Die Sonne mit dem Smartphone fotografieren
Für viele ist das fotografische Dokumentieren der Sonnenfinsternis ein wesentlicher Bestandteil des Erlebnisses. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten und Dinge, die beachtet werden wollen, um Schäden an Kamera und Gesundheit zu vermeiden.
Die einfachste und für die meisten schnellste Methode, die Sonne zu fotografieren, ist das eigene Handy. Allerdings haben wir schon festgestellt, dass die Sonne mit 0,5° Winkelausdehnung am Himmel nicht sehr groß ist. Demzufolge sind Bilder mit dem Telefon, zum Beispiel durch den Filter der Sonnenfinsternisbrille, eher enttäuschend.
Von der Sonnenscheibe bleibt nur ein kleiner, heller Punkt übrig, der keine Details zeigt. Während der Sonnenfinsternis selbst wird man aber zumindest den partiellen Verlauf mit dem abgedunkelten Teil der Sonne festhalten können.
Je nach Telefon und verbauter Kamera gibt es ggf. einen Tele-Modus, der eine stärkere Vergrößerung ermöglicht. Ein rein digitaler Zoom hilft hier in der Regel aber nicht wirklich weiter. Da das Bildfeld sehr viel kleiner wird, ist ein Stativ mit Handyhalterung auf jeden Fall zu empfehlen, um die Kamera ruhig zu halten.
Praktisch sind beim Beobachten der Sonne spezielle Sonnenfilter für Mobiltelefone, die auch mehrere Linsen abdecken können. Wer eine Sonnenfinsternisbrille zweckentfremdet, sollte darauf achten, dass keine Linse unbedeckt bleibt.
Die Qualität der Bilder hängt stark von der Kamera des Telefons und der Geduld der Fotografierenden ab. Hilfreich ist es, wenn man die Einstellungen wie ISO (Empfindlichkeit) und Belichtungskorrektur manuell anpassen kann.
Im Automatikmodus neigen die Kamera-Apps zum Überbelichten. Auch der Fokus ist unter Umständen ein Problem, da der Autofokus immer gut funktioniert. Wer eine App für manuelle Kamerakontrolle hat, sollte am besten diese benutzen.
Wer mit dem Telefon etwas mehr Aufwand betreiben mag, der kann etwa ein kleines Spektiv mit Handyhalter nutzen. Ich habe zum Beispiel mit einem sehr einfach gebastelten Sonnenfilter mit der Baader-Sonnenfolie, einem preiswerten Spektiv auf einem Stativ plus einem Mobiltelefon an einem Handyhalter experimentiert.
Wer weniger basteln möchte, der kann z. B. auf das Hestia(öffnet im neuen Fenster) der Firma Vaonis zurückgreifen. Die Handhabung ist am Anfang etwas ungewohnt, aber wenn man das Telefon einmal sauber mit den magnetischen Halterungen positioniert hat, muss man nur noch die Sonne ins Bildfeld bekommen und den Fokus sauber einstellen.
Das bedarf ein wenig Übung und Erfahrung, geht dann aber recht schnell von der Hand. Zu empfehlen ist auf jeden Fall ein Stativ mit Fluidkopf, da das Nachführen auf die Sonne so deutlich einfacher wird. Die zugehörige App namens Gravity unterstützt dabei bei der Ausrichtung des Telefons, den Kameraeinstellungen und dem Auffinden der Sonne. Dafür lassen sich mit dem Hestia aber erstaunlich gute Sonnenbilder mit dem Handy machen.
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