Abo
  • Services:

Astronomie: Erster interstellarer Komet entdeckt

Einen Kometen wie von einem anderen Stern haben Astronomen entdeckt. Wenn kein grober Messfehler vorliegt, wird Komet C/2017 U1 die Sonne nur einmal besuchen und danach zu einem anderen Stern weiterfliegen. Er ist der erste seiner Art.

Artikel von veröffentlicht am
Alle bekannten Kometen wie 67P/Churyumov-Gerasimenko hier umfliegen die Sonne. C/2017 U1 kehrt wohl nie wieder zurück.
Alle bekannten Kometen wie 67P/Churyumov-Gerasimenko hier umfliegen die Sonne. C/2017 U1 kehrt wohl nie wieder zurück. (Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM/CC-BY-SA 3.0)

Wichtige Neuigkeiten kommen oft in nüchternen Meldungen daher. "Komet C/2017 U1 (PANSTARRS) Weitere Beobachtungen dieses Objekts sind sehr erwünscht. Wenn es keine ernsthaften Probleme mit der Astrometrie (weiter unten) gibt, sind stark hyperbolische Orbits die einzig möglichen Lösungen. Obwohl es nicht sehr sinnvoll ist, einen derzeitigen und zukünftigen baryzentrischen Orbit zu berechnen, in Anbetracht der wenigen Beobachtungen, wurde der Orbit mit einer Exzentrizität von 1,2 in beiden Fällen angegeben. Wenn weitere Beobachtungen den ungewöhnlichen Orbit bestätigen, könnte dieses Objekt der erste klare Fall eines interstellaren Kometen sein."

Stellenmarkt
  1. Sky Deutschland GmbH, Unterföhring bei München
  2. ElringKlinger AG, Dettingen an der Erms

Die Meldung stammt aus einem Minor Planet Electronic Circular, mit denen die Internationale Astronomische Union Meldungen über ungewöhnliche Beobachtungen von Kleinplaneten und Kometen verbreitet. C/2017 U1 wurde Ende September entdeckt. Seitdem wurde seine Bewegung am Himmel weiter beobachtet, um seine Bahn zu errechnen. Bisher liegen erst 34 Beobachtungen vor, von denen die meisten in der letzten Woche gemacht wurden.

Der Komet kommt nicht wieder zurück

Das ist zu wenig für eine genaue Bestimmung der Bahn, aber für grobe Angaben der Bahnelemente reicht es aus. Mit den Bahnelementen wird die Lage und Form des Orbits eines Objekts beschrieben. In der Mitte liegt das Baryzentrum, also das Schwerezentrum des Sonnensystems, das zwar von der Sonne dominiert wird, aber durch die Gravitation der Planeten nicht genau in der Mitte der Sonne liegt. Je mehr Beobachtungen gemacht werden, umso genauer kann der Orbit des Kometen berechnet werden.

Ein sehr wichtiges Bahnelement ist die Exzentrizität. Sie beschreibt die Abweichung der Umlaufbahn von einem Kreis, der eine Exzentrizität von Null hätte. Für eine extrem langgestreckte Ellipse läge dieser Wert knapp unter Eins. Trotzdem sind höhere Werte möglich. Ein Wert von 1,2 wie bei C/2017 U1 bedeutet, dass die Umlaufbahn nicht geschlossen ist. Mathematisch gesehen kommt er aus der Unendlichkeit, umkurvt die Sonne auf einer hyperbolischen Bahn und kehrt dann wieder zurück in die Unendlichkeit, oder zumindest in den interstellaren Raum. Durch den wird er so lange fliegen, bis er wieder in das Schwerefeld eines anderen Sterns gerät.

Er könnte auch aus unserem Sonnensystem stammen

Trotz der wenigen Messungen ist die Exzentrizität von C/2017 U1 so groß, dass alle weiteren Verfeinerungen der Bahnelemente durch weitere Beobachtungen den Wert nicht mehr unter Eins sinken lassen werden. Wenn kein ernsthafter Fehler gemacht wurde, handelt es sich also tatsächlich um einen interstellaren Kometen und damit das erste bekannte Objekt seiner Art.

