Asus PG248Q im Test: 180 Hertz erkannt, 180 Hertz gebannt

Der ROG Swift PG248Q ist der erste Gaming-Monitor von Asus, der Spielern auf Wunsch und bei voller Herstellergarantie 180 Vollbilder pro Sekunde vor die Augen setzt. Damit stellt der PG248Q dreimal so viele Bilder wie herkömmliche 60-Hertz-Monitore dar. Das bedeutet, alle 5,6 Millisekunden wird ein neues Bild gezeigt.

Asus richtet sich mit dem PG248Q eindeutig an kompetitive Spieler. Laut Herstellerangaben wurde die Bildschirmgröße von 24 Zoll gewählt, da die meisten Profispieler ihren Kopf nicht bewegen wollen, um das komplette Bild im Blick zu behalten.
Die Auflösung des verbauten TN-Panels liegt bei Full-HD. Auch das überrascht nur wenig, denn - anders als 1440p oder 2160p - sorgt natives 1080p dafür, dass Spieler mit ihren PCs auch auf entsprechend hohe Bildraten von bis zu 180 Bildern pro Sekunde kommen können.
Bildqualität bei 144 und 180 Hertz
Der PG248Q erzielt in Sachen Bildqualität insgesamt zu erwartende Werte - entsprechend seinem TN-Panel. Es gibt keine negativen Überraschungen abseits einer verringerten Bildqualität, sofern die 180-Hertz-Übertaktung aktiv ist. Das Bild erscheint dann deutlich kontrastärmer, die Farben wirken ausgewaschen. Bei dunklen Szenen werden Lichthöfe bei der Ausleuchtung sichtbar. Optional sind auch 160 und respektive 170 Hertz über den Monitor einstellbar. Die Lichtflecken sind dann weniger stark ausgeprägt.







Der PG248Q ist ziemlich ergonomisch. Er hat einen Neigungswinkel von 25 Grad und lässt sich zu je 60 Grad schwenken. Eine Pivot-Funktion gibt es ebenso und höhenverstellbar ist der Monitor auch, was dabei hilft, immer den optimalen Blickwinkel für das TN-Panel zu finden.
In völlig abgedunkelten Räumen oder bei Nacht schont ein Blaulichtfilter (fünf Stufen) die Augen. Absolut schwarze Bilder sind bei unserem Testmuster uniform ausgeleuchtet, der Schwarzwert kann aber bedingt durch die Panel-Technologie in keiner Einstellung mit einem IPS- oder VA-Monitor konkurrieren.
Praxistest und viele Einstellungen
Es gibt sechs Voreinstellungen für die Bildeinstellungen im Bildschirmmenü: Landschaft, Rennspiel, Kino, RTS/RPG, FPS und sRGB. Die meisten Voreinstellungen sind nutzlos und verschlechtern die Bildqualität eher, als dass sie sie verbessern. So können wir im sRGB-Modus beispielsweise die Helligkeit nicht manuell regulieren und im RTS/RPG-Modus sind Schärfe und Farbintensität deutlich zu hoch.
Im folgenden Video haben wir festgehalten, welche Einstellungen wir für die Spiele Witcher 3, Rocket League, Counter-Strike GO und Dead Space gewählt haben, um das jeweils optimale Ergebnis zu erhalten.

Wir nutzen insgesamt nur zwei Profile regelmäßig. Im Rennspielmodus lassen sich die meisten Variablen einstellen, weswegen wir diesen Modus mit einem i1-Profiler durch ein ICC-Profil kalibriert haben. So ergibt sich auch der bestmögliche Schwarzwert für eher atmosphärische Spiele wie The Witcher 3 oder Dead Space.
Dieses Profil nutzen wir auch im ULMB-Modus (Ultra Low Motion Blue) auf 120 Hertz für Rocket League. Wie bei der Konkurrenz auch können G-Sync und ULMB nicht gleichzeitig aktiv sein. Das Anti-Motion-Blur-System funktioniert außerdem nur bis 120 Hertz und verdunkelt das Bild sichtlich. Das lässt sich allerdings durch die hohe maximale Helligkeit des Monitors von knapp 300 cd/m² (kalibriert) gut ausgleichen. Das Gleiche gilt im 3D-Vision-Modus, der ausreichend hell umgesetzt wird.







