Astronomie: 570-Megapixel-Digitalkamera in Betrieb genommen

Sie ist so groß wie eine Telefonzelle und hat eine Auflösung von 570 Megapixeln: Mit der DECam wollen Astronomen den südlichen Himmel fotografieren und nach Hinweisen auf dunkle Energie suchen.

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Dark Energy Camera: 62 Sensoren à 2.048 x 4.096 Pixel
Dark Energy Camera: 62 Sensoren à 2.048 x 4.096 Pixel (Bild: Dark Energy Survey Collaboration)

In Chile ist die Digitalkamera mit der höchsten Auflösung in Betrieb genommen worden: Sie ist Teil eines Teleskops und soll im Weltall nach Anzeichen für dunkle Energie Ausschau halten.

  • Eines der ersten Bilder der DECam: der Galaxienhaufen Fornax, etwa 60 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt (Foto: Dark Energy Survey Collaboration)
  • Dieser Ausschnitt zeigt die Spiralgalaxis NGC 1365. (Foto: Dark Energy Survey Collaboration)
  • Die DECam auf dem Victor-Blanco-4-Meter-Teleskop (Foto: Dark Energy Survey Collaboration)
  • In der Nahaufnahme sind die 62 CCD-Sensoren der DECam zu erkennen. (Foto: Fermilab)
Eines der ersten Bilder der DECam: der Galaxienhaufen Fornax, etwa 60 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt (Foto: Dark Energy Survey Collaboration)
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Die Dark Energy Camera (DECam), die etwa die Ausmaße einer Telefonzelle hat, ist eines der Instrumente des Victor-Blanco-4-Meter-Teleskops, das Teil des Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO) ist. Das CTIO liegt in 2.200 Metern Höhe auf dem Cerro Tololo in der Atacama-Wüste in Chile.

74 CCDs

Der Sensor der Kamera besteht aus 74 Charge-Coupled Devices (CCDs): 62 davon haben eine Auflösung von je 2.048 x 4.096 Pixeln. Zusammen kommen sie auf 570 Megapixel. Hinzu kommen zwölf CCDs mit einer Auflösung von je 2.048 x 2.048 Pixeln, die unter anderem für die Ausrichtung der Kamera benötigt werden. Damit die Kamera möglichst rauscharme Bilder aufnimmt, wird sie mit flüssigem Stickstoff auf -100 Grad gekühlt.

Die Kamera gehört zu dem internationalen Forschungsprojekt Dark Energy Survey, an dem Astronomen aus Deutschland, Brasilien, Großbritannien, der Schweiz und den USA beteiligt sind. Gebaut wurde sie am Fermi National Accelerator Laboratory (Fermilab) des US-Energieministeriums in Batavia im US-Bundesstaat Illinois. Entwicklung und Bau haben acht Jahre gedauert.

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Die DECam ist auf den südlichen Himmel gerichtet. Sie erfasst das Licht von über 100.000 Galaxien, die bis zu acht Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Die Bildsensoren sind besonders für rotes und infrarotes Licht empfindlich. Dieses wird von Galaxien ausgesandt, die sehr weit von der Erde entfernt sind. Sie entfernen sich immer schneller von der Erde, wodurch sich ihr Licht ins rote Spektrum verschiebt.

Von dem Licht dieser Galaxien erhoffen sich Forscher Erkenntnisse darüber, weshalb sich das Universum immer schneller ausdehnt. Es wird gemutmaßt, dass die dunkle Energie dafür verantwortlich ist.

Am 12. September hat die DECam erstmals Bilder vom Himmel aufgenommen. Der Beginn der wissenschaftlichen Arbeit ist für den Dezember geplant. Bis dahin sollen noch diverse Tests durchgeführt werden. In den kommenden fünf Jahren soll die DECam ein Achtel des Himmels abfotografieren. Dabei werden voraussichtlich 300 Millionen Galaxien, 100.000 Galaxienhaufen und 4.000 Supernovae nachgewiesen und vermessen werden.

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Raumzeitkrümmer 19. Sep 2012

Das kann man doch leicht nachrechnen. In 380.000 km kann der Sensor 20 Monde erfassen...



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