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Beobachtung mit dem Teleskop: besonders eindrucksvoll

Besonders eindrucksvoll ist das Beobachten der Sonne mit einem Teleskop. Dazu braucht es noch nicht einmal ein sehr großes oder teures Teleskop. Brennweiten ab 350 mm aufwärts reichen schon aus, um erste Details zu erkennen. Brennweiten zwischen 500 mm und 1.000 mm sind ideal, da sie eine starke Vergrößerung zulassen.

Sehr lichtstark muss das Teleskop nicht sein, da die Sonne genug Licht liefert. Ein kleines Maksutov-Teleskop mit 90 oder 102 mm Öffnung funktioniert etwa super als Reiseteleskop, da es sehr kompakt ist.

Wichtig bei der Beobachtung ist allerdings die Nachführung des Teleskops. Da die Erde sich dreht, bewegt sich die Sonne am Himmel weiter und wird so aus dem Bildfeld des Teleskops wandern. Wer eine rein mechanische Montierung für das Teleskop hat, muss hier je nach Brennweite mehr oder weniger oft korrigierend eingreifen. Eine automatische Nachführung macht das etwas einfacher.

Die einfachste Teleskoplösung: die Baader-Sonnenprojektionsbox

Es gibt verschiedene Methoden, wie man die Sonne mit einem Teleskop beobachten kann. Der einfachste und für eine Gruppe von Menschen vermutlich beste Weg ist eine Sonnenprojektionsbox. Dabei handelt es sich um eine geschlossene Box aus Pappe, Plastik oder Metall, an deren Stirnseite eine diffuse, aber lichtdurchlässige Fläche angebracht ist.

Der Abstand der Box vom Teleskopende, in dem das Okular sitzt, ist so gewählt, dass man ein großes und scharfes Bild der Sonnenscheibe auf der Projektionsfläche dargestellt bekommt. Da sich die Energie der Sonne auf die komplette Fläche verteilt, ist die Wärmeentwicklung gering und eine Beobachtung ist auch über eine längere Zeit möglich.

Ich habe einen BSPS(öffnet im neuen Fenster) (Baader Solar Projection Screen) aus einem Bausatz zusammengebaut und mittels eines OPFA (Okular-Projektions Fokus Adapter) an einem Refraktor mit einem 10-mm-Okular angeschraubt. Das Teleskop hat eine Brennweite von 660 mm, was in Verbindung mit einem 10-mm-Okular ein ca. 7 cm großes Sonnenbild ergibt. Leider sind an diesem Tag immer wieder Wolken durch das Bild gezogen und es gab auch nur einen Sonnenfleck auf der Sonne zu entdecken.

Da dabei niemand direkt durch das Teleskop schauen muss, ist diese Methode der Beobachtung besonders sicher und daher auch sehr gut für Kinder unter Aufsicht geeignet. Auch in einer Gruppe hat diese Methode Vorteile, da mehrere Personen gleichzeitig beobachten können.

Sonnenfilter für Teleskope

Eine weitere Methode funktioniert für Teleskope genauso wie für Ferngläser: ein passender Sonnenfilter vor der Frontlinse des Teleskops. Hier gibt es fertige Rahmen mit Halteschrauben, die eine Anpassung an den Tubus erlauben und somit einen sicheren Sitz ermöglichen. Da wir bei der Nutzung eines solchen Filters direkt durch das Teleskop schauen, ist eine sichere Befestigung besonders wichtig.

Das Beobachten mit dieser Art Filter erfolgt wie bei "normalen" Beobachtungen mit dem Teleskop. Allerdings sollte man einige wichtige Punkte beachten:

1. Der Sonnenfilter muss immer zuerst angebaut werden, bevor das Teleskop auf die Sonne gerichtet wird.
2. Zusätzliche Sucherfernrohre am Teleskop sind zu entfernen oder abzudecken.
3. Stetige Vorsicht und Aufmerksamkeit beim Beobachten ist geboten.
4. Am Ende erst das Teleskop aus der Sonne bewegen, dann den Filter entfernen.
5. Wenn der Filter nicht auf dem Teleskop sitzt, wird immer der Objektivdeckel auf das Teleskop gesetzt.

Aufgrund der starken Verdunkelung braucht es etwas Erfahrung, um die Sonne ins Bildfeld zu bekommen. Wer die Sonnenfinsternis so beobachten will, sollte vorher ein wenig üben.

Solche Filter, die es in unterschiedlichen Größen gibt, in der Regel mit einem Von-bis-Bereich der abgedeckten Durchmesser, funktionieren auch für große Ferngläser mit Öffnungen von 70 mm oder größer.

Der Herschelkeil macht die Sonnenbeobachtung per Teleskop sicher

Eine deutlich sichere Variante der Beobachtung mit einem Teleskop ist ein sogenannter Herschelkeil(öffnet im neuen Fenster) (oder auch Herschelprisma). Dieses Bauteil wird am Ende des Teleskops statt des normalen Zenitprismas angebracht. Da das Bauteil fest mit dem Teleskop verbunden wird, ist die Gefahr, durch eine Unachtsamkeit geblendet zu werden, deutlich geringer.

Der Herschelkeil funktioniert so, dass nur ca. 4 Prozent des Lichts in Richtung Okular reflektiert wird. Das restliche Licht geht durch das Material und kann so nicht ins Auge gelangen. Einige Geräte haben noch eine Art "Mattscheibe" auf der Rückseite. Eine Keramik leitet hier die Wärme sinnvoll ab und dient gleichzeitig auch als Zielhilfe, um die Sonne einfacher ins Bild zu bekommen.

Wichtig ist, dass auch ein Herschelprisma immer mit einem zusätzlichen Filter genutzt werden muss. Die 4 Prozent reflektiertes Sonnenlicht sind immer noch um den Faktor 1.000 zu stark für ein sicheres Beobachten. In der Regel werden diese Filter in den Strahlengang des Herschelkeils geschraubt.

Sonnenfilter im Selbstbau mit Baader-Folie

Wer sich einen Filter selbst bauen möchte, kann das mit der Filterfolie von Baader-Planetarium(öffnet im neuen Fenster) machen. Es handelt sich dabei um die gleiche Folie wie in den Weißlicht-Sonnenfiltern bzw. den Sonnenfinsternisbrillen.

Meist auf einem Bogen in A4-Größe (teilweise auch kleiner), können sich geübte Bastler einen eigenen Filter für die Kamera, das Fernglas, das Handy oder einfach nur zum so Durchschauen herstellen. Es sind auch Größen bis 117 x 117 cm möglich, falls man ein etwas größeres Teleskop mit einem Sonnenfilter ausstatten möchte.

Wichtig bei allen Arbeiten, aber vor allem für Filter, die mit dem bloßen Auge genutzt werden, ist, dass die Folie auf keinen Fall beschädigt werden darf. Kratzer, Löcher oder selbst kleine Knicke können die Filterwirkung schon beeinflussen. Daher ist hier besondere Sorgfalt wichtig.


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