Der Ring bleibt ein Ring

Der Stern, vor dem Haumea entlangzog, wurde schon vor und auch nach der eigentlichen Bedeckung etwas dunkler, ohne dabei vollständig zu verschwinden, wie die Astronomen beobachteten. Haumea muss einen Ring aus Staub und Gesteinstrümmern haben, der etwa die Hälfte des Sternenlichts blockiert hat.

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Der 70 Kilometer breite Ring mit einem Durchmesser von 2.287 (+75/-45) Kilometern ist möglicherweise das Resultat von Kollisionen von Meteoriten mit Haumea oder einem seiner beiden Monde. Durch seine Entfernung befindet sich der Ring in einer 3-zu-1-Resonanz mit Haumea. Ein Teilchen im Ring umrundet ihn innerhalb von zwölf Stunden, während sich Haumea selbst alle vier Stunden um die eigene Achse dreht. Es ist möglich, dass die Resonanz allein ausreicht, um den Ring zu stabilisieren, aber um sicher zu sein, müssten die Wissenschaftler mehr über die genaue Form und Masseverteilung innerhalb von Haumea und seinen Monden wissen.

Die Gravitation löst jeden Klumpen auf

Der Ring selbst befindet sich innerhalb der Roche-Grenze von Haumea, weshalb sich die kleinen Teilchen darin nie zu einem dritten Mond zusammenballen können werden. Denn dazu müsste zunächst ein Klumpen entstehen, der nur durch die eigene Gravitation zusammengehalten wird. Auf alle Teilchen auf der Haumea zugewandten Seite des Klumpens würde aber eine größere Anziehungskraft wirken als auf der weiter entfernten abgewandten Seite des Klumpens.

Gleichzeitig wirken wegen der Fliehkraft auf der Orbitalbahn Kräfte nach außen. Außerdem haben Teilchen auf Bahnen mit unterschiedlichen Durchmessern auch unterschiedliche Umlaufzeiten, wodurch zusätzlich Scherkräfte wirken. Innerhalb des Roche-Limits sind alle diese Kräfte größer als die Eigengravitation eines Staubklumpens, der deshalb immer wieder auseinandergerissen wird.

Eine Raumsonde könnte Haumea in sechs Jahren erreichen

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Die Beobachtung eines Rings um Haumea ist interessant, obwohl es nicht die erste Beobachtung eines Rings um einen Asteroiden ist. Schon 2014 konnte ein Ring um den 250 Kilometer großen Asteroiden Chariklo, zwischen Saturn und Uranus, nachgewiesen werden. Haumeas Ring ist der erste eines Asteroiden außerhalb der Bahn des Neptun, dem entferntesten Planeten des Sonnensystems. Es lässt sich deshalb vermuten, dass auch noch andere entfernte Asteroiden solche Ringe haben könnten.

Die Raumsonde New Horizons, die 2015 an Pluto vorbeiflog, soll Anfang 2019 den Asteroiden 2014MU69 besuchen, der sich in ähnlicher Entfernung wie Haumea befindet. Haumea selbst kann die Sonde leider nicht beobachten, dazu befindet sie sich auf der falschen Flugbahn. Berechnungen zufolge könnte eine Raumsonde mit Ionenantrieb das System in sechs Jahren Flugzeit erreichen. Allerdings gibt es dazu weder eine passende Raumsonde noch konkrete Pläne, eine zu starten.

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 Astronomie: Ein Zwergplanet mit Ring
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