Astronomie: Forscher entdecken 62 neue Saturn-Monde

Der Saturn ist wieder der Planet mit den meisten Monden. Neues gibt es auch zu seinen Ringen.

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Saturn, 2017 aufgenommen von der Sonde Cassini: Die Ringe werden in 100 Millionen Jahren verschwunden sein.
Saturn, 2017 aufgenommen von der Sonde Cassini: Die Ringe werden in 100 Millionen Jahren verschwunden sein. (Bild: NASA / JPL-Caltech / Space Science Institute / Don Davis/CC-BY-SA 3.0)

Der Saturn hat nicht nur Ringe, sondern auch viele Monde. Gerade sind über 60 neue entdeckt worden. Damit ist er der Planet in unserem Sonnensystem mit den meisten bekannten Monden.

62 bislang unbekannte Monde entdeckte ein internationales Team um den Astronomen Edward Ashton. Das Team hatte ab 2019 die Umgebung des Saturn mit dem Canada-France-Hawaii Telescope (CFHT) am Mauna Kea auf Hawaii abgesucht.

Ausgewertet wurden die Aufnahmen anschließend mit einem Computer, mit einem Shift-and-Stack-Verfahren. Dabei werden die digitalen Bilder übereinander gelegt, um die Kontraste zu verstärken. So lassen sich auch kleine Himmelskörper erfassen. Der kleinste der neu entdeckten Mond ist gerade mal 2,5 Kilometer groß.

Kreist das Objekt oder fliegt es vorbei?

Allerdings sind auf den Bildern auch andere Objekte zu sehen, vorbeifliegende Asteroiden zum Beispiel. Das Team hat die Bahnen der Mondkandidaten über mehrere Jahre verfolgt, um sicherzustellen, dass sie auch wirklich um den Saturn kreisen und nicht daran vorbeifliegen.

"Diese Monde zu verfolgen hat mich an das Kindermalspiel Punkt-zu-Punkt erinnert, denn wir mussten die verschiedenen Auftritte dieser Monde in unseren Daten mit einer brauchbaren Umlaufbahn verbinden", sagte Ashton. Im Gegensatz zu dem Kinderspiel sei das aber wie 100 verschiedenen Vorlagen auf einer Seite gewesen. "Und man weiß nicht, welcher Punkt zu welchem Spiel gehört."

Einen ersten Fund meldete das Team 2021. Jetzt hat es 62 weitere Monde bestätigt. Insgesamt sind 145 Monde des Saturn bekannt. Das macht ihn zum Planeten mit den meisten bekannten Monden in unserem Sonnensystem. Auf Platz 2 liegt Jupiter mit 92 Monden. Anfang dieses Jahres waren 12 neue entdeckt worden.

Bekanntestes Erkennungsmerkmal des Saturn sind seine Ringe. Entdeckt hatte sie im Jahr 1610 der italienische Astronom Galileo Galilei. Ein Team um Sascha Kempf von der University of Colorado in Boulder befasste sich näher mit den Ringen, indem es Daten des Cosmic Dust Analyzer (CDA) ausgewertet hat. Der CDA ist ein Instrument der Raumsonde Cassini, die von 2004 bis 2017 den Saturn umkreist hatte.

Die Ringe sind relativ jung

Nach den Erkenntnissen, die das Team in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht hat, sind die sieben Ringe sehr viel jünger als bisher angenommen. Sie sind nur etwa 100 bis 400 Millionen Jahre alt und damit deutlich jünger als das Sonnensystem.

Die Ringe bestehen fast ausschließlich aus Eis und sind wahrscheinlich die Überreste eines zerstörten Eismondes. Es gibt dort nur wenig Staub, der durch interplanetaren Raum fliegt und sich auf den Ringen absetzt. Wären die Ringe in der Frühzeit des Sonnensystems entstanden, bestünden sie aus Staub und nicht aus Eis.

Sie werden auch nicht bis zum Ende des Sonnensystems existieren: Die Ringe verlieren permanent Masse, die auf den Saturn hinab regnet. In etwa 100 Millionen Jahren werden sie nach einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift Icarus verschwunden sein. Das Sonnensystem wird noch einige Milliarden Jahre existieren.

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