Astronomie: Gibt es Leben auf der Venus?

Ein sehr seltenes Molekül in der lebensfeindlichen Venus-Atmosphäre gibt Rätsel auf.

Artikel veröffentlicht am ,
Phosphin in der Venus-Atmosphäre: Mikoben oder Industrie
Phosphin in der Venus-Atmosphäre: Mikoben oder Industrie (Bild: ESO/M. Kornmesser/L. Calçada & NASA/JPL/Caltech)

Der Nachbarplanet Mars, der Saturnmond Enceladus oder der Jupitermond Europa: Sie gelten als Kandidaten für die Existenz von Leben - in welcher Form auch immer. Aber die Venus? Auf ihrer Oberfläche herrscht ein Druck von 92 bar - so viel wie bei uns in einer Wassertiefe von 900 Metern. Es herrschen Temperaturen von etwa 500 Grad. Selbst in 50 Kilometern Höhe ist es immer noch 75 Grad heiß. Und doch könnte es dort Leben geben.

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Ein Team um die Astronomin Jane Greaves von der Universität Cardiff hat Phosphin auf der Venus entdeckt. Das ist ein seltenes Molekül, das aus Wasserstoff und Phosphor besteht. Auf der Erde wird es nur von Mikroben erzeugt oder industriell hergestellt . Das internationale Team beschreibt die Entdeckung in der Fachzeitschrift Nature Astronomy.

Woher kommt das Phosphin?

Das Phosphin kommt in den Wolken vor und das auch nur in einer geringen Konzentration: etwa zwanzig Moleküle pro Milliarde. Das Team überlegte dann, wie das Phosphin auf der Venus entstanden sein konnte, und suchte erst nach nicht-biologischen Ursprüngen, darunter Sonnenlicht, Moleküle, die von der Oberfläche nach oben geweht wurden, Vulkane oder Blitze. Dafür war aber die festgestellte Konzentration zu hoch.

Auf der Erde erzeugen Bakterien Phosphin, indem sie Phosphat aus Mineralien oder biologischem Material aufnehmen und Wasserstoff hinzufügen. Dann geben sie Phosphin an die Umwelt ab. Um die auf der Venus gefundene Konzentration zu erreichen, müssten Mikroben nur mit einem Zehntel ihrer Produktivität arbeiten.

Es war ein Schock

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Das Team entdeckte die ersten Anzeichen mit dem James Clerk Maxwell-Telescope (JCMT) auf Hawai'i. "Als wir die ersten Hinweise auf Phosphin im Spektrum der Venus erhielten, war das ein Schock", sagte Teamleiterin Greaves. Verifizieren konnte es seine Entdeckung mit dem empfindlicheren Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (Alma) in Chile.

"Phosphin auf der Venus zu finden, war ein unerwarteter Erfolg! Die Entdeckung wirft viele Fragen auf, zum Beispiel wie etwaige Organismen dort überleben könnten. Auf der Erde können einige Mikroben bis zu etwa 5 Prozent Säure in ihrer Umgebung vertragen - aber die Wolken der Venus bestehen fast vollständig aus Säure", sagte Clara Sousa Silva vom Massachusetts Institute of Technology. Sie hat sich mit Phosphin beschäftigt, weil der Stoff in der normalen Chemie so wenig produziert wird. Phosphin könnte deshalb als Biosignaturgas für sauerstofffreies Leben auf Exoplaneten dienen.

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dbettac 16. Sep 2020

Habe ich. Und doch, hast Du. Wie schon in einer anderen Antwort geschrieben, bist Du...

AllDayPiano 16. Sep 2020

Das Lustige ist ja: Die Forscher, die das Phosphan gefunden haben, haben gar nicht nach...

dbettac 16. Sep 2020

Du verwechselst aber die Zeitformen. Der Asteroid _wird_ auf der Venus einschlagen...

dbettac 15. Sep 2020

Du solltest schon Beispiele nennen, die unter den Bedingungen der Venusoberfläche möglich...

Anrao 15. Sep 2020

Aber nicht zu vergessen, dass die Nicht-Existenz von Gott bewiesen werden muss, nicht...



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