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Astronautentraining: Chinesische Astronauten absolvieren Höhlentraining

In einer abgelegenen Höhle haben sich insgesamt 28 Astronauten des chinesischen Korps auf Flüge zum Mond und andere Missionen vorbereitet.
/ Patrick Klapetz
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Mitglieder des chinesischen Astronautenkorps beim Höhlentraining (Bild: Wu Lei, X)
Mitglieder des chinesischen Astronautenkorps beim Höhlentraining Bild: Wu Lei, X

Mitglieder des chinesischen Astronautenkorps haben ein fast einmonatiges Training in unterirdischen Höhlen absolviert(öffnet im neuen Fenster) , unter anderem zur Vorbereitung auf zukünftige Mondlandemissionen.

Bis zum Ende des Jahrzehnts will die Regierung in Peking zwei Landsleute auf die Mondoberfläche bringen, gefolgt von weiteren Missionen, vor allem Langzeitaufenthalten in der geplanten chinesischen Basis am Mondsüdpol, der Internationalen Mondforschungsstation ILRS .

Für diese Pläne haben die 28 Astronauten in einer Bergregion der Stadt Chongqing im Südwesten des Landes trainiert. Dabei wurden sie in vier Gruppen aufgeteilt, die abwechselnd jeweils sechs Tage und fünf Nächte unter kalten und feuchten Bedingungen unter der Erde verbrachten.

Wie lief das Training ab?

Das intensive Training erweiterte Chinas System zur Astronautenausbildung und orientierte sich eng an den tatsächlichen Missionsanforderungen. Zugleich wurden die Fähigkeiten der Astronauten im Umgang mit extremen Umgebungen getestet.

Organisiert wurde das Programm vom chinesischen Astronautenforschungs- und -ausbildungszentrum CARTC (China Astronaut Research and Training Center). Zum Training gehörten Umweltüberwachung, Höhlenkartierung, simulierte Weltraum-Boden-Kommunikation sowie psychologisches und verhaltensbezogenes Teamtraining.

Die wissenschaftlichen Forschungsprojekte konzentrierten sich auf Bereiche wie die Interaktion zwischen Menschen und extremer Umgebung. Die Ausbilder simulierten auch unerwartete medizinische Evakuierungen, um die Notfallreaktionen und kooperativen Problemlösungsfähigkeiten der Teams zu testen.

"Die Daten werden eine wichtige Grundlage für die Einrichtung psychologischer Unterstützungssysteme für Astronauten bilden, die in Zukunft Langzeitmissionen auf der Raumstation und bemannte Mondlandungen durchführen" , teilte Jiang Yuan, Ausbilderin am CARTC, gegenüber dem chinesischen Staatsfernsehsender CCTV mit.

Basierend auf europäischem Vorbild

Es war das erste Training dieser Art für die chinesischen Astronauten und ähnelte dem der europäischen Raumfahrtbehörde Esa, dem Caves-Programm ( Cooperative Adventure for Valuing and Exercising human behavior and performance Skills(öffnet im neuen Fenster) ).

Am Caves-Programm nahm 2016 auch der chinesische Astronaut Ye Guangfu teil, der während der Missionen Shenzhou-13 und Shenzhou-18 auf der chinesischen Raumstation Tiangong stationiert war. Ye war einer der Leiter des chinesischen Höhlenprogramms.

"Anders als beim Höhlentraining in Europa hat unser Support-Team in der Höhle so wenig wie möglich eingegriffen" , teilte Ye mit(öffnet im neuen Fenster) . "Dieser Ansatz zwang die Astronauten, sich auf ihr eigenes Urteilsvermögen zu verlassen, wodurch sowohl ihre Eigeninitiative als auch ihr volles Potenzial zur Problemlösung freigesetzt wurden."

Laut Ye war die Höhle versiegelt und lag in einem komplexen Gelände. Es herrschte eine Durchschnittstemperatur von 8 °C und die Luftfeuchtigkeit lag bei 99 Prozent. Die Astronautenausbilderin Jiang Yuan bezeichnete mentale Stärke als eine entscheidende Eigenschaft, die für Raumflüge erforderlich sei.


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