Die weiteren Beobachtungen könnten zeigen, woher der Komet stammt. Es gibt auch die Möglichkeit, dass er aus der Oortschen Wolke des Sonnensystems stammt und durch Kollisionen oder Gravitation von seiner alten Bahn abgelenkt wurde. Klar wird aber werden, wohin er fliegen wird, und das wird aufgrund seiner Flugbahn kein Ort in unserem Sonnensystem sein. Bisher waren zwei Pioneer-, die beiden Voyager-Raumsonden sowie New Horizons die einzigen bekannten Objekte mit einer solchen Flugbahn, die sie aber nur mit Hilfe von Raketentriebwerken erreicht haben.

Nachtrag vom 26. Oktober 2017, 8:22 Uhr

Eine Beobachtung mit dem acht Meter großen Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) zeigte keine Aktivität, wie sie von einem Kometen zu erwarten wäre. Das Objekt wurde deshalb entsprechend den Richtlinien als Asteroid kategorisiert und in A/2017 U1 umbenannt.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. für 147,99€ statt 259,94€
  2. 120,84€ + Versand
  3. 249,90€ + Versand (im Preisvergleich über 280€)

ThomasSV 09. Dez 2017

Ist es für den Kometen/Asteroiden überhaupt möglich, interstellar zu werden, wenn er aus...

ThomasSV 09. Dez 2017

Wenn man andere Planeten erkunden will, die im Teleskop Metan in der Spektroskopie...

ThomasSV 09. Dez 2017

"Kontakt" ist bei den Wegstrecken im All eh so'ne Sache... Aber wer will denn ausschlie...

bombinho 17. Nov 2017

+1 kam mir so oder so aehnlich auch als Erstes in den Sinn.

leed 27. Okt 2017

Der New Horizons Ansatz wäre aber doch interessant. Kann man halt nicht in Orbit kommen...


Folgen Sie uns
       


Hyundai Ioniq - Test

Wir sind den elektrisch angetriebenen Hyundai Ioniq ausgiebig Probe gefahren.

Hyundai Ioniq - Test Video aufrufen
P20 Pro im Kameratest: Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz
P20 Pro im Kameratest
Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz

Mit dem P20 Pro will Huawei sich an die Spitze der Smartphone-Kameras katapultieren. Im Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz zeigt sich, dass das P20 Pro tatsächlich über eine sehr gute Kamera verfügt: Die KI-Funktionen können unerfahrenen Nutzern zudem das Fotografieren erleichtern.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android Huawei präsentiert drei neue Smartphones ab 120 Euro
  2. Wie Samsung Huawei soll noch für dieses Jahr faltbares Smartphone planen
  3. Porsche Design Mate RS Huawei bringt 512-GByte-Smartphone für 2.100 Euro

Ancestors Legacy angespielt: Mittelalter für Echtzeit-Strategen
Ancestors Legacy angespielt
Mittelalter für Echtzeit-Strategen

Historisch mehr oder weniger akkurate Spiele sind angesagt, nach Assassin's Creed Origins und Kingdom Come Deliverance will nun auch Ancestors Legacy mit Geschichte punkten. Golem.de hat eine Beta des im Mittelalter angesiedelten Strategiespiels ausprobiert.

  1. Into the Breach im Test Strategiespaß im Quadrat

God of War im Test: Der Super Nanny
God of War im Test
Der Super Nanny

Ein Kriegsgott als Erziehungsberechtigter: Das neue God of War macht nahezu alles anders als seine Vorgänger. Neben Action bietet das nur für die Playstation 4 erhältliche Spiel eine wunderbar erzählte Handlung um Kratos und seinen Sohn Atreus.
Von Peter Steinlechner

  1. God of War Papa Kratos kämpft ab April 2018

    •  /