Astronomie: Vorbeifliegende Satelliten stören Hubble-Aufnahmen

Hubble liefert für die Fachwelt wertvolle Daten und für die Öffentlichkeit spannende Bilder . Dabei hat es das Teleskop gar nicht so leicht. Denn vor dem Sichtfeld des Teleskops fliegen immer wieder Scharen von Satelliten hinweg. Sie hinterlassen Spuren auf den Weltraumbildern, was die Arbeit von Forschern erschwert. Zudem steige die Anzahl der Spuren deutlich an, sagte David Stark(öffnet im neuen Fenster) auf der American Astronomical Society Konferenz(öffnet im neuen Fenster) in Albuquerque (New Mexico, USA).
Stark arbeitet am Space Telescope Science Institute in Baltimore. Um die Störfaktoren rauszufiltern, haben er und sein Team eine Software namens Median Radon Transform(öffnet im neuen Fenster) entwickelt. Sie ist beim Aufspüren solcher Störungen fünf- bis zehnmal empfindlicher als frühere Programme. Die neue Software kann diese Spuren auch vorübergehend ausblenden.
Bodenteleskope sind stärker von Satellitenspuren betroffen
"Sie eignet sich besonders zum Aufspüren von Satellitenspuren, die mit bloßem Auge übersehen werden können" , erklärt Stark. Bei Mehrfachbelichtungen desselben Feldes können Astronomen zusätzliche Software-Tools verwenden, um die Linie vollständig aus dem endgültigen, kombinierten Bild zu entfernen. Dann stellt das Bild den Himmel so dar, als ob kein Satellit zum Zeitpunkt der Aufnahme vorbeigeflogen wäre.
Die Software ist für das Hubble-Teleskop konzipiert worden, Teleskope auf der Erdoberfläche können davon nicht profitieren. Dabei sind optische Bodenteleskope mit Weitwinkelaufnahmen - die oft nicht mehrfach belichtet werden - weitaus stärker von den Störungen betroffen als das Weltraumteleskop.
Störsignale steigen an
Ein weiteres Problem ist die Zunahme von Satelliten. In den Hubble-Daten von 2002 fand das Team alle drei bis vier Stunden Spuren von Satellitenstreifen. Damit waren damals fünf Prozent alle aufgenommenen Bilder betroffen. Im Jahr 2022 waren es bereits zehn Prozent; alle ein bis zwei Stunden wurden solche Spuren fotografiert. Es sei zu erwarten, dass es künftig noch mehr Streifen auf den Bildern geben wird, sagte Sandor Kruk zu Wired.
Kruk ist Astronom am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in München und Hauptautor einer kürzlich veröffentlichen Studie(öffnet im neuen Fenster) . Dort wurde der Unterschied zwischen Menschen und dem Einsatz von maschinellem Lernen bei der Spurensuche untersucht. Die Forscher konnten beobachten, dass seit 2018 - seitdem es die Mega-Satelliten-Konstellationen wie Starlink gibt - die Störungen in den Aufnahmen rapide zunahmen.



