Abo
  • Services:

Astrophysik: Ferne Galaxie schickt grelle Blitze zur Erde

Mal eben nicht aufgepasst, Radioblitz verpasst. Solche Signale aus dem All sind zwar hell, aber nur sehr kurz. Forscher wollen nun einen Ursprungsort gefunden haben.

Artikel von Alina Schadwinkel/Zeit Online veröffentlicht am
Künstlerische Darstellung eines Fast Radio Burst: ausgesandt, als es auf der Erde nur Einzeller gab
Künstlerische Darstellung eines Fast Radio Burst: ausgesandt, als es auf der Erde nur Einzeller gab (Bild: Jingchuan Yu, Beijing Planetarium)

Kurz blitzt es am Himmel auf. Hell. Intensiv. Dann ist es vorbei, das rätselhafte Signal aus dem All ist verschwunden. Was es war, können Astronomen benennen: Ein schneller Radioblitz oder auch Fast Radio Burst (FRB). Was bleibt sind Fragen, die Astronomen seit zehn Jahren umtreiben. Wie ist der Blitz entstanden? Wann folgt der nächste? Und woher kommt er überhaupt?

Inhalt:
  1. Astrophysik: Ferne Galaxie schickt grelle Blitze zur Erde
  2. Stammt das Signal von Außerirdischen?

Erstmals ist es einem internationalen Forscherteam nun gelungen, den Ursprungsort eines Radioblitzes zu lokalisieren (Chatterjee et al., 2017). Im Magazin Nature sowie auf der derzeit stattfindenden Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Texas haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse vorgestellt. Demnach stammt FRB 121102 aus einer Galaxie, die mehrere Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt liegt.

Selten gemessen, meistens mysteriös

"Radioblitze oder auch Fast Radio Bursts sind eine erst kürzlich identifizierte und bis jetzt noch unerklärliche Klasse von vorübergehenden Phänomenen", sagt Klaus Dolag vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching. Gerade mal 17 dieser Blitze haben Astronomen seit ihrer Entdeckung im Jahr 2006 aufgespürt (Nature: Scholz et al., 2016). So war trotz vieler Bemühungen bislang nur wenig über die Sonderlinge des Universums bekannt:

  • Charakteristisch ist ein sehr greller Impuls von Radiostrahlung mit einer Energie von Hunderten Millionen Sonnen. Er ist sehr kurz und dauert zirka eine Tausendstelsekunde.
  • Weil er so hell ist, müssen die auslösenden Ereignisse für einen FRB extrem energetisch sein.
  • Die Ursprünge der Blitze müssen sehr weit entfernt liegen, außerhalb unserer Galaxie. Vorherige Untersuchungen deuteten bereits darauf hin (Nature: Keane et al., 2016), waren aber auch umstritten (Williams & Berger, 2016).

Stellenmarkt
  1. FLOCERT GmbH, Bonn
  2. ING-DiBa AG, Frankfurt

Der letzte Punkt ist jetzt durch die Untersuchungen des Blitzes FRB 121102 bestätigt.

FRB 121102 ist gewissermaßen der Sonderling unter den Sonderlingen. "Bis heute ließ er sich als einziger Radioblitz wiederholt messen", sagt David Champion vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Wenn auch nur gelegentlich, wie Champion erklärt: "Er scheint für einige Wochen aktiv zu sein, um dann mehrere Monate still zu werden." Dieses Verhalten zu verstehen, würde wahrscheinlich dabei helfen, die Ursache des Blitzes zu finden, sagt Champion. Er untersucht selbst Radioquellen, hat aber nicht an der aktuellen Studie mitgewirkt.

