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Die Sonnenfinsternis mit der Kamera aufnehmen

Die gängigste Methode, ein Bild oder eine ganze Serie von Bildern zu machen, ist eine Kamera und idealerweise ein Teleobjektiv. Auch hier kommt wieder ein Sonnenfilter zum Einsatz, der vor die Frontlinse montiert wird.

Der Fokus wird manuell eingestellt, da der Autofokus zwar theoretisch funktioniert, aber nicht sehr zuverlässig. Da trotz Sonnenfilter die Sonne noch extrem hell ist, reicht bei 600 mm Brennweite in meinem Fall eine Verschlusszeit von 1/1.000 s bei Blende 13 und ISO 200. Die Belichtung wird so gewählt, dass die Sonne schon recht dunkel ist und keine Details überbelichtet werden.

Nun können wir ein Bild der Sonne machen und später in der Nachbearbeitung noch ein wenig verbessern.

Für die Sonnenfinsternis spannend ist auch eine Abfolge von Bildern der einzelnen Phasen. Wer eine Kamera hat, die Intervallaufnahmen bietet, der kann genug Bilder für eine Zeitrafferaufnahme sammeln.

Ich nutze noch eine andere Methode, um mehr Details der Sonnenoberfläche einzusammeln: eine gestackte Aufnahme. Dabei werden eine ganze Reihe von Bildern zusammengerechnet, um die lokale Unschärfe durch die Luftunruhe auszugleichen und ein schärferes Bild zu erhalten.

Meine Kamera hat einen Burst-Modus, bei dem in schneller Folge sehr viele Aufnahmen hintereinander gemacht werden. Mit dreimal Auslösen der Kamera komme ich so auf 68 Einzelbilder im RAW-Format. Ein Programm namens PIPP (Planetary Imaging Preprocessor, Windows) analysiert die einzelnen Bilder, scheidet sie auf ein 3.200 x 3.200 Pixel großes Format zu mit der Sonnenscheibe jeweils in der Mitte des Bildes.

Das Ausgabeformat ist eine SER-Datei, welche die Bilder in einer Sequenz enthält. Das nächste Programm heißt Autostakkert (Windows) und dient zum Verarbeiten der Bildsequenz zu einem einzelnen Gesamtbild. Dabei nutze ich 75 Prozent der besten Bilder (bewertet nach Schärfe und Kontrast), die dann pixelgenau übereinandergelegt und kombiniert werden.

Ein drittes Programm namens Astrosurface bietet Funktionen, um den Kontrast, die Details und Schärfe zu verbessern.

Da im Laufe der Bearbeitung das Bild in Graustufen umgewandelt wurde, wird im letzten Schritt das Bild wieder eingefärbt und bekommt mit einigen finalen Anpassungen in einem Fotobearbeitungsprogramm den letzten Schliff.


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