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Astronomie: Die Perseiden-Sternschnuppen im August

Die Sternschnuppen der Perseiden haben ihren Höhepunkt bereits erreicht. Dennoch werden sich weitere Sternschnuppen im August zeigen.
/ Patrick Klapetz
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Eine Sternschnuppe saust über den Nachthimmel hinweg. Im Hintergrund leuchtet die Milchstraße. (Bild: Pixabay)
Eine Sternschnuppe saust über den Nachthimmel hinweg. Im Hintergrund leuchtet die Milchstraße. Bild: Pixabay

Update vom 14. August 2023:

Der Höhepunkt der Perseiden ist zwar vorbei, aber auch in den nächsten Nächten lassen sich – bei guten Wetterbedingungen – Sternschnuppen beobachten. Noch bis zum 24. August soll die ein oder andere Perseide über den Nachthimmel fliegen. Je weiter der Monat fortschreitet, desto weniger Sternschnuppen werden sich zeigen.

Originalbeitrag:

Der Meteorstrom der Perseiden zeigt sich auch in diesem Sommer und findet seinen Höhepunkt am 12. August 2023. Dann werden bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde über den Nachthimmel sausen. Doch damit das auch passiert, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Zum einen muss das Wetter mitspielen.

Pünktlich zum Wochenende wird es in Deutschland wieder wärmer. Teilweise ist aber mit Bewölkung zu rechnen, was die Sicht auf die Perseiden erschwert. Trotz leichter Bewölkung lohnt sich der Blick zum nordöstlichen Himmel in der Nacht zum 13. August hin.

Zwar werden die Idealbedingungen zum Beobachten von Sternschnuppen fast nie erreicht, doch für den Richtwert ZHR (zenithal hourly rate) gibt es eine einfache Faustregel. Von dem angegebenen Wert lässt sich vermutlich die Hälfte der möglichen Sternschnuppen erspähen. Bei 100 Sternschnuppen pro Stunde ist das stündlich fast immer noch eine mögliche Sternschnuppe (50 Stück).

Gute und weniger gute Voraussetzungen für die Perseiden

Einige der Sternschnuppen sind zu leuchtschwach, um sie zu erkennen. Deswegen gilt: Je dunkler ein Ort, desto besser stehen die Chancen für die Sichtung. Das heißt aber nicht, dass in Großstädten wie Berlin keine Sternschnuppe erscheinen wird. Es gibt immer noch genug leuchtstarke Himmelserscheinungen, die der Lichtverschmutzung eines hellen Ortes trotzen. Dennoch sind die Chancen zum Beobachten besser an abgelegenen und dunklen Orten mit klarer Sicht auf den Himmel und guten Wetterbedingungen.

In Norddeutschland rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) laut dpa mit schlechten Sichtbedingungen. Dort soll es überwiegend bewölkte Nächte mit stellenweisen Niederschlägen geben. Zumindest stört in diesem Jahr nicht der Mond.

Wenn der nämlich in seiner Vollmondphase steht, reflektiert er das meiste Sonnenlicht. Desto heller sind dann auch die Nächte. Anders sieht es in Nächten mit schwacher Mondsichel oder zu Neumond aus. Dann reflektiert der Mond viel weniger Licht und die Nächte bleiben für astronomische Beobachtungen dunkler. In diesem Jahr fällt die Neumondphase auf den 16. August 2023. Zum Höhepunkt der Perseiden scheint somit nur eine schwache abnehmende Mondsichel.

Beste Zeit zum Sternschnuppen schauen

Bereits seit dem 17. Juli fliegt die eine oder andere Perseide über den Nachthimmel hinweg. Das wird auch noch bis zum 24. August so weitergehen. Ihren Höhepunkt erreichen sie in der Nacht zum 13. August. In manchen Jahren verschiebt sich das Maximum der Sternschnuppen jedoch um einen bis zwei Tage nach vorne oder hinten. Deswegen empfiehlt der Leiter des Planetariums in Halle (Saale), Dirk Schlesier, vor und nach dem angegebenen Maximum Ausschau nach den Sternschnuppen zu halten.

Die Sonne wird am 12. August je nach Ort zwischen etwa 20:30 und 21:00 Uhr (MESZ) untergehen. Der scheinbare Ursprung der Perseiden wird das Sternbild Perseus sein – daher auch der Name. Das Sternbild wird etwa ab 22:30 Uhr gut am niedrigen Himmel zu erkennen sein.

Der Blick sollte dafür auf den nordöstlichen Horizont gerichtet werden. Über die Nacht hinweg wird das Sternbild immer höher und gen Osten wandern. Das Sternbild ist ein guter Ausgangspunkt zum Beobachten – auch wenn es nur der scheinbare und nicht tatsächliche Ursprung des Meteorstroms der Perseiden ist. Dazu später mehr.

Zur Orientierung am Himmel gibt es neben etlichen Sternkarten-Apps mancherorts auch Hilfe vor Ort. "Da gibt es auch öfter Veranstaltungen zu Sternschnuppen in den Städten oder von Sternwarten und Planetarien" , erklärt Schlesier. Deswegen lohnt sich auch ein Blick in den örtlichen Veranstaltungskalender.

Vielleicht befindet sich auch eine Sternwarte, ein Planetarium oder ein astronomisches Institut mit einer öffentlichen Veranstaltung in der Nähe. In Berlin fällt auf den 12. August 2023 beispielsweise die Lange Nacht der Astronomie. Abhängig vom Wetter soll es auf dem Tempelhofer Feld eine Veranstaltung(öffnet im neuen Fenster) geben.

Der tatsächliche und nicht scheinbare Ursprung der Perseiden

Das Sternbild Perseus bildet einen guten Anhaltspunkt, um die ein oder andere Sternschnuppe zu erkennen. Jedoch kann nicht vorhergesagt werden, wo genau eine Sternschnuppe am Nachthimmel erscheint. Denn Perseus ist nicht der wahre Ursprung der Perseiden. Dafür sind seine Hauptsterne mit einer Entfernung von etwa 35 bis 1.090 Lichtjahren viel zu weit weg.

Der tatsächliche Ursprung ist der Schweif des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Das ist ein kurzperiodischer Komet (elliptische Umlaufbahn mit weniger als 200 Jahren Umlaufzeit), der bereits 1862 entdeckt wurde. Seinen Namen hat er von seinen Entdeckern Lewis Swift und Horace Parnell Tuttle bekommen. In der Astronomie ist es nämlich eine Tradition, Kometen und Asteroiden nach seinen Entdeckern oder ihren Entdeckerinnen zu benennen.

Der Komet umrundet die Sonne in einer elliptischen Umlaufbahn. Dafür benötigt er ungefähr 133 Jahre. Der Erde nähert er sich dann bis auf ungefähr 133.500 Kilometer und ist uns damit näher als der Mond – der im Mittel circa 384.400 Kilometer von uns entfernt ist.

Es könnte auch irgendwann passieren, dass Erde und Swift-Tuttle miteinander kollidieren . Doch bei der nächsten erwarteten Zusammenkunft im Jahr 2126 besteht keine Gefahr – da ist sich die Fachwelt sicher.

Bereits vier Jahre nach der Entdeckung des Kometen erkannte der italienische Astronom Giovanni Schiaparelli, dass Swift-Tuttle der Mutterkörper der Perseiden ist. Die europäische Raumfahrtbehörde Esa benannte sogar einen Mars-Lander nach dem Astronomen . Der Ursprung der Perseiden ist damit geklärt. Aber wie entstehen Sternschnuppen genau?

Die Entstehung einer Sternschnuppe

Das erklärt uns Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg. Sie ist Astronomin. Während der Reise eines Kometen oder auch Meteor oder Asteroiden verlieren diese Himmelskörper kleine Partikel. Diese sind meistens so groß wie Staubkörner oder kleine Steinchen. Besonders wenn sich die besagten Himmelskörper der Sonne nähern und aufheizen, verlieren sie mehr Teilchen. Dabei hinterlassen sie auf der Umlaufbahn um die Sonne einen Schweif aus Gesteinen und Staub.

Nun kreuzen sich die Bahnen der Erde und der besagten Kometen und ihren Schweifen, in denen es nur so von kleinen Partikeln von makroskopischer Größe wimmelt. "Ein solches Partikel trifft mit durchschnittlich 35 Kilometer pro Sekunde auf die Erdatmosphäre. Manche sind aber auch doppelt so schnell, andere wiederum langsamer" , erklärt Liefke.

"Beim Eindringen in die Atmosphäre werden sie abgebremst, dadurch aufgeheizt und verdampfen. Was wir als Sternschnuppe sehen, sind allerdings hauptsächlich Luftmoleküle, die von den Staubteilchen ionisiert werden. Dabei werden Elektronen von Atomen getrennt. Fängt das Atom danach wieder ein Elektron ein, wird Energie frei, die als Licht ausgesendet wird, und wir sehen diese Leuchterscheinung" , führt die Astronomin weiter aus. Das erklärt auch, warum sich der genaue Entstehungsort einer Sternschnuppe am Himmel nicht genau vorhersagen lässt.

Bei guten Wetterbedingungen lohnt sich auf jeden Fall der Blick in den Himmel. Da die Sternschnuppen relativ schnell sind, sollte man sie mit dem bloßen Auge beobachten. Denn das kleine Guckfenster in einem Fernrohr oder Fernglas garantiert keine gute Sicht.


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