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Astronomie: 6.000 Exoplaneten bisher bestätigt - neuer Rekord

Die Datenbank der bestätigten Exoplaneten wächst an. Die wenigsten von ihnen konnte man aber direkt beobachten.
/ Patrick Klapetz
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Illustration zu den 6.000 entdeckten Exoplaneten (Bild: Nasa Goddard Space Flight Center)
Illustration zu den 6.000 entdeckten Exoplaneten Bild: Nasa Goddard Space Flight Center

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hat bisher 6.000 Exoplaneten entdeckt(öffnet im neuen Fenster) . Vor drei Jahren umfasste die Datenbank noch 5.000 bestätigte Exoplaneten(öffnet im neuen Fenster) . Bestätigte Planeten werden von Wissenschaftlern aus aller Welt fortlaufend in die Zählung aufgenommen, wobei die Nasa bei der Suche nach Leben im Universum weltweit führend ist. Zudem gibt es mehr als 8.000 weitere Planetenkandidaten, die auf ihre Bestätigung warten.

"Schritt für Schritt, von der Entdeckung bis zur Charakterisierung, haben die Nasa-Missionen die Grundlage für die Beantwortung einer grundlegenden Frage geschaffen: Sind wir allein?" , teilt Shawn Domagal-Goldman mit, stellvertretender Direktor der Nasa-Abteilung für Astrophysik.

Vor 30 Jahren, im Jahr 1995, wurde der erste Exoplanet um einen sonnenähnlichen Stern entdeckt. Zuvor waren nur ein paar Planeten um Sterne entdeckt worden, die ihre gesamte Energiequelle verbrannt hatten und kollabiert waren. Und obwohl die Fachwelt davon ausgeht, dass es Milliarden von Planeten in der Milchstraßengalaxie gibt, bleibt es eine Herausforderung, sie zu finden.

Die Vielzahl von verschiedenen Planeten

Nicht nur die Gesamtzahl der bekannten Exoplaneten steigt. Die astronomischen Teams finden auch faszinierende Eigenschaften vieler dieser Planeten heraus und können die allgemeine Planetenpopulation mit den Planeten in unserem eigenen Sonnensystem vergleichen.

So gibt es in unserem Sonnensystem etwa gleich viele Gesteins- und Riesenplaneten, während Gesteinsplaneten im Universum offenbar häufiger vorkommen. Außerdem wurden Exoplaneten entdeckt, die sich völlig von den Planeten in unserem Sonnensystem unterscheiden.

Es gibt jupitergroße Planeten, die näher um ihren Mutterstern kreisen als Merkur um die Sonne; oder extrem schnelle Exowelten ; Planeten, die um zwei Sterne, keine Sterne und tote Sterne kreisen; Planeten, die mit Lava bedeckt sind; welche, die sich selbst zerstören ; einige haben die Dichte von Styropor und andere sind mit Wolken aus Edelsteinen bedeckt. Und dann gibt es Exoplaneten, die wie Schneebälle aussehen .

"Jede der verschiedenen Arten von Planeten, die wir entdecken, gibt uns Aufschluss über die Bedingungen, unter denen sich Planeten bilden können, und letztlich darüber, wie häufig Planeten wie die Erde sein könnten und wo wir nach ihnen suchen sollten" , sagte Dawn Gelino, Nasa-Leiterin des Exoplaneten-Erkundungsprogramms (ExEP).

Die Suche geht weiter

Trotz der vielen Funde wurden bisher weniger als 100 Exoplaneten direkt abgebildet, da die meisten von ihnen im Licht ihres Muttersterns untergehen. Die anderen Methoden zum Planetennachweis sind indirekt. Bei der Transitmethode suchen die Astronomen etwa nach einem Stern, der sich für eine kurze Zeit verdunkelt, wenn ein ihn umkreisender Planet vor ihm vorbeizieht.

Mit dem für Mai 2027 geplanten Start des Nasa-Weltraumteleskops Nancy Grace Roman erhoffen sich die Amerikaner, den nächsten großen Sprung bei der Suche nach Exoplaneten zu landen. Damit sollen Welten untersucht werden, die unserem eigenen Stern ähneln, so Domagal-Goldman.


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