Astro-Mining: Der Asteroidenbergbau bleibt eine Herausforderung
Asteroiden können aufgrund der in ihnen enthaltenen Edelmetalle viele Milliarden Dollar wert sein. Deswegen bereiten sich einige Raumfahrtfirmen auf Asteroidenbesuche vor, um künftige Weltraumfelsen einzufangen und abzubauen. Jedoch ist dies mit etlichen Herausforderungen verbunden(öffnet im neuen Fenster).
Die meisten Asteroiden umkreisen die Sonne im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Manchmal werden sie durch die Gravitationskräfte von Jupiter umgeleitet und gelangen dadurch in Erdnähe. Letztes Jahr trat etwa der Arjuna-Asteroid 2024 PT5, aus einer Erd-Mond-Bahn in etwa 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt stammend, in die Erdumlaufbahn ein.
Edelmetalle in Hülle und Fülle – nur kaum erreichbar
Einige dieser Asteroiden sind voller Metalle, die zur Herstellung von Laptops und Smartphones verwendet werden könnten. Zu ihnen gehören Metalle wie Platin, Kobalt, Eisen und sogar Gold.
Auf dem Weltmarkt kontrollieren chinesische Firmen zwischen 80 und 90 Prozent der Exporte von Seltenerdmetallen. Die meisten seltenen Materialien stammen von früheren Asteroideneinschlägen auf der Erde. Doch im Laufe von Milliarden von Jahren sind die schwereren Elemente durch die Schwerkraft der Erde in ihren Kern gezogen worden. Nur eine kleine Menge dieser Metalle befindet sich nah genug an der Oberfläche, um abgebaut zu werden.
Das veranlasst private Firmen weltweit, nach neuen Quellen an unwahrscheinlichen Orten zu suchen. Kupfer, das für Windturbinen benötigt wird, Nickel, das für Solarzellen benötigt wird, und Platin, das für wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen unentbehrlich ist, sind in bestimmten Asteroiden reichlich vorhanden.
Asteroidenproben und Astro-Mining: teures Unterfangen
Laut einer Berechnung der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa(öffnet im neuen Fenster) könnte der Wert des Metalls in diesen Asteroiden pro Erdenbürger 100 Millionen Dollar betragen. Der Abbau von nur zehn der profitabelsten Asteroiden könnte bereits bis zu 1,5 Billionen Dollar einbringen.
Solche Reisen sind teuer. Die Asteroidenmissionen Osiris-Rex und Hayabusa-2 haben bereits Proben von Asteroiden zur Erde gebracht. Die Kosten pro Gramm des beförderten Asteroidenmaterials liegen zwischen zehn und 150 Millionen Dollar. Unternehmen, die versuchen, einen regelmäßigen Gewinn zu erzielen, müssen mit