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87 Einzelbilder mit über 20 Minuten Gesamtbelichtungszeit

Das Zielen mit der Kamera auf ein Objekt, das man sehen kann, ist deutlich einfacher, geht sehr viel schneller und kostet mich weniger wertvolle Belichtungen. Ich nehme aber zunächst den hellen Stern Sirius ins Visier und zoome auf die vollen 200 mm Brennweite.

Jetzt kommt ein zusätzliches Hilfsmittel zum Einsatz, eine Bahtinovmaske(öffnet im neuen Fenster) . Aus Pappe ausgeschnitten und mit Klebeband zusammengebaut, sieht sie nicht schön aus, aber sie erfüllt ihren Zweck.

Ich kann den Fokus sehr genau mit wenigen Bildern einstellen, ohne raten zu müssen. Ein frei verfügbares Webtool(öffnet im neuen Fenster) ermöglicht die Berechnung einer solchen Maske. Der Rest ist etwas Druckerpapier, Pappe und Geduld.

Etwas einfacher ist es, die Fokushilfe über einen 3D-Drucker zu erstellen. Aber das passt leider nicht ins Budget.

Der Fokus sitzt und ich schwenke auf den Orion-Nebel. Auch der ist trotz voller Brennweite recht schnell gefunden und halbwegs mittig im Bild platziert. Leider ist meine Polausrichtung nicht gut genug für 30 Sekunden Belichtungszeit bei 200 mm. Die Sterne sind nicht mehr rund. Also verkürze ich die Belichtungszeit auf 15 Sekunden und damit passt es.

Der Rest ist, geduldig alle 15 Sekunden den Auslöser auf der Fernbedienung zu drücken. Nach 48 Aufnahmen in circa 15 Minuten bei -5 °C ist der Akku am Ende und mir macht die Kälte auch zu schaffen.

Aber ich will noch nicht aufgeben. Also schnell den Objektivdeckel aufs Objektiv, damit sich kein Reif auf der Linse bildet und den Akku zum Aufladen aus der Kamera nehmen. Drinnen dann 20 Minuten aufwärmen, während der Akku nachlädt. Das reicht für weitere 39 Aufnahmen.

In Summe habe ich 87 Einzelbilder mit über 20 Minuten Gesamtbelichtungszeit. Damit lasse ich es für diese Nacht gut sein. Zumal auch die Wolken immer weiter aufziehen.

Am nächsten Tag muss ich warten, bis ich nach Hause komme, um die Daten auf meinen Rechner übertragen und genauer begutachten zu können. Die 15 Sekunden Belichtungszeit waren eine gute Wahl.

Nicht nur die Sterne sehen im Bild gut aus, auch das Zentrum des Orion-Nebels ist nicht überbelichtet. Von den 87 Bildern sind 85 nutzbar.


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