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Astronomie: Schneller Radioblitz wiederholt sich 35-mal

Ein Forschungsteam hat einen Radioblitz entdeckt, der sich anders verhält als alle bisher entdeckten. Dies könnte das Verständnis von Signalen aus dem Weltall verändern.
/ Patrick Klapetz
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Dynamische Spektren (oder Wasserfall-Diagramme) für alle Bursts von FRB 20220912A, die mit dem Allen Telescope Array entdeckt wurden (Bild: S. Z. Sheikh, W. Farah, A. W. Pollak, et al.)
Dynamische Spektren (oder Wasserfall-Diagramme) für alle Bursts von FRB 20220912A, die mit dem Allen Telescope Array entdeckt wurden Bild: S. Z. Sheikh, W. Farah, A. W. Pollak, et al.

In einer Tausendstelsekunde erzeugen sie so viel Energie wie unsere Sonne in einem ganzen Jahr. Die meisten Radioblitze treten nur einmal auf. Einige hingegen wiederholen sich und senden Folgesignale aus. Dies stellt die Frage nach dem Ursprung dieses Aufleuchtens.

541 Stunden Beobachtungszeit und 35 Ausbrüche

Ein Forschungsteam am Seti-Institut in Kalifornien machte mit dem Allen Telescope Array (ATA) des Instituts innerhalb von zwei Monaten 35 Radioblitze aus einer einzigen Quelle (FRB 20220912A) ausfindig. Dabei stellten die Forscher ein faszinierendes Muster fest.

Bei den meisten Ausbrüchen driftet jeder Radioblitz mit der Zeit von höheren zu niedrigeren Frequenzen. Bei FRB 20220912A wurde zum ersten Mal auch ein Abfall der Mittenfrequenz der Bursts beobachtet.

In der astronomischen Fachwelt geht man davon aus, dass einige Radioblitze von einer Art Neutronenstern erzeugt werden, die als Magnetar bezeichnet wird. Das sind die stark magnetisierten Kerne toter Sterne.

Andere Theorien gehen von kollidierenden Neutronenstern-Doppelsternen oder der Verschmelzung weißer Zwerge aus.

Das Team versuchte, ein Muster bei den Abständen der Ausbrüche zu erkennen - vergeblich. Die intensiven Radiowellenausbrüche sind somit weiterhin rätselhaft und unvorhersehbar. Dennoch sind die jüngsten Forschungsergebnisse ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Entschlüsselung der Geheimnisse dieser galaktischen Erscheinungen.

Zur Studie

Die Studie wurde am 14. Dezember 2023 in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht: Characterization of the Repeating FRB 20220912A with the Allen Telescope Array(öffnet im neuen Fenster) (Charakterisierung des sich wiederholenden FRB 20220912A mit dem Allen-Teleskop-Array).


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