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Astronomie: Oortsche Wolke könnte eine Spirale sein

Die Oortsche Wolke ist der äußere Rand unseres Sonnensystems. Neue Forschung legt nahe, dass die Wolke eine Spiralform haben könnte.
/ Jonas Herrmann
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Die Oortsche Wolke könnte eher einer Spirale gleichen. (Bild: Nesvorny et al. / Southwest Research Institute)
Die Oortsche Wolke könnte eher einer Spirale gleichen. Bild: Nesvorny et al. / Southwest Research Institute

Unser Sonnensystem wird mit großer Wahrscheinlichkeit von einer riesigen Ansammlung von Milliarden oder sogar Billionen astronomischer Objekte umhüllt – der nach ihrem Entdecker Jan Hendrik Oort benannten Oortschen Wolke. Forscher des Southwest Research Institute und des American Museum of Natural History sind jetzt zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Wolke nicht wie bisher angenommen kugelförmig, sondern eher wie eine Spirale aufgebaut sein könnte.

Die Oortsche Wolke beginnt etwa in 2.000 bis 5.000 astronomischen Einheiten (AE) Entfernung von der Sonne, wobei AE für die Distanz zwischen Erde und Sonne steht. Aufgrund dieser sprichwörtlich astronomischen Entfernung lässt sich die Oortsche Wolke auch nicht direkt beobachten. Wissenschaftler sind dennoch überzeugt, dass es die Oortsche Wolke gibt und dass sie unter anderem der Herkunftsort vieler langperiodischer Kometen ist.

Oortsche Wolke könnte einer kleinen Galaxie ähneln

In ihrem Paper erklären die Forscher(öffnet im neuen Fenster) , dass sie den Pleiades-Supercomputer der Nasa genutzt hätten, um mehrere Simulationen verschiedener Effekte auf die Oortsche Wolke über Milliarden von Jahren zu erstellen.

Ein ganz wichtiger Einfluss sind demnach die sogenannten Galaktischen Gezeiten. Die Objekte, die die Oortsche Wolke bilden, sind so weit vom Zentrum des Sonnensystems entfernt, dass sie auch von äußeren Gravitationskräften beeinflusst werden können. So kommt es etwa zu gleichzeitigen Krafteinwirkungen durch die Sonne und die Milchstraße. Die Planeten unseres Sonnensystems sind hingegen so nah an der Sonne und werden dadurch so stark von ihr angezogen, dass diese äußeren Kräfte in der Praxis keine Rolle spielen.

Die Simulationen ergaben nun, dass die innere Oortsche Wolke wahrscheinlich einer Spirale gleicht. Bisher hatte man angenommen, dass der innere Teil etwa wie eine Scheibe auf der Ebene der Ekliptik liegt, nach außen breiter wird und dann in eine Kugelform übergeht, die das Sonnensystem umhüllt. Diese Vorstellung ist den neuen Erkenntnissen nach aber falsch.

Spiralform durch Galaktische Gezeiten

Die Oortsche Wolke besteht aus Objekten, die bei der Entstehung der Planeten der Ekliptik folgend aus dem Sonnensystem herausgeschleudert wurden. Da das Sonnensystem gegen die Hauptebene der Milchstraße gewissermaßen gekippt ist, wirken ab einem gewissen Punkt galaktische Schwerkrafteinflüsse auf die Bestandteile der Oortschen Wolke und dadurch soll die Spiralform entstehen.

Nachweisbar ist diese allerdings vorerst nicht. Aktuelle Teleskope sind nicht stark genug, um die Oortsche Wolke zu beobachten. Alternative Möglichkeiten wären eine Untersuchung der Wärmestrahlung der Wolke oder minimale Verzerrungen der kosmischen Hintergrundstrahlung. Die Aussichten, auf diese Art Beweise zu finden, werden aber von den Forschern selbst als sehr gering eingestuft.


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