Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

So läuft die Sonnenfinsternis ab

Eine totale Sonnenfinsternis läuft in fünf Phasen ab, die wir uns im Folgenden genauer anschauen. Für das Jahr 2026 steht die Sonne schon sehr tief über dem Horizont, daher ist die Wahl des Beobachtungsortes entscheidend. Wichtig ist ein freier Blick in Richtung Nordwesten am besten auf einem erhöhten Standort.

Die Beobachtung wird vermutlich durch den längeren Weg des Lichts durch die Atmosphäre sowie Dunst und mögliche Wolken erschwert, die sich häufig am Horizont finden.

Phase 1: Der erste Kontakt (Beginn der partiellen Phase)

Definition: Der sichtbare Rand der Mondscheibe berührt scheinbar den äußeren Rand der Sonnenscheibe.
Beobachtung: Mit bloßem Auge ist zunächst keine Veränderung der Umgebung erkennbar. Erst durch eine Schutzbrille oder über eine Kamera wird eine kleine, dunkle Delle am Sonnenrand sichtbar.
Dauer: Diese erste partielle Phase dauert je nach Standort und Bahngeschwindigkeit etwa 60 bis 90 Minuten. Die Sonne nimmt dabei die Form einer immer schmaler werdenden Sichel an.

Phase 2: Der zweite Kontakt (Beginn der Totalität)

Definition: Der Mond bedeckt die Sonnenscheibe nun vollständig. Dies ist der spektakulärste Moment, in dem innerhalb von Sekunden das Tageslicht schwindet.
Optische Begleitphänomene:
Fliegende Schatten: Kurz vor der vollständigen Berdeckung bilden sich durch Lichtbrechungen in den Luftschichten der Erdatmosphäre wellenartige Schattenbänder auf hellen Böden oder Hauswänden.
Baily-Perlen (Perlschnurphänomen): Da die Mondoberfläche durch Krater und Berge uneben ist, scheint das letzte Sonnenlicht durch die tiefen Mondtäler. Es entsteht der Eindruck einer leuchtenden Perlenschnur am Mondrand.
Der Diamantring-Effekt: Wenn nur noch ein einziges Lichtbündel durch das letzte Mondtal bricht, blitzt ein extrem heller Punkt auf. Zusammen mit dem schwach sichtbaren Ring der inneren Korona wirkt das Phänomen wie ein funkelnder Brillantring.
Dauer: wenige Sekunden. Der Übergang in die Totalität ist relativ schnell.

Phase 3: Die totale Phase (Die Totalität)

Definition: Die Sonne ist komplett hinter dem Mond verborgen.
Die Korona: Die extrem heiße, dünne Atmosphäre der Sonne (Korona) wird als filigraner, perlweißer Strahlenkranz um die schwarze Mondscheibe herum sichtbar. Sie ist unter normalen Bedingungen wegen der Helligkeit der Sonne unsichtbar. Wer gute Augen hat oder mit einer Kamera Aufnahmen macht, der kann schwache Details der Mondoberfläche (Erdschein oder auch "Davinci Glow") wahrnehmen, die durch das von der Erde reflektierte Licht der Sonne erhellt werden.
Umgebungsänderungen:Die Temperatur sinkt spürbar um mehrere Grad ab.
Ein unnatürliches, dämmriges Licht breitet sich aus.
Am Horizont zeigt sich ein 360-Grad-Dämmerungsleuchten, ähnlich einem rundum verlaufenden Abendhimmel.
Tiere reagieren irritiert: Vögel verstummen oft und suchen ihre Nester auf, während nachtaktive Insekten erwachen.
Hellere Sterne und Planeten (wie Venus oder Jupiter) werden am Himmel sichtbar.
Dauer: Die Totalität ist sehr kurz. Sie dauert je nach geografischer Lage der Beobachtung nur wenige Sekunden bis maximal etwa 7,5 Minuten. Im Jahr 2026 ist diese Phase ca. 1,5 Minuten lang, während sie im kommenden Jahr über 6 Minuten lang ist.
Beobachtung: Während dieser Phase ist es sicher, die Schutzbrille und Kamerafilter zu entfernen.

Phase 4: Der dritte Kontakt (Ende der Totalität)

Definition: Der Mond bewegt sich weiter und gibt den ersten Strahl der Sonnenscheibe auf der gegenüberliegenden Seite wieder frei.
Beobachtung: Der Ablauf von Phase 2 wiederholt sich in umgekehrter Reihenfolge. Es blitzt erneut der Diamantring-Effekt auf, gefolgt von den Baily-Perlen.
Die Totalität ist schlagartig beendet, und das Tageslicht kehrt rasch zurück. Wichtig ist, beim ersten Aufblitzen von Sonnenlicht die Schutzbrillen wieder aufzusetzen.

Phase 5: Der vierte Kontakt (Ende der Finsternis)

Definition: Der hintere Rand des Mondes verlässt die Sonnenscheibe vollständig.
Beobachtung: Während dieser letzten 60 bis 90 Minuten wächst die Sonnensichel wieder zu einer vollen Kreisscheibe heran.

Diese Webseite(öffnet im neuen Fenster) bietet eine sehr gute Übersicht über den Pfad der Totalität und auch die Seite Time and Date(öffnet im neuen Fenster) liefert eine gute Fülle an Informationen.

In Deutschland ist die Sonnenfinsternis nur partiell zu beobachten und das auch sehr kurz vor Sonnenuntergang. In Berlin ist das in der Zeit der größten Bedeckung (84 Prozent).

Je weiter westlich man sich befindet, desto höher steht die Sonne am Horizont während der Bedeckung.

Sichtbarkeit der Sonnenfinsternis
Stadt max. Bedeckung Höhe über Horizont Uhrzeit
Hamburg 85 %5.8° 20:07 Uhr
Berlin84 %3.3°20:08 Uhr
München88 %1.8°20:15 Uhr
Köln88 %20:12 Uhr
Hannover86 %20:09 Uhr
Trier89 %5.5°20:14 Uhr

Das nächste Ereignis dieser Art über europäischem Boden wird es erst wieder 2081 geben. 2027 und 2053 liegt gerade mal der südliche Zipfel von Spanien im Pfad der Totalität, die primär im Norden von Afrika zu beobachten ist. Es lohnt sich also, dieses Mal dabei zu sein – auch, wenn man sich nicht extra auf den Weg nach Spanien machen will oder kann. Das angeschaffte Equipment kann man auch in der Zukunft noch oft gut gebrauchen, denn auch jenseits einer Sonnenfinsternis gibt es am Himmel viele spannende Dinge zu beobachten.


Relevante Themen