2012 hatten Forscher FRB 121102 erstmals entdeckt, 2014 erneut. Also starrten die Astronomen um Studienautor Shami Chatterjee mit ihren Instrumenten am Very-Large-Array-Observatorium in New Mexico für 83 Stunden auf jenen Teil des Himmels, in dem die Kollegen ihn beobachtet hatten. Mit Erfolg: Neunmal zeichneten die Forscher das Blitzen auf, 27 zusammengeschaltete Radioantennen haben es möglich gemacht. Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass der FRB wirklich weit entfernt entstand: in einer Zwerggalaxie mit einer schwachen, zugleich dauerhaft leuchtenden Radioquelle fernab unserer Galaxie.

Mehr als drei Milliarden Lichtjahre habe der FRB zurückgelegt, bis er auf der Erde ankam, schreiben die Autoren. Das entspricht ungefähr 6.000 Milliarden Mal der Strecke zwischen Erde und Neptun, dem äußersten Planeten unseres Sonnensystems. "Wirklich gute Vergleich für diese Distanz gibt es daher nicht", sagt Champion. Aber bedenke man, dass ein Lichtjahr die Strecke ist, die Licht in einem Jahr zurücklegt, ließe sich sagen: "Als sich der FRB auf den Weg machte, gab es auf der Erde Leben nur in Form von Einzellern."

Stammt das Signal von Außerirdischen? 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 32,99€
  2. 18,49€
  3. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 26.02.)
  4. 29,95€

Anonymer Nutzer 06. Jan 2017

ping -c 3 earth.solarsystem.mlkyway PING earth.solarsystem.mlkyway 56(84) bytes of data...

der_wahre_hannes 05. Jan 2017

TOGTFO? Würde ja nur zeigen, dass die Aliens keinen Deut besser als wir wären. Von einer...

Komischer_Phreak 05. Jan 2017

Wenn Aliens auf dem Wege kommunizieren, so ist das, wie mir scheint, eine blöde Methode...

RicoBrassers 05. Jan 2017

Das verleiht dem Wort "Fernseher" eine komplett neue Bedeutung. :D Das Bild landet 6...

HolmHansen 05. Jan 2017

Interessanter Artikel, nur diese Überschrift finde ich schade. Dies suggeriert es wäre an...


Folgen Sie uns
       


Nike Adapt BB ausprobiert

Nikes neue Basketballschuhe Adapt BB schnüren sich automatisch zu, was in unserem Praxistest sehr gut funktioniert.

Nike Adapt BB ausprobiert Video aufrufen
Uploadfilter: Der Generalangriff auf das Web 2.0
Uploadfilter
Der Generalangriff auf das Web 2.0

Die EU-Urheberrechtsreform könnte Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten stark behindern. Die Verfechter von Uploadfiltern zeigen dabei ein Verständnis des Netzes, das mit der Realität wenig zu tun hat. Statt Lizenzen könnte es einen anderen Ausweg geben.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Pauschallizenzen CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern
  2. Uploadfilter Fast 5 Millionen Unterschriften gegen Urheberrechtsreform
  3. Uploadfilter EU-Kommission bezeichnet Reformkritiker als "Mob"

Einfuhrsteuern: Wie teuer wird ein Raspberry Pi beim harten Brexit?
Einfuhrsteuern
Wie teuer wird ein Raspberry Pi beim harten Brexit?

Bei einem No-Deal-Brexit könnten viele britische Produkte teurer und schwerer lieferbar werden - auch der populäre Bastelrechner Raspberry Pi. Mit genauen Prognosen tun sich deutsche Elektronikhändler derzeit schwer, doch decken sie sich schon vorsorglich mit den Komponenten ein.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. UK und Gibraltar EU-Domains durch Brexit doch wieder in Gefahr

Sechs Airpods-Konkurrenten im Test: Apple hat nicht die Längsten
Sechs Airpods-Konkurrenten im Test
Apple hat nicht die Längsten

Nach dem Klangsieger und dem Bedienungssieger haben wir im dritten Test den kabellosen Bluetooth-Hörstöpsel mit der weitaus besten Akkulaufzeit gefunden. Etwas war aber wieder nicht dabei: die perfekten True Wireless In-Ears.
Ein Test von Ingo Pakalski


      •  /