Neptun ist nicht Planet X ...

Aber als die Astronomen in den nächsten Jahrzehnten Uranus und Neptun beobachteten, stellten sie fest, dass immer noch nicht alles so lief, wie es sollte. Auch bei Berücksichtigung des neuen Himmelskörpers gab es weiterhin Abweichungen zwischen Theorie und Beobachtung. Da musste noch etwas sein; ein weiterer Planet X, dessen Einfluss nicht einberechnet worden war. Also ging die Suche weiter.

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand sie hauptsächlich in den USA statt, und zwar in der Sternwarte, die der reiche Geschäftsmann Percival Lowell gegründet hatte. Er wollte den fehlenden neunten Planeten unseres Sonnensystems unbedingt finden, und er war es auch, der ihm den Namen "Planet X" gegeben hat (entgegen der populären Meinung stand das "X" hier nie für die Zahl 10 sondern immer - so wie in der Mathematik - ganz allgemein für etwas Unbekanntes). Und tatsächlich war man erfolgreich: Clyde Tombaugh, der nach Lowells Tod dessen Arbeit weiterführte, entdeckte am 18. Februar 1930 einen unbekannten Himmelskörper, der weiter entfernt seine Runden um die Sonne zog als alle anderen.

  • Uranus! (Bild: NASA/JPL-Caltech)
  • Pluto und sein Mond Charon auf der ersten Farbaufnahme von New Horizons während des Anflugs auf das System (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)
  • Pluto! Super-Himmelskörper, aber ständig Anlass für Streit (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)
  • Große, runde Asteroiden von denen einige als Zwergplaneten bezeichnet werden, andere jedoch nicht (Bild: BilderMax, CC-BY-SA 3.0)
  • Oortsche Wolke: Größenvergleich zum Rest des Sonnensystems. Ebenfalls eingezeichnet ist die Bahn des Asteroiden Sedna. (Bild: NASA, public domain)
  • Schematische Darstellung von Kuipergürtel und Oortscher Wolke (Bild: NASA)
  • Sedna ist so weit entfernt, dass man nur einen winzigen Lichtpunkt erkennen kann. (Bild: NASA)
  • Argument des Perihels (Bild: Florian Freistetter)
  • So soll Planet 9 aussehen. (Bild: Caltech/R.Hurt (IPAC)
  •  Mike Brown stellt am 20. Januar 2016 vor einer Computersimulation des Planet 9 neue Erkenntnisse vor. (Bild: Mario Anzuoni/Reuters)
Pluto und sein Mond Charon auf der ersten Farbaufnahme von New Horizons während des Anflugs auf das System (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

Er bekam den Namen "Pluto" und wurde sofort als neuer Planet in die Familie des Sonnensystems aufgenommen. Eine vielleicht etwas überstürzte Entscheidung, denn schnell stellte sich heraus, dass Pluto viel, viel kleiner war als die bisherigen Planeten. Eigentlich zu klein, um die Bahnen von Uranus und Neptun ausreichend beeinflussen zu können. Auch Pluto konnte nicht der lang gesuchte Planet X sein - und erst im Jahr 1989 stellte sich heraus, dass das auch gar nicht nötig war.

... oder doch?

Da flog die Raumsonde Voyager 2 an Neptun vorbei. Dabei erhielt man nicht nur das erste Mal detaillierte Bilder des Planeten, sondern konnte auch dessen Masse so genau bestimmen wie nie zuvor. Der Astronom Myles Standish nutzte diese neuen Daten, um alles noch mal von Anfang an durchzurechnen. Und stellte fest: Die Abweichungen in der Bahn des Uranus verschwinden, wenn man in den Rechnungen die neu bestimmte Masse des Neptuns einsetzte!

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Es braucht also gar keinen weiteren Planet X! Das Sonnensystem, so wie es damals bekannt war, funktioniert wunderbar. Die beobachtete Bewegung aller Himmelskörper stimmt endlich mit den Berechnungen überein. Im Jahr 1989 schien die Sache mit den hypothetischen Planeten im äußeren Sonnensystem also zur Zufriedenheit aller Astronomen erledigt zu sein. Aber nur drei Jahre später gab es eine neue Entdeckung, die wieder alles durcheinanderbrachte.

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 Astronomie: Die lange Suche nach Planet XZwischenspiel im Kuipergürtel und das Verschwinden eines Planeten 
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AnnonymerAnalph... 03. Feb 2016

... fällt bei dem unreflektierten "Hype" mancher Medien auf. Danke.

Basinator 03. Feb 2016

+ 0,99...

FlorianFreistetter 01. Feb 2016

Eigentlich sollte es hier ein Bild geben mit einer möglichen (möglichen! Man weiß noch...

PearNotApple 01. Feb 2016

Daumen hoch auch von mir. Man lernt viel bei Golem.



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