Astronomie: Forscher entdecken riesigen kalten Fleck auf dem Jupiter

Forscher haben eine große kalte Zone in der Jupiter-Atmosphäre gefunden. Entstanden ist sie mutmaßlich durch die Polarlichter des Planeten. Und sie ist wie alles auf dem Jupiter: riesig.

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Jupiter: weitere Phänomene in der oberen Jupiter-Atmosphäre wahrscheinlich
Jupiter: weitere Phänomene in der oberen Jupiter-Atmosphäre wahrscheinlich (Bild: Nasa)

Der Rote Fleck auf dem Jupiter ist bekannt. Astronomen haben in der Atmosphäre des Gasplaneten einen weiteren Fleck entdeckt. Gefunden haben Forscher der Universität Leicester in Mittelengland das Phänomen in den Daten des Paranal-Observatoriums, auch Very Large Telescope (VLT) genannt, in Chile.

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Der Große Kalte Fleck misst etwa 24.000 Kilometer in Ost-West-Ausdehnung und etwa 12.000 Kilometer in Nord-Süd-Ausdehnung. Er befindet sich in der oberen Atmosphäre des Jupiters. An der Stelle ist es etwa 200 Grad kälter als in der umgebenden Atmosphäre, in der Temperaturen zwischen 700 Kelvin, 426 Grad Celsius, und 1.000 Kelvin, 726 Grad Celsius, herrschen.

Der Große Rote Fleck ist ein riesiger Sturm

Großen Kalten Fleck haben die Wissenschaftler um Tom Stallard ihre Entdeckung genannt - analog zum Großen Roten Fleck, einer Formation südlich des Jupiter-Äquators. Der Große Rote Fleck ist ein riesiger Sturm in der unteren Atmosphäre, der etwa gleich groß ist.

Die Entstehung des Großes Kalten Flecks hängt vermutlich mit den Polarlichtern des Jupiters zusammen. Durch die Polarlichter kommt Energie in die Atmosphäre, sie wird aufgeheizt. In der Thermosphäre, der obersten Schicht der Atmosphäre, entsteht eine kühlere Zone. Diese, so vermuten die Forscher, schafft einen Wirbel, ähnlich dem Großen Roten Fleck.

Der Große Kalte Fleck verändert sich schnell

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"Der Große Kalte Fleck ist viel unbeständiger als der sich langsam verändernde Große Rote Fleck. Er ändert in nur wenigen Tagen und Wochen Form und Größe dramatisch", sagt Tom Stallard. In den aufgezeichneten Daten der vergangenen 15 Jahre sei er aber immer an der gleichen Stelle zu sehen. "Das deutet darauf hin, dass er sich ständig weiterentwickelt, und als Ergebnis könnte er so alt sein wie die Polarlichter, die ihn bilden - vielleicht viele Tausende Jahre."

Dass Polarlichter Änderungen der Temperatur und der Dichte in der Atmosphäre hervorrufen, sei schon in der oberen Erdatmosphäre beobachtet worden, sagt Stallard. Allerdings unterschieden sich Polarlichter auf der Erde und dem Jupiter in zwei wesentlichen Punkten.

Mond Io sorgt für Jupiter-Polarlichter

Auf der Erde würden sie durch das Auftreffen von geladenen Partikeln der Sonne auf die Atmosphäre ausgelöst, beim Jupiter vor allem durch Gase, die von den Vulkanen auf seinem Mond Io stammten. Der zweite Unterschied sei, sagt Stallard, "dass die atmosphärischen Ströme, die von den Polarlichtern auf der Erde erzeugt werden, die Hitze schnell über den ganzen Planeten verteilen, so dass die obere Atmosphäre wie eine Glocke läutet, während Jupiters schnelle Drehung diese Energie näher an den Polen hält."

Die Forscher beschreiben den Großen Kalten Fleck in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters. Seine Entdeckung sei eine Überraschung gewesen, sagt Stallard. Aber es sei wahrscheinlich, dass es weitere Phänomene in der oberen Jupiteratmosphäre gebe. Die Sonde Juno, die seit Juli vergangenen Jahres um den Jupiter kreist, sammelt derzeit Daten über die Atmosphäre des größten Planeten unseres Sonnensystems.

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