Für kompetitive Onlineshooter wie Counter-Strike Go, Quake Live oder Overwatch nutzen wir dagegen den FPS-Modus, um den Gaming-Monitor auch als das Werkzeug zu benutzen, als das er konzipiert wurde: um Feinde leichter und schneller zu sichten sowie den Motion-Blur zu reduzieren.
Das Umstellen zwischen den Profilen, das Deaktivieren und Aktivieren von G-Sync, eine optionale Bildratenbegrenzung über Nvidia Inspector sowie das Umstellen der Hertz-Zahl auf 120 für den ULMB-Modus nehmen jeweils Zeit in Anspruch und können auf Dauer etwas nerven.
Gewohnt gute Verarbeitung
Aussehen und Haptik des PG248Q überraschen nicht, sie gleichen denen der meisten anderen Modelle aus der Republic-of-Gamers-Modellreihe von Asus. Ein mattes Plastikgehäuse mit massivem Standfuß samt roter runder (abschaltbarer) LED umschließt das TN-Panel. An der rechten Rückseite befindet sich der bekannte Minijoystick, um im Bildschirmmenü zu navigieren.







Während der Joystick zu den besseren Eingabemethoden an Monitoren zählt, finden wir die Knöpfe darunter zur Schnellwahl des Displaymodus oder den Ein-Aus-Schalter wenig individuell, wodurch es schnell mal zu Verwechslungen kommt. Immerhin: Wer den Monitor versehentlich ausschaltet, kann ihn auch blitzschnell wieder einschalten. Das Bild erscheint sofort.
Angesteuert wird der Monitor wahlweise über HDMI 1.4 oder Displayport 1.2. Nur über den Displayport-Anschluss kommen die hohen Bildraten und auch G-Sync an den Monitor. Die G-Sync-Spanne liegt dabei bei beeindruckenden 30 bis 180 Hertz.
Lautsprecher sind nicht verbaut. Der Monitor gibt über eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse an der Rückseite aber auch Ton aus.
Als Netzteil dient eine externe, kleine Box, die auch im Standby-Betrieb mit 11,2 Watt noch überraschend viel Strom zieht. Erst nach gut 10 Minuten sinkt der Verbrauch weiter auf einen normalen Wert. Sehr schön: Spulenfiepen oder andere Geräusche gibt unser Testmuster nicht von sich. Es arbeitet lautlos.
Verfügbarkeit und Fazit
Der Asus ROG Swift PG248Q ist für 500 Euro erhältlich. Im Lieferumfang befinden sich eine Treiber-CD, Stromkabel, Netzteil, Display-Port- sowie HDMI-Kabel und ein USB-Kabel für den USB-Hub am Monitor.







Fazit
Spieler, die sichergehen wollen, dass ihr nächster Bildschirmtod in Counter-Strike GO auch wirklich den Fähigkeiten ihres Gegners und nicht dessen überlegenem Bildschirm geschuldet ist, sollten den PG248Q-Monitor von Asus in Betracht ziehen.
Im Test haben wir immer bemerkt, wenn der 180-Hz-Modus am Monitor aktiv war, in dem richtig gute Spieler ihren Gegner noch eine gute Millisekunde schneller sehen können als bei den üblichen 144 Hz. Gerne würden wir behaupten, dass das auch für uns gilt. Aber wir haben den Modus eher an der sichtbar schlechteren Bildqualität erkannt. Die Farben wirken ausgewaschener, das Bild kontrastarm. Deutlich mehr Artefakte bei Videos oder Farbverläufen kommen ebenfalls zum Vorschein.
Dadurch wird das Alleinstellungsmerkmal des Monitors mehr zu einem Werkzeug, das ausschließlich in kompetitiven Mehrspielerpartien Sinn ergibt. Für den täglichen Gebrauch ist es nicht nützlich. Das bedeutet, dass ambitionierte Spieler den 180-Hertz-Modus jedes Mal manuell starten, wenn sie Lust aufs Onlinegaming haben.
Zugegeben: Das Experimentieren mit Ultra Low Motion Blur, G-Sync und maximalen Bildraten und auch das Spielen machen mit dem Monitor jede Menge Spaß. Und hier werden alle Optionen geboten. Das TN-Panel lässt sich zudem wenigstens im Rennmodus auf akzeptable Werte kalibrieren, so dass im Alltag nur der panelbedingte schlechte Schwarzwert und die hohe Blickwinkelabhängigkeit stören. Dass das gute Gefühl, so viele Bilder wie aktuell möglich vor der Nase zu haben, den Preis von 500 Euro wert ist, bezweifeln wir dennoch. Vielleicht wäre das teure G-Sync-Modul für den primären Einsatzzweck dieses Monitors gar nicht nötig gewesen.



