Asus und MSI: Die ersten Thunderbolt-Mainboards sind fertig
Insgesamt drei Mainboards mit Thunderbolt-Schnittstelle (vormals Intel Light Peak) haben Asus und MSI vorgestellt. Thunderbolt war bisher nur auf Mac-Systemen nutzbar. Nach vorsichtigen Ankündigungen im Windows-Notebook-Bereich im Januar 2012 folgen nun die ersten Desktop-Mainboards. Sie arbeiten mit Intels Thunderbolt-Adapter mit der Modellnummer DSL3310, der früher unter dem Codenamen "Cactus Ridge" bekannt war. Der Chip ist über 4 PCIe-Lanes an die CPU angebunden.
In zwei Versionen bietet Asus sein P8Z77-V an, das es auch ohne Thunderbolt gibt. Trägt es den Namenszusatz "Pro/Thunderbolt" oder "Premium", ist es mit der Schnittstelle ausgestattet. Das schon länger verfügbare "P8Z77-V Pro" besitzt den Port nicht. Hier besteht bei den sonst ähnlichen Mainboards mit Z77-Chipsatz also Verwechslungsgefahr.
Eine Besonderheit des P8Z77-Premium ist eine auf dem Board angebrachte SSD im mSata-Format mit 32 GByte Kapazität. Damit lassen sich die Intel-Techniken Rapid Start und Smart Response auch auf einem Desktopsystem so wie bei einem Ultrabook nutzen. Smart Response dient dabei zum SSD-Caching und Rapid Start für schnelles Aufwachen aus dem Ruhezustand. Asus hat für beide Funktionen eigene Installationsprogramme geschrieben, welche den Vorgang deutlich schneller erledigen sollen als mit den Treibern und Tools von Intel. SSD-Caching mit separaten 2,5-Zoll-SSDs beherrscht das Mainboard auch, dabei können bis zu drei SSDs dafür verwendet werden.
Teure Thunderbolt-Mainboards
MSI hat mit dem Z77A-GD80 ebenfalls eine Thunderbolt-Platine mit Z77-Chipsatz vorgestellt. Es gibt also auch hier USB 3.0 direkt vom Chipsatz. Zudem bietet das Board drei PCIe-x16-Steckplätze und vier x1-Plätze der Version 3.0. Das uns vorliegende Datenblatt ist in dem Bereich etwas dürftig, so dass die Lane-Verteilungskombinationen nicht bekannt sind. Bei Asus können die beiden PCIe-3.0-Slots mit zweimal 8 Lanes oder einmal 16 Lanes betrieben werden. Der dritte PCIe-x16-Slot beherrscht nur PCIe 2.0 mit x4-Modus.
Mit Ausnahme von dem ROG-Mainboard unterstützen alle neuen Platinen Intels Core-i-Prozessor der dritten Generation, auch bekannt als Ivy Bridge. Zahlreiche Anschlüsse für SATA-Festplatten (3 und 6 GBit/s) sowie USB 2.0 sind bei allen Produkten selbstverständlich. MSI bietet als Besonderheit noch IEEE1394 alias Firewire an. Allerdings nicht als direkten Anschluss an der Blende, sondern über einen Pfostenstecker, der herausgeführt werden muss.
Bei MSI ist der Auslieferungszustand schon recht weit, und auch ein PDF-Datenblatt liegt vor(öffnet im neuen Fenster) . Die ersten Händler listen es bereits und können innerhalb der nächsten Tage ausliefern. Es kostet rund 250 Euro. Bei Asus sind die Preise teils noch nicht bekannt. Sehr teuer wird das Premium-Modell mit der integrierten SSD. Erste Listungen in Preisvergleichen nennen um die 400 Euro.
Allen Thunderbolt-Lösungen für den Windows-PC ist bisher gemein, dass Hot-Plugging noch nicht zuverlässig unterstützt wird. Microsoft will das in den kommenden Monaten durch neue Treiber ändern. Bisher verhalten sich die Thunderbolt-Adapter wie herkömmliche PCI-Express-Geräte, und dafür ist in Windows bisher kein An- und Abstecken im laufenden Betrieb vorgesehen.
Nachtrag vom 21. Mai 2012, 16 Uhr
In einer früheren Version dieses Artikels war auch das Mainboard Asus Rampage III Black Edition genannt worden. Dieses inzwischen nicht mehr lieferbare Mainboard mit dem 2008 erschienenen X58-Chipsatz hat keine Thunderbolt-Schnittstelle. Vielmehr hat Asus, wie noch auf der Produktseite(öffnet im neuen Fenster) zu sehen ist, damals den Namen "ThunderBolt" für eine Kombikarte mit Audio- und Netzwerkfunktionen verwandt. Thunderbolt als Name für die externe PCIe-Anbindung in Verbindung mit Displayport ist erst seit Februar 2011 eine Marke von Intel .
- Anzeige Hier geht es zum Asus ROG Ally bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.