundsätzlich abraten, da wir befürchten, dass weniger als die Hälfte des Speichers genutzt werden kann. Was bei der Kostenrechnung berücksichtigt werden sollte: Office 2013 gibt es kostenlos dazu, auch wenn es sich nur um das Äquivalent zu Home & Student 2013 mit Einschränkungen handelt. Outlook oder Access fehlen unter Windows RT, was in manchen Firmenszenarien vermisst werden dürfte.
Gerade für Firmen ist das enorm konfigurierbare RT-Tablet eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Tablets. Der Nutzer kann Gruppenrichtlinien bearbeiten, die Kommandozeile verwenden, die gesamte Computerverwaltung nutzen, User Account Control hochsetzen, Zugriffsrechte einschränken und - wichtig - unterschiedliche Nutzer mit unterschiedlichen Rechten einrichten. Was sich unter Windows ohnehin empfiehlt, lässt sich mit Windows RT ebenfalls machen. Der Nutzer surft mit Standardrechten und greift nur bei Bedarf auf hohe Systemrechte zu.
Es gibt allerdings ein paar Eigenarten, die der erfahrene Windows-Nutzer etwas irritiert wahrnehmen wird. In der Computerverwaltung gibt es bei den Freigaben beispielsweise eine Fehlermeldung wegen nicht gestarteten Serverdienstes. Das Problem kann der Nutzer mit genug Kenntnissen gut umgehen.
Für den Heimanwender ist Windows RT eine sehr interessante Alternative zum iPad und Android-Tablets. Gerade Nutzer, die zu Hause einen Windows-Desktop und unterwegs ein Windows-Notebook verwenden, haben viele Gründe, zu einem RT-Tablet zu greifen. Die Umgebung erlaubt die gewohnte Bedienung, es gibt viele Office-Programme, im Netzwerk ist das Tablet in Teilen kompatibel mit dem, was Microsoft anbietet, und schließlich gibt es noch die Windows-8-Apps, die unter Windows RT meist funktionieren. Wir empfehlen definitiv eine Maus und eine Tastatur zum Arbeiten, da Windows RT im Desktop zu wenige Touch-Anpassungen hat. Dann fühlt sich Windows RT genauso wie ein Windows 8 an. Meist ist der ARM-Prozessor auch ausreichend schnell. Gerade durch das Tastaturdock ist Asus' Vivo Tab RT eine gute Option für Anwender, die vielleicht Schwierigkeiten haben, sich an die neue Bedienungsphilosophie zu gewöhnen und durch die unterschiedlichen Bedienungskonzepte durcheinanderkommen. So bietet das Vivo Tab RT einen sanften Übergang zwischen neuer und alter Windows-Welt.
Bleibt noch die Beurteilung von Windows RT im Allgemeinen. Unsere kritische Einstellung zu Windows 8 auf dem Desktop oder Notebook in unserem Test ändert sich kaum. Gerade auf alten Geräten stört die neue Oberfläche. Wer aber mit einem Windows-RT-Tablet liebäugelt, findet einen guten Grund, vielleicht doch den Desktop oder das Notebook auf Windows 8 umzustellen.
Die neue Windows-Welt samt Kacheln sehen wir auf Tablets anders. Hier ergibt die ganze Umstellung auf die Kacheloberfläche viel Sinn. Microsoft bietet mit Windows RT nun ein Tabletsystem mit einer enormen Konfigurierbarkeit, die darüber hinwegsehen lässt, dass Windows RT auf dem Desktop nicht touchfreundlich ist. Natürlich bleibt der Nachteil fehlender Windows-Anwendungen. Die können leider nicht einfach installiert werden. Die Plattform steht am Anfang und die App-Auswahl ist im Vergleich zur Konkurrenz gering.
Hier müssen Erstkäufer darauf hoffen, dass die App-Entwickler möglichst schnell ARM-kompatible Apps kreieren und auch anspruchsvolle Anwendungen entwickeln, die mit Windows-Desktop-Anwendungen mithalten können. Nach derzeitigem Stand will Microsoft Windows RT leider nicht so weit öffnen, dass Entwickler auch Desktopanwendungen schreiben können, was die Nutzbarkeit eines RT-Tablets als Ersatz für ein Notebook einschränkt.



