Astronomie: DECam entdeckt großen, potenziell gefährlichen Asteroiden
Die im Hellen sieht man nicht: Das internationale Forschungsprojekt Dark Energy Survey hat einen Asteroiden entdeckt, der der Erde gefährlich werden kann. Er versteckt sich im Sonnenlicht.
Der Asteroid mit der Bezeichnung 2022 AP7 hat einen Durchmesser von 1,5 Kilometern. Seine Umlaufbahn um die Sonne könnte die der Erde eines Tages kreuzen, teilte das zum US-Energieministeriums gehörende Noirlab mit(öffnet im neuen Fenster) . Mit seiner Größe falle er in die Kategorie der Planet Killer. Aktuell stelle er aber keine Gefahr dar.
Planet Killer, auch Global Killer genannt(öffnet im neuen Fenster) , sind Himmelskörper, deren Einschlag auf der Erde Auswirkungen auf den ganzen Planeten haben können, bis hin zu Massensterben oder der Auslöschung allen Lebens. Unter diese Kategorie fallen Himmelskörper ab einer Größe von einem Kilometer. Das knapp 350 Quadratkilometer große Nördlinger Ries(öffnet im neuen Fenster) in Bayern ist mutmaßlich durch den Einschlag eines Himmelskörpers von der Größe von 2022 AP7 entstanden.
2021 LJ4 und 2021 PH27 sind harmlos
Das Team sucht mithilfe der Dark Energy Camera (DECam)(öffnet im neuen Fenster) nach erdnahen Asteroiden (Near Earth Asteroids, NEA). Neben 2022 AP7 hat das Team zwei weitere NEAs im inneren Sonnensystem entdeckt. Die Bahnen von 2021 LJ4 und 2021 PH27 befänden sich aber vollständig innerhalb der Bahn der Erde, schreibt das Team in der Fachzeitschrift Astronomical Journal(öffnet im neuen Fenster) , und seien damit harmlos.
Die Suche nach Asteroiden innerhalb der Bahnen von Erde und Venus sei schwierig, weil die NEAs selten und schwer erkennbar seien, sagte Scott S. Sheppard, Hauptautor der Studie. Um sie zu finden, müssten große Bereiche am Himmel gegen den hellen Dämmerungshimmel und durch die Verzerrungen der Atmosphäre abgesucht werden.
Es gibt nur zwei kurze Beobachtungsfenster pro Tag
Mit Weltraumteleskopen wie Hubble oder James Webb ist die Suche nicht möglich. Ihre Instrumente sind zu empfindlich, um sie gegen die Sonne zu richten. Deshalb werden dafür Teleskope auf der Erde eingesetzt. Doch auch das gestaltet sich schwierig: Den Forschern steht am Morgen und am Abend jeweils nur ein zehn Minuten langes Zeitfenster für die Beobachtungen zur Verfügung. Diesen finden nahe am Horizont statt. Das heißt, es muss eine dicke Schicht Erdatmosphäre durchdrungen werden, die die Beobachtungen verzerren kann.
Die DECam ist eines der Instrumente des Victor-Blanco-4-Meter-Teleskops(öffnet im neuen Fenster) , das Teil des Cerro Tololo Inter-American Observatory(öffnet im neuen Fenster) (CTIO) ist. Das CTIO liegt in 2.200 Metern Höhe auf dem Cerro Tololo in der Atacama-Wüste in Chile. Die 2012 in Betrieb genommene DECam hat 74 Sensoren, die zusammen eine Auflösung von 570 Megapixeln haben.
Die DECam gehört zu dem internationalen Forschungsprojekt Dark Energy Survey(öffnet im neuen Fenster) , an dem Astronomen aus Deutschland, Brasilien, Großbritannien, der Schweiz und den USA beteiligt sind.
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