Astronomie: Supererde in 20 Lichtjahren Entfernung entdeckt

Eine internationale Forschungsgruppe(öffnet im neuen Fenster) hat den roten Zwergstern GJ 251 in einer Entfernung von 18,2 Lichtjahren unter Augenschein genommen. Dieser befindet sich im Sternbild Zwilling (Gemini). Nach etlichen Beobachtungen, die sich über 20 Jahre erstreckten, wurde der Exoplanet GJ 251 c in dem System entdeckt.
Dabei soll es sich um eine Supererde in der Nähe der bewohnbaren (habitablen) Zone des Sternensystems handeln. In dieser Zone herrschen die richtigen Bedingungen, damit flüssiges Wasser auf der Oberfläche eines Planeten mit einer geeigneten Atmosphäre existieren kann.
GJ 251 c hat vielleicht keine Atmosphäre
Jedoch ist unklar, ob GJ 251 c überhaupt eine Atmosphäre besitzt. Die nächste Generation von Teleskopen der 30-Meter-Klasse könnte die Atmosphäre des Planeten mithilfe einer Methode zur Suche nach Licht, das von seiner Oberfläche oder Atmosphäre reflektiert wird, nachweisen.
Um GJ 251c vollständig zu charakterisieren, wird wahrscheinlich das Habitable Worlds Observatory erforderlich sein – ein geplantes riesiges Weltraumteleskop, dessen Start für die 2040er-Jahre vorgesehen ist.
Die bisherigen Beobachtungen zeigen, dass der Planet eine viermal größere Masse als unsere Erde haben soll. Wahrscheinlich handelt es sich auch um einen Gesteinsplaneten.
Die schrittweise Entdeckung von GJ 251 c
Bei der Suche nach leichter Bewegung oder Schwankung im Licht des Muttersterns GJ 251 durchforstete das Team zunächst eine riesige Datensammlung, die von verschiedenen Teleskopen auf der ganzen Welt in den vergangenen 20 Jahren gesammelt worden war. Diese Schwankung besteht aus winzigen Doppler-Verschiebungen im Licht des Sterns, die durch die Schwerkraft eines umkreisenden Planeten verursacht werden.
Zunächst fokussierte sich das Team auf den bereits bekannten Exoplaneten GJ 251 b, der seinen Stern innerhalb von 14 Tagen in einer Entfernung von 12,2 Millionen Kilometern umkreist. Doch dann stießen sie auf ein Signal, das stärker war und auf einen anderen Planeten hinwies.
"Um die Störungen durch die Sternaktivität zu minimieren, waren nicht nur modernste Instrumente und Zugang zu Teleskopen erforderlich, sondern auch die Anpassung der datenwissenschaftlichen Methoden an die spezifischen Anforderungen dieses Sterns und der Kombination von Instrumenten" , teilte Eric Ford vom Institut für Computer- und Datenwissenschaften (ICDS) der Penn State University mit(öffnet im neuen Fenster) .
Entdeckt wurde der neue Exoplanet schließlich mithilfe von Daten des Habitable Zone Planet Finder (HPF) des Hobby-Eberly-Teleskops des McDonald-Observatoriums im US-Bundesstaat Texas. Dabei handelt es sich um einen hochpräzisen Nahinfrarotspektrografen, ein komplexes Prisma, das Signale aus dem Sternenlicht aufspaltet.
GJ 251 c: Vielleicht ein guter Kandidat für die Suche nach Leben
Neben der vierfachen Erdmasse soll GJ 251 c seinen Stern innerhalb von 54 Tagen einmal umkreisen. Mit dem Neid-Spektrometer an einem Kitt Peak National Observatory im US-Bundesstaat Arizona konnte das Signal anschließend bestätigt werden.
Der Vorteil von GJ 251c besteht darin, dass er etwas weiter von seinem Stern entfernt ist als Planeten in der bewohnbaren Zone um andere Rote Zwerge. Da dieser Stern mit der 36-prozentigen Masse unserer Sonne etwas massereicher als andere Rote Zwergsterne ist, erstreckt sich seine bewohnbare Zone über eine weitere Strecke nach außen.
Damit könnte GJ 251c dem Sternenwind seines Mutterkörpers standhalten, ohne dass sich seine Atmosphäre verflüchtigt – vorausgesetzt, GJ 251c besitzt eine dichte Atmosphäre und ein starkes planetarisches Magnetfeld.
Zur Studie
Die Studie wurde am 23. Oktober 2025 in der Fachzeitschrift Astronomical Journal veröffentlicht: Discovery of a Nearby Habitable Zone Super-Earth Candidate Amenable to Direct Imaging(öffnet im neuen Fenster) (Entdeckung eines Kandidaten für eine Supererde in der benachbarten bewohnbaren Zone, der sich für direkte Bildgebung eignet).



