• IT-Karriere:
  • Services:

Astronomie: Wenn die Sterne wackeln

Weltraumteleskope entdecken immer weiter entfernte Planeten. Ob diese lebensfreundlich sind, können Forscher nur schätzen - anhand von Bewegungen und Licht. Für eindeutige Beweise reicht das nicht.

Artikel veröffentlicht am , Florian Freistetter/Scienceblog
Eine Zeichnung vom Doppelsternsystem Kepler-47, das von zwei Exoplaneten umrundet wird.
Eine Zeichnung vom Doppelsternsystem Kepler-47, das von zwei Exoplaneten umrundet wird. (Bild: T. Pyle/Nasa/JPL-Caltech)

Astronomen haben es nicht leicht. Im Gegensatz zu anderen Wissenschaftlern können sie ihre Untersuchungsobjekte nur ansehen. Man kann die Sterne und Planeten nicht im Labor unter dem Mikroskop untersuchen, man kann sie nicht sezieren, nicht in einem Reagenzglas auflösen oder auf eine Waage legen. Alles, was den Astronomen bleibt, ist das Licht der Sterne, das zur Erde gelangt. Aus diesen wenigen Photonen müssen sie all das ableiten, was sie über das Universum wissen wollen. Und erstaunlicherweise funktioniert das ziemlich gut, selbst dann, wenn die Objekte, an denen man interessiert ist, gar kein eigenes Licht erzeugen. Zum Beispiel Planeten.

Inhalt:
  1. Astronomie: Wenn die Sterne wackeln
  2. Wenn Planeten wackeln
  3. Wichtige Informationen fehlen

Die Astronomen haben zurzeit knapp 1.000 Planeten, die um fremde Sterne kreisen, einwandfrei identifiziert. Bei der Entdeckung dieser extrasolaren Planeten wurde aber nur eine Handvoll davon tatsächlich im Teleskop direkt gesehen. Die Mehrheit der Planeten wurde indirekt gefunden. Etwas anderes blieb den Astronomen auch nicht übrig, denn verglichen mit den Sternen sind die Planeten winzig. Sie geben selbst kein Licht ab und das bisschen Licht, das sie reflektieren, wird vom viel helleren Stern überstrahlt. Und bei den riesigen Distanzen im All besteht nur in ganz wenigen Ausnahmefällen die Möglichkeit, einen Exoplaneten direkt zu sehen.

Radialgeschwindigkeitsmethode

Die indirekten Methoden verraten aber auch einiges über die Eigenschaften eines Planeten. Vor allem zwei Methoden werden bei der Suche nach extrasolaren Planeten eingesetzt. Die eine heißt Radialgeschwindigkeitsmethode und nutzt die Tatsache, dass ein Stern immer auch ein klein wenig von seinen Planeten beeinflusst wird. Denn es wirkt nicht nur eine Gravitationskraft vom Stern auf den Planeten, sondern auch umgekehrt vom Planeten auf den Stern. Da der Planet eine viel geringere Masse hat, ist dieser Effekt natürlich viel kleiner. Aber er ist vorhanden und lässt sich messen. Die Gravitationskraft des Planeten bringt den Stern ein klein wenig zum Wackeln, und von der Erde aus gesehen scheint er in regelmäßigen Abständen ein winziges Stückchen auf uns zuzukommen und sich dann wieder zu entfernen.

Je mehr Masse der Planet hat und je näher er seinem Stern ist, desto stärker ist der Effekt. Die Beobachtung des Wackelns kann den Astronomen also verraten, wie schwer der Planet ist und ob er sich auf einem engen oder weiten Orbit befindet. Man kann sogar herausfinden, ob die Bahn des Planeten kreisförmig oder oval ist. Das zweite Keplersche Gesetz der Planetenbewegung besagt, dass sich ein Planet umso schneller bewegt, je näher er dem Stern auf seiner Bahn kommt. Ist die Bahn kreisförmig, dann ist er immer gleich weit vom Stern entfernt. Also ist auch die Gravitationskraft, die er auf den Stern ausübt, immer gleich groß. Ist die Bahn allerdings oval, dann ist er dem Stern mal näher, mal ist er weiter entfernt. Der Planet beeinflusst den Stern also zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich stark und der Stern wackelt mal schneller und mal langsamer.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Wenn Planeten wackeln 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. Jabra Elite 75t TWS WLC Bluetooth-In-Ears zu gewinnen
  2. HP U27 27-Zoll-4K-Monitor zu gewinnen
  3. (u. a. Palit GeForce RTX 3060 Ti Dual OC für 579€, GIGABYTE GeForce RTX 3070 Vision OC 8G für...
  4. (u. a. ZOTAC GAMING GeForce RTX 3060 Ti Twin Edge OC 8GB für 519€)

razer 03. Mai 2013

+1

Cöcönut 03. Mai 2013

Ja, dass die Theorien falsch sind ist ja aufgrund der vielen "Ausnahmen" offensichtlich...


Folgen Sie uns
       


Immortals Fenyx Rising - Fazit

Im Video zeigt Golem.de das Actionspiel Immortals Fenyx Rising.

Immortals Fenyx Rising - Fazit Video aufrufen
Gemanagte Netzwerke: Was eine Quasi-Virtualisierung von WANs und LANs bringt
Gemanagte Netzwerke
Was eine Quasi-Virtualisierung von WANs und LANs bringt

Cloud Managed LAN, Managed WAN Optimization, SD-WAN oder SD-LAN versprechen mehr Durchsatz, mehr Ausfallsicherheit oder weniger Datenstau.
Von Boris Mayer


    Made in USA: Deutsche Huawei-Gegner schweigen zu Juniper-Hintertüren
    Made in USA
    Deutsche Huawei-Gegner schweigen zu Juniper-Hintertüren

    Zu unbequemen Fragen schweigen die Transatlantiker Manuel Höferlin, Falko Mohrs, Metin Hakverdi, Norbert Röttgen und Friedrich Merz. Das wirkt unredlich.
    Eine Recherche von Achim Sawall

    1. Sandworm Hacker nutzen alte Exim-Sicherheitslücke aus

    Macbook Air mit Apple Silicon im Test: Das beste Macbook braucht kein Intel
    Macbook Air mit Apple Silicon im Test
    Das beste Macbook braucht kein Intel

    Was passiert, wenn Apple ein altbewährtes Chassis mit einem extrem potenten ARM-Chip verbindet? Es entsteht eines der besten Notebooks.
    Ein Test von Oliver Nickel

    1. Apple Macbook Air (2020) im Test Weg mit der defekten Tastatur!
    2. Retina-Display Fleckige Bildschirme auch bei einigen Macbook Air
    3. iFixit Teardown Neue Tastatur macht das Macbook Air dicker

      •  /