Die Suche nach dem Stern

Reihenweise Beobachtungen folgen, wenn Supernovae bekanntwerden. Aus der Helligkeit, der Entfernung, der aufgenommenen Lichtspektren kann bestimmt werden, welcher Typ Supernova es war (Typ IIb) und welche Größen von Sternen dafür in Frage kommen. Typ II Supernovae entstehen durch den Kollaps großer Sterne, wenn die Kernfusion im Inneren des Sterns zusammenbricht, weil nach der Entstehung von Eisen keine Energie mehr aus der Kernfusion entsteht. Im äußeren des Stern gibt es aber noch genug Brennstoff für Kernfusion.

Beim Kollaps des Sterns wird dieser Brennstoff komprimiert und aufgeheizt, was die Kernfusion dort stark beschleunigt. Durch die freigesetzte Energie beschleunigt sich der Prozess noch weiter und letztlich werden die äußeren Schichten des Sterns zerrissen. Je nach genauem Verlauf kann dabei ein Neutronenstern oder ein schwarzes Loch zurückbleiben, wenn der kollabierte Kern des Sterns nicht auch zerrissen wird. Der Typ IIb deutet an, dass der Stern vor der Supernova bereits die äußere Schicht aus Wasserstoff verloren hat.

Hubble beobachtete den Stern schon vor der Supernova

Im Fall von NGC 613 haben die Beobachter über die Beobachtung der Supernova selbst hinaus noch einen zusätzlichen Vorteil. Die Galaxie ist schon lange bekannt und wurde oft beobachtet - unter anderem vom Hubble Space Telescope, dessen Aufnahmen tatsächlich einen schwachen Stern an der Stelle der späteren Supernova SN 2016gkg zeigen. Aus seiner Farbe und seiner Helligkeit kann zumindest abgegrenzt werden, welche Masse der Stern haben kann und welche nicht. Eindeutig sind solche Modelle aber nicht.

Die in der Zeitschrift Nature zitierten Forscher gehen davon aus, dass es sich um einen Doppelstern handelte und der explodierte Stern eine ursprüngliche Masse von 19,5 Sonnenmassen hatte, mit einem Begleiter von 13,5 Sonnenmassen. Wobei der Stern kurz vor der Explosion so viel Material abwarf, dass er nur noch 4,6 Sonnenmassen hatte und den 183fachen Radius der Sonne. Wäre der Stern an der Stelle unserer Sonne, wäre der Orbit der Venus noch innerhalb des Sterns und die Erde würde nur wenig entfernt vom Stern kreisen.

Allerdings gibt es auch ein zweites Modell, nach dem die Sterne 15 und 1,5 Sonnenmassen hätten. Die Forscher von Nature sagen aber, dass ihr Modell die Beobachtungen besser erklärt. Letzte Sicherheit wird es erst geben, wenn die Supernova soweit verblasst ist, dass sie wieder von dem zweiten Stern überstrahlt wird. Der sollte weit genug entfernt gewesen sein, um die Supernova überstanden zu haben. Das ist der attraktivste Punkt an dieser Theorie: Sie lässt sich mit Sicherheit überprüfen.

Auch Amateure machen echte Wissenschaft

Die Beobachtungen der Ankunft der Schockwelle an der Oberfläche des Sterns entsprachen jedenfalls weitgehend den Prognosen aus der Theorie. Die Helligkeit stieg zwar etwas langsamer an als berechnet, allerdings konnte diese Diskrepanz dadurch erklärt werden, dass der Stern vor der Supernova große Mengen Material abstieß, das einen Teil des Lichts blockierte. In den theoretischen Berechnungen war das nicht berücksichtigt.

Ob die Theorie wirklich korrekt ist, lässt sich aus einer Beobachtung allein noch nicht ableiten. Mit Hunderten oder Tausenden Teleskopen, die heutzutage weltweit jede Nacht den Himmel beobachten, ist es bis zum nächsten Datensatz aber nur eine Frage der Zeit. Victor Buso kann sich freuen, als Amateur den ersten dieser Datensätze geliefert zu haben.

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 Astronomie: Amateur beobachtet erstmals die Entstehung einer Supernova
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Ach 25. Feb 2018

...mit ein paar hinzugekommenen Details : => https://www.youtube.com/watch?v=xbKkHG3KDqE

hcdlt 23. Feb 2018

Verfolge ich seit Folge 1 ;)

Emulex 22. Feb 2018

Ich spiel lieber Lotto und engagier dann jemanden, der für mich in den Himmel glotzt ;P

Anonymer Nutzer 22. Feb 2018

Na ist doch ganz klar: Die Welt ist eine Hohlkugel mit ca. 6300 km Radius, im Zentrum ist...



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