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Alle bekannten Kometen wie 67P/Churyumov-Gerasimenko hier umfliegen die Sonne. C/2017 U1 kehrt wohl nie wieder zurück.
Alle bekannten Kometen wie 67P/Churyumov-Gerasimenko hier umfliegen die Sonne. C/2017 U1 kehrt wohl nie wieder zurück. (Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM/CC-BY-SA 3.0)

Astronomie: Erster interstellarer Komet entdeckt

Alle bekannten Kometen wie 67P/Churyumov-Gerasimenko hier umfliegen die Sonne. C/2017 U1 kehrt wohl nie wieder zurück.
Alle bekannten Kometen wie 67P/Churyumov-Gerasimenko hier umfliegen die Sonne. C/2017 U1 kehrt wohl nie wieder zurück. (Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM/CC-BY-SA 3.0)

Einen Kometen wie von einem anderen Stern haben Astronomen entdeckt. Wenn kein grober Messfehler vorliegt, wird Komet C/2017 U1 die Sonne nur einmal besuchen und danach zu einem anderen Stern weiterfliegen. Er ist der erste seiner Art.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Wichtige Neuigkeiten kommen oft in nüchternen Meldungen daher. "Komet C/2017 U1 (PANSTARRS) Weitere Beobachtungen dieses Objekts sind sehr erwünscht. Wenn es keine ernsthaften Probleme mit der Astrometrie (weiter unten) gibt, sind stark hyperbolische Orbits die einzig möglichen Lösungen. Obwohl es nicht sehr sinnvoll ist, einen derzeitigen und zukünftigen baryzentrischen Orbit zu berechnen, in Anbetracht der wenigen Beobachtungen, wurde der Orbit mit einer Exzentrizität von 1,2 in beiden Fällen angegeben. Wenn weitere Beobachtungen den ungewöhnlichen Orbit bestätigen, könnte dieses Objekt der erste klare Fall eines interstellaren Kometen sein."

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Die Meldung stammt aus einem Minor Planet Electronic Circular, mit denen die Internationale Astronomische Union Meldungen über ungewöhnliche Beobachtungen von Kleinplaneten und Kometen verbreitet. C/2017 U1 wurde Ende September entdeckt. Seitdem wurde seine Bewegung am Himmel weiter beobachtet, um seine Bahn zu errechnen. Bisher liegen erst 34 Beobachtungen vor, von denen die meisten in der letzten Woche gemacht wurden.

Der Komet kommt nicht wieder zurück

Das ist zu wenig für eine genaue Bestimmung der Bahn, aber für grobe Angaben der Bahnelemente reicht es aus. Mit den Bahnelementen wird die Lage und Form des Orbits eines Objekts beschrieben. In der Mitte liegt das Baryzentrum, also das Schwerezentrum des Sonnensystems, das zwar von der Sonne dominiert wird, aber durch die Gravitation der Planeten nicht genau in der Mitte der Sonne liegt. Je mehr Beobachtungen gemacht werden, umso genauer kann der Orbit des Kometen berechnet werden.

Ein sehr wichtiges Bahnelement ist die Exzentrizität. Sie beschreibt die Abweichung der Umlaufbahn von einem Kreis, der eine Exzentrizität von Null hätte. Für eine extrem langgestreckte Ellipse läge dieser Wert knapp unter Eins. Trotzdem sind höhere Werte möglich. Ein Wert von 1,2 wie bei C/2017 U1 bedeutet, dass die Umlaufbahn nicht geschlossen ist. Mathematisch gesehen kommt er aus der Unendlichkeit, umkurvt die Sonne auf einer hyperbolischen Bahn und kehrt dann wieder zurück in die Unendlichkeit, oder zumindest in den interstellaren Raum. Durch den wird er so lange fliegen, bis er wieder in das Schwerefeld eines anderen Sterns gerät.

Er könnte auch aus unserem Sonnensystem stammen

Trotz der wenigen Messungen ist die Exzentrizität von C/2017 U1 so groß, dass alle weiteren Verfeinerungen der Bahnelemente durch weitere Beobachtungen den Wert nicht mehr unter Eins sinken lassen werden. Wenn kein ernsthafter Fehler gemacht wurde, handelt es sich also tatsächlich um einen interstellaren Kometen und damit das erste bekannte Objekt seiner Art.

Die weiteren Beobachtungen könnten zeigen, woher der Komet stammt. Es gibt auch die Möglichkeit, dass er aus der Oortschen Wolke des Sonnensystems stammt und durch Kollisionen oder Gravitation von seiner alten Bahn abgelenkt wurde. Klar wird aber werden, wohin er fliegen wird, und das wird aufgrund seiner Flugbahn kein Ort in unserem Sonnensystem sein. Bisher waren zwei Pioneer-, die beiden Voyager-Raumsonden sowie New Horizons die einzigen bekannten Objekte mit einer solchen Flugbahn, die sie aber nur mit Hilfe von Raketentriebwerken erreicht haben.

Nachtrag vom 26. Oktober 2017, 8:22 Uhr

Eine Beobachtung mit dem acht Meter großen Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) zeigte keine Aktivität, wie sie von einem Kometen zu erwarten wäre. Das Objekt wurde deshalb entsprechend den Richtlinien als Asteroid kategorisiert und in A/2017 U1 umbenannt.


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bombinho 17. Nov 2017

+1 kam mir so oder so aehnlich auch als Erstes in den Sinn.

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leed 27. Okt 2017

Der New Horizons Ansatz wäre aber doch interessant. Kann man halt nicht in Orbit kommen...

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leed 27. Okt 2017

Geht ja eigentlich nicht um Kontakt. Unsere paar Millionen Jahren Evolution bis zur...

Themenstart

xxsblack 26. Okt 2017

Und wie soll sich das Teleskop auf einen Punkt konzentrieren? Mit hoher...

Themenstart

Ovaron 26. Okt 2017

Ausrechnen wieviele Partikel interstellare Materie Rama wohl auf seiner Oberfläche...

Themenstart

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