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So stellt sich ein Künstler Planet 9 vor.
So stellt sich ein Künstler Planet 9 vor. (Bild: Caltech/R.Hurt(IPAC)/CC-BY-SA 4.0)

Die Suche geht weiter

In der nächsten Runde der Simulation sahen Brown und Batygin auch noch nach, ob ein störender Planet auch dann noch ausreichend stören kann, wenn seine Bahn gegenüber der Bahn der Asteroiden geneigt ist. Denn diese Möglichkeit hatte man in der ersten Simulation der Einfachheit halber vernachlässigt, in der Realität kann das aber durchaus so sein. Auch so ein Planet kann genügend stören - aber auch hier wird neben der bekannten Gruppe von Asteroiden eine weitere Gruppe produziert, die man noch nicht beobachtet hat bzw. fand man in den Datenbanken ein einzelnes Objekt, das in so eine Gruppe passen könnte.

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Die Geschichte um Planet 9 ist mit der Arbeit von Brown und Batygin definitiv interessanter geworden. Aber nicht unbedingt klarer. Die beiden haben gezeigt, dass ein noch unbekannter Planet die beobachteten Auffälligkeiten von sechs Asteroiden erklären kann. Allerdings würde dieser Mechanismus noch weitere Asteroidengruppen produzieren, von denen man bis jetzt noch nichts wusste. Das kann bedeuten, dass der Mechanismus falsch ist. Oder dass man sie einfach noch nicht entdeckt hat.

Außerdem wurden sowohl beim mathematischen Modell als auch bei der Computersimulation Vereinfachungen genutzt (zwangsläufig; anders geht es meist nicht - es sei denn, man hat beliebig viel Computerpower zur Verfügung). Das bedeutet, dass man auch keinen kompletten Überblick über alle möglichen dynamischen Effekte hat und nicht weiß, ob man vielleicht etwas übersehen hat. Es ist zum Beispiel auch mit dem aktuellen Modell nicht möglich zu erklären, warum sich die beobachtete Asteroidengruppe genau in der Entfernung befindet, in der sie sich befindet, warum es also nicht auch weiter weg entsprechende Asteroiden gibt.

Es gibt also entweder eine weitere Gruppe noch unentdeckter Asteroiden oder aber einen noch unbekannten Mechanismus, der die Asteroiden auf die bekannte Gruppe beschränkt.

Sicher werden bald neue Modelle folgen

Sicherlich werden in den nächsten Wochen und Monaten andere Astronomen andere Modelle finden, die die Beobachtungen ebenfalls (und vermutlich ebenfalls unvollständig) erklären können. Es hat sich also nichts fundamental geändert. So wie früher wissen wir, dass es gute Hinweise auf die Existenz eines weiteren Planeten im äußeren Sonnensystem gibt. Und so wie früher können wir nicht sicher sein, ob er wirklich da ist. Was wir brauchen, sind mehr konkrete Daten: zum Beispiel die Beobachtung der von Brown und Batygin vorhergesagten Asteroidengruppen. Sollten die entdeckt werden, wäre das ein wirklich guter Hinweis, dass der Planet real ist.

Noch besser wäre natürlich die Entdeckung des Planeten selbst. Aber das ist sehr, sehr schwer. Der Planet kann nicht viel mehr Gewicht haben als Neptun, sonst hätte man ihn schon gefunden. Das heißt, dass er recht klein ist und entsprechend wenig Licht reflektiert. Je nachdem, ob er sich auf seiner Bahn gerade in der Nähe (und "Nähe" ist in dem Fall immer noch verdammt weit weg) der Sonne befindet oder weit entfernt, kann er nur mit den besten Teleskopen oder vielleicht auch gar nicht beobachtet werden.

Und so wie es momentan aussieht, wird es schwierig. Nimmt man all die Himmelsbeobachtungen zusammen, die man bis jetzt schon gemacht und kombiniert das mit den wahrscheinlichen Werten für die Umlaufbahn des unbekannten Planeten, dann bleibt nur eine unerfreuliche Variante übrig: Planet 9 muss sich gerade in der Nähe des sonnenfernsten Punkts seiner Bahn befinden, wo er am dunkelsten ist und sich am langsamsten über den Himmel bewegt. Er ist - sofern vorhanden - vermutlich gerade mehr als 500-mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Und befindet sich noch dazu in der Gegend des Himmels, in der wir auch die Milchstraße sehen. Der denkbar schlechteste Ort also, um einen extrem schwach leuchtenden Lichtpunkt zu finden, der schon unter den besten Umständen nur mit großen Teleskopen zu entdecken wäre.

Sollte es "Planet 9" geben, wird es also noch dauern, bevor wir Bescheid wissen. Aber wir sind nun schon seit mehr als 200 Jahren damit beschäftigt, neue Himmelskörper im Sonnensystem zu suchen. Und es gibt keinen Grund, damit aufzuhören. Wir werden auf jeden Fall viele neue Asteroiden fern der Sonne finden und sie werden uns verraten, wo wir weitersuchen müssen und wie erfolgversprechend unser Vorhaben ist. Aber egal ob wir einen "Planet 9" finden werden oder nicht: Während wir suchen, werden wir jede Menge Dinge über das Sonnensystem lernen, die wir bisher noch nicht wussten. Und darauf kommt es ja eigentlich an!

 Die Entdeckung von Planet 9

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AnnonymerAnalph... 03. Feb 2016

... fällt bei dem unreflektierten "Hype" mancher Medien auf. Danke.

Basinator 03. Feb 2016

+ 0,99...

FlorianFreistetter 01. Feb 2016

Eigentlich sollte es hier ein Bild geben mit einer möglichen (möglichen! Man weiß noch...

PearNotApple 01. Feb 2016

Daumen hoch auch von mir. Man lernt viel bei Golem.

Diach 01. Feb 2016

Vorsicht! Lesen gefährdet die Dummheit! Kleiner Scherz am Rande. Werbung sollte...



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