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Astronomie: Gigantische Weltraumexplosion hinterließ Spuren am Meeresboden

Isotopen-Spuren am Meeresboden deuten auf eine Kilonova hin, eine astronomische Kollision zweier Neutronensterne.
/ Patrick Klapetz
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Künstlerische Darstellung einer Kilonova (Bild: University of Warwick/Mark Garlick)
Künstlerische Darstellung einer Kilonova Bild: University of Warwick/Mark Garlick
Inhalt
  1. Astronomie: Gigantische Weltraumexplosion hinterließ Spuren am Meeresboden
  2. Suche nach Plutonium-244, Curium-247 und Eisen-60

Ein deutsch-australisches Forschungsteam(öffnet im neuen Fenster) hat in Proben aus dem Pazifik Hinweise darauf entdeckt, dass sich vor mehr als 100 Millionen Jahren eine kosmische Katastrophe ereignet haben könnte. Demnach fanden sie bei der Untersuchung der Mangankrusten am Meeresboden radioaktive Isotope, die möglicherweise auf die Kollision zweier Neutronensterne hindeuten.

Solche Kollisionen lösen leuchtende Explosionen aus, die als Kilonovae bekannt sind und bei denen einige der schwersten und wertvollsten Elemente des Universums entstehen, wie etwa Plutonium. "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Plutonium aus sehr seltenen kosmischen Explosionen stammt, wie sie beispielsweise bei der Verschmelzung zweier Neutronensterne oder in extrem energiereichen Supernovae auftreten", teilte der Physiker Anton Wallner vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) mit(öffnet im neuen Fenster).

Das Weltraumarchiv in unserem Meeresboden

Bei diesen Ereignissen werden Atome mit Neutronen überschwemmt und dadurch schwerer – weswegen dieser schnelle Neutroneneinfangprozess auch r-Prozess genannt wird. Daher ist vermutlich jegliches heute auf der Erde vorkommende natürliche Plutonium-244 kosmischen Ursprungs.

Allerdings hat Plutonium-244 nur eine Halbwertszeit von etwa 81 Millionen Jahren. All das urzeitliche Plutonium, das bei der Entstehung des Sonnensystems in die Erde eingeschlossen wurde, dürfte daher längst zerfallen sein. Und hier kommt die Ferromangankruste ins Spiel, die an einigen Stellen des Meeresbodens zu finden ist und damit eine Art urzeitliches Archiv darstellt.

Sie wächst langsam, Millimeter für Millimeter, und baut sich über Millionen von Jahren auf, wobei jede Schicht eine Momentaufnahme ihrer Umgebung bewahrt. Durch die im Meeresboden abgesetzten Partikel können Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Weltraumumgebung rund um unseren Planeten ziehen.


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