Astronomie: Ein Zwergplanet mit Ring

Nicht nur Riesenplaneten wie Saturn können Ringe haben. Neu veröffentlichte Beobachtungen des Himmelskörpers Haumea zeigen, dass auch er einen hat. Sie stellen aber auch infrage, ob er überhaupt ein Zwergplanet ist.

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Künstlerische Darstellung von Haumea - noch ohne Ring
Künstlerische Darstellung von Haumea - noch ohne Ring (Bild: gemeinfrei)

Am 21. Januar bot sich in diesem Jahr eine gute Gelegenheit, mehr über den Zwergplaneten Haumea zu erfahren. Er bedeckte von der Erde aus gesehen einen etwas helleren Stern, so dass Astronomen interessante Beobachtungen machen konnten. Die Ergebnisse wurden jetzt in einem Artikel des Wissenschaftsjournals Nature veröffentlicht. Möglicherweise muss der Himmelskörper nun neu klassifiziert werden.

Inhalt:
  1. Astronomie: Ein Zwergplanet mit Ring
  2. Der Ring bleibt ein Ring

Entdeckt wurde Haumea von Astronomen im Dezember 2004. Viel war über ihn nicht bekannt. Ähnlich wie Pluto befindet er sich in einer entfernten elliptischen Bahn, auf der ein Umlauf der Sonne über 284 Jahre dauert. Mit einer mittleren Entfernung von 6,5 Milliarden Kilometern ist er zu weit entfernt, um Details mit einem Teleskop zu erkennen. Gefunden wurden allerdings zwei Monde, mit denen die Masse Haumeas bestimmt werden konnte. Außerdem konnte durch einen Vergleich der Infrarotstrahlung von Haumea mit der Helligkeit des reflektierten Lichts seine ungefähre Größe bestimmt werden. Aus regelmäßigen Helligkeitsschwankungen konnte auf eine Tageslänge von nur vier Stunden und eine stark ellipsoide Form geschlossen werden.

Haumea ist größer und dunkler als angenommen

Der Schatten des Zwergplaneten zog im vergangenen Januar nachts über Mitteleuropa, wo eine Reihe von Observatorien kontinuierlich die Helligkeit des Sterns maßen, um den genauen Zeitpunkt der Verdunkelung zu messen. Jede Messreihe entspricht dabei einem Streifen entlang des Zwergplaneten. Auf diese Weise kann seine Form wie mit der CCD-Zeile eines Photoscanners gemessen werden.

Mehr als zehn solcher Zeilen konnten die Messungen letztlich nicht liefern, was trotzdem ausreicht, um die geometrische Form des Zwergplaneten weitgehend bestimmen zu können. Die Daten kamen von zwölf Teleskopen. Von denen befanden sich zwei auf dem Wendelstein-Observatorium in Bayern. Ein weiteres Teleskop auf dem Berg Agliale in Italien lag, wie sich herausstellte, knapp außerhalb des Schattens. Der Scan lieferte das Bild einer Ellipse mit 1.704 ±​ 4 Kilometern Länge und 1.138 ±​ 26 Kilometern Breite. Zusammen mit den bekannten Beobachtungen der Rotation konnten die Forscher die Länge der dritten Achse, die zu dem Zeitpunkt Richtung Erde zeigte, mit mindestens 2.322 Kilometern Länge angeben.

Ist Haumea ein Zwergplanet oder ein Asteroid?

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Haumea ist deutlich größer und weniger hell, als bisher angenommen. Damit wird der Status von Haumea als Zwergplanet infrage gestellt. Laut Definition wird aus einem Asteroiden nur dann ein Zwergplanet, wenn seine Form dem hydrostatischen Gleichgewicht entspricht, wenn also die Form nur von Gravitation und Rotation bestimmt wird. Die Gravitation muss also groß genug sein, um die Reibungskräfte zwischen Sand und Steinen zu überwinden, die auf der Erde Hügeln und Bergen ihre Struktur und Form geben.

Haumea kann seine ungewöhnliche Form nach den neuen Beobachten nur beibehalten, weil diese Reibungskräfte der Gravitation entgegenwirken. Vorher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die Gravitation Haumeas stark genug ist, um das Gestein im Lauf der Jahrmilliarden so zu verformen, dass seine Form das hydrostatische Gleichgewicht erreichte. Ob Haumea nun tatsächlich neu klassifiziert wird, muss aber die Internationale Astronomische Union entscheiden, die ihm den Status im Jahr 2008 verliehen hat.

Noch spannender ist eine zweite Erkenntnis aus der Beobachtung.

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Der Ring bleibt ein Ring 
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