Bessere Ergebnisse erzielen

Die einfachste Möglichkeit ist es, mehr als nur ein Bild zu machen. Man wählt die Belichtungszeit so kurz, dass die Sterne punktförmig bleiben, und macht dann eine Serie von Aufnahmen. Dabei kann man zwischen den Aufnahmen die Kamera auch manuell neu ausrichten, um die Himmelsbewegung auszugleichen, so dass die einzelnen Aufnahmen einen möglichst gleichen Ausschnitt des Himmels abbilden.

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Diese Aufnahmen können dann mit Hilfe eines Verfahrens, das man Stacking nennt, per Software zu einem Gesamtbild verrechnet werden. Die Belichtungszeit (auch Integrationszeit genannt) des errechneten Bildes entspricht dann der Summe der Einzelbelichtungszeiten. Der Aufwand und die Rechenzeit steigen natürlich mit der Zahl der Aufnahmen. 600 Einzelbilder von je einer Sekunde entsprechen somit einer Einzelbelichtung von 10 Minuten.

Das klingt lang, ist aber in der Astrofotografie eher wenig. Es gilt: Je mehr Licht, desto besser - und so sind Integrationszeiten von mehreren Stunden oder gar Tagen (mit mehreren Aufnahmesessions in verschiedenen Nächten) keine Seltenheit.

Bewegung der Sterne kompensieren

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Bewegung der Sterne am Himmel während der Belichtung zu kompensieren. Das erfolgt bei Kameras mit einem Objektiv über einen sogenannten Star-Tracker, bei Teleskopen spricht man hier von einer Montierung. Die Grundidee dahinter ist, dass man die Kamera samt Objektiv - oder das Teleskop - um eine Achse rotiert, die in Richtung und Winkel der Erdachse entspricht - und das mit einer Geschwindigkeit von 24 Stunden für eine volle Umdrehung.

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Diese Nachführung sorgt dann dafür, dass während der Aufnahme das Objekt im Bild an der gleichen Stelle bleibt und man somit länger belichten kann. Je nach Genauigkeit des verwendeten Systems können so auch mehrere Minuten Belichtungszeit erreicht werden.

Kombiniert man nun beide Methoden, dann kommen wir auch mit längeren Brennweiten so langsam an einen Punkt, wo die Bilder dem entsprechen, was wir mit Astrofotos assoziieren.

Wie Star-Tracker helfen

Auch wenn es problemlos möglich ist, eine beliebige Menge Geld in Ausrüstung zu investieren, ist der Einstieg in die Deepsky-Fotografie, also das Erstellen von Bildern von Objekten wie Nebeln und Galaxien, auch deutlich günstiger möglich. Einfache Star-Tracker wie der Omegon Minitrack LX2 oder LX3 (neueres, verbessertes Modell) sind bereits für unter 200 Euro zu haben und erzielen mit Objektiven bis 150 mm oder 200 mm Brennweite schon sehr gute Ergebnisse.

Alle Star-Tracker, egal ob per Motor oder mechanisch nachgeführt, haben eine Gemeinsamkeit: Sie Bewegen nur eine Achse - eben diejenige, die parallel zur Erdachse ausgerichtet werden muss. Die Kamera und damit das Objektiv müssen von Hand auf das entsprechende Objekt am Himmel ausgerichtet werden. Das erfordert einige Erfahrung und Übung, vor allem bei Objekten, die man mit bloßem Auge oder auch auf Einzelaufnahmen gar nicht oder kaum erkennen kann.

Canon EOS 5D Mark IV SLR-Digitalkamera (30,4 MP, 8,1cm Touchscreen-LCD, DIGIC 6+, Dual Pixel RAW, 4K Video, WLAN, NFC, GPS) Gehäuse, schwarz

Motorisierte astronomische Montierungen bewegen dagegen zwei Achsen und sind je nach Modell mit einer Goto-Steuerung ausgestattet. Einmal korrekt ausgerichtet und kalibriert, können sie aus einer eingebauten Datenbank beliebige Objekte am Himmel anfahren und im Blickfeld halten. Das hilft bei visueller Beobachtung und vor allem bei der Fotografie. Es gibt noch viele weitere Methoden, die Genauigkeit zu verbessern, die aber den Rahmen des Artikels sprengen würden.

Vermutlich ist es Fluch und Segen gleichermaßen, dass dieses Hobby ein so großes und breites Lernfeld bietet - ob bei der Physik mit Optik und Himmelsmechanik, Technik, Bildbearbeitung oder Planung. Auch Geduld muss geübt werden. Klare Nächte sind in unseren Breiten nicht so häufig, wie wir uns das wünschen, und nicht in jeder klaren Nacht hat man auch die Zeit, seinem Hobby nachzugehen. Gerade weil so viele verschiedene Aspekte eine Rolle spielen, ist es gut, wenn der Einstieg schrittweise erfolgt und man Zeit hat, sich mit Neuem auseinanderzusetzen und Erfahrungen zu sammeln.

Wer diesen Artikel jetzt tapfer bis hierher gelesen hat soll nun mit praktischen Tipps für den einfachen Einstieg belohnt werden.

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 Was Hobby-Astrofotografen über Physik wissen müssenTipps für den Einstieg in die Astrofotografie 
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motzerator 15. Okt 2021 / Themenstart

Man kann durchaus auch den Autofokus nutzen, um sicher auf Unendlich scharf zu stellen...

ThomasSV 02. Okt 2021 / Themenstart

Zuspät gesehen: der Hinweis unendlich ist nicht (unbedingt) unendlich kam...

Gokux 30. Sep 2021 / Themenstart

Einfach als PDF drucken? https://we.tl/t-DrallGTdGW

leed 30. Sep 2021 / Themenstart

Mit etwas Übung, Stativ, gutes Tele (300 ~ 600 mm) und kurzen Belichtungszeiten macht das...

Belgarion2001 30. Sep 2021 / Themenstart

Ich kann mich nur anschließen: Toller Artikel mit Praxistipps. Gerne mehr von solchem...

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