Abo
  • Services:

Neptun ist nicht Planet X ...

Aber als die Astronomen in den nächsten Jahrzehnten Uranus und Neptun beobachteten, stellten sie fest, dass immer noch nicht alles so lief, wie es sollte. Auch bei Berücksichtigung des neuen Himmelskörpers gab es weiterhin Abweichungen zwischen Theorie und Beobachtung. Da musste noch etwas sein; ein weiterer Planet X, dessen Einfluss nicht einberechnet worden war. Also ging die Suche weiter.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  2. Drachen-Propangas GmbH, Frankfurt am Main

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand sie hauptsächlich in den USA statt, und zwar in der Sternwarte, die der reiche Geschäftsmann Percival Lowell gegründet hatte. Er wollte den fehlenden neunten Planeten unseres Sonnensystems unbedingt finden, und er war es auch, der ihm den Namen "Planet X" gegeben hat (entgegen der populären Meinung stand das "X" hier nie für die Zahl 10 sondern immer - so wie in der Mathematik - ganz allgemein für etwas Unbekanntes). Und tatsächlich war man erfolgreich: Clyde Tombaugh, der nach Lowells Tod dessen Arbeit weiterführte, entdeckte am 18. Februar 1930 einen unbekannten Himmelskörper, der weiter entfernt seine Runden um die Sonne zog als alle anderen.

  • Uranus! (Bild: NASA/JPL-Caltech)
  • Pluto und sein Mond Charon auf der ersten Farbaufnahme von New Horizons während des Anflugs auf das System (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)
  • Pluto! Super-Himmelskörper, aber ständig Anlass für Streit (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)
  • Große, runde Asteroiden von denen einige als Zwergplaneten bezeichnet werden, andere jedoch nicht (Bild: BilderMax, CC-BY-SA 3.0)
  • Oortsche Wolke: Größenvergleich zum Rest des Sonnensystems. Ebenfalls eingezeichnet ist die Bahn des Asteroiden Sedna. (Bild: NASA, public domain)
  • Schematische Darstellung von Kuipergürtel und Oortscher Wolke (Bild: NASA)
  • Sedna ist so weit entfernt, dass man nur einen winzigen Lichtpunkt erkennen kann. (Bild: NASA)
  • Argument des Perihels (Bild: Florian Freistetter)
  • So soll Planet 9 aussehen. (Bild: Caltech/R.Hurt (IPAC)
  •  Mike Brown stellt am 20. Januar 2016 vor einer Computersimulation des Planet 9 neue Erkenntnisse vor. (Bild: Mario Anzuoni/Reuters)
Pluto und sein Mond Charon auf der ersten Farbaufnahme von New Horizons während des Anflugs auf das System (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

Er bekam den Namen "Pluto" und wurde sofort als neuer Planet in die Familie des Sonnensystems aufgenommen. Eine vielleicht etwas überstürzte Entscheidung, denn schnell stellte sich heraus, dass Pluto viel, viel kleiner war als die bisherigen Planeten. Eigentlich zu klein, um die Bahnen von Uranus und Neptun ausreichend beeinflussen zu können. Auch Pluto konnte nicht der lang gesuchte Planet X sein - und erst im Jahr 1989 stellte sich heraus, dass das auch gar nicht nötig war.

... oder doch?

Da flog die Raumsonde Voyager 2 an Neptun vorbei. Dabei erhielt man nicht nur das erste Mal detaillierte Bilder des Planeten, sondern konnte auch dessen Masse so genau bestimmen wie nie zuvor. Der Astronom Myles Standish nutzte diese neuen Daten, um alles noch mal von Anfang an durchzurechnen. Und stellte fest: Die Abweichungen in der Bahn des Uranus verschwinden, wenn man in den Rechnungen die neu bestimmte Masse des Neptuns einsetzte!

Es braucht also gar keinen weiteren Planet X! Das Sonnensystem, so wie es damals bekannt war, funktioniert wunderbar. Die beobachtete Bewegung aller Himmelskörper stimmt endlich mit den Berechnungen überein. Im Jahr 1989 schien die Sache mit den hypothetischen Planeten im äußeren Sonnensystem also zur Zufriedenheit aller Astronomen erledigt zu sein. Aber nur drei Jahre später gab es eine neue Entdeckung, die wieder alles durcheinanderbrachte.

 Astronomie: Die lange Suche nach Planet XZwischenspiel im Kuipergürtel und das Verschwinden eines Planeten 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9. 8
  10. 9
  11. 10
  12.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 349€
  2. 229,90€ + 5,99€ Versand
  3. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

AnnonymerAnalph... 03. Feb 2016

... fällt bei dem unreflektierten "Hype" mancher Medien auf. Danke.

Basinator 03. Feb 2016

+ 0,99...

FlorianFreistetter 01. Feb 2016

Eigentlich sollte es hier ein Bild geben mit einer möglichen (möglichen! Man weiß noch...

PearNotApple 01. Feb 2016

Daumen hoch auch von mir. Man lernt viel bei Golem.

Diach 01. Feb 2016

Vorsicht! Lesen gefährdet die Dummheit! Kleiner Scherz am Rande. Werbung sollte...


Folgen Sie uns
       


Hackerangriff auf die Bundesregierung - Interview

Golem.de-Security-Redakteur Hauke Gierow klärt über den Hackerangriff auf die Bundesregierung auf.

Hackerangriff auf die Bundesregierung - Interview Video aufrufen
HTC Vive Pro im Test: Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf
HTC Vive Pro im Test
Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf

Höhere Auflösung, integrierter Kopfhörer und ein sehr bequemer Kopfbügel: Das HTC Vive Pro macht alles besser und gilt für uns als das beste VR-Headset, das wir bisher ausprobiert haben. Allerdings ist der Preis dafür so hoch, dass kaufen meist keine clevere Entscheidung ist.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. VR-Headset HTCs Vive Pro kostet 880 Euro
  2. HTC Vive Pro ausprobiert VR-Headset hat mehr Pixel und Komfort
  3. Vive Focus HTC stellt autarkes VR-Headset vor

P20 Pro im Kameratest: Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz
P20 Pro im Kameratest
Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz

Mit dem P20 Pro will Huawei sich an die Spitze der Smartphone-Kameras katapultieren. Im Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz zeigt sich, dass das P20 Pro tatsächlich über eine sehr gute Kamera verfügt: Die KI-Funktionen können unerfahrenen Nutzern zudem das Fotografieren erleichtern.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android Huawei präsentiert drei neue Smartphones ab 120 Euro
  2. Wie Samsung Huawei soll noch für dieses Jahr faltbares Smartphone planen
  3. Porsche Design Mate RS Huawei bringt 512-GByte-Smartphone für 2.100 Euro

BeA: Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet
BeA
Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet

Das deutsche Rechtsanwaltsregister hat eine schwere Sicherheitslücke. Schuld daran ist eine veraltete Java-Komponente, die für einen Padding-Oracle-Angriff verwundbar ist. Das Rechtsanwaltsregister ist Teil des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs, war aber anders als dieses weiterhin online.
Eine Exklusivmeldung von Hanno Böck

  1. BeA Secunet findet noch mehr Lücken im Anwaltspostfach
  2. EGVP Empfangsbestätigungen einer Klage sind verwertbar
  3. BeA Anwälte wollen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einklagen

    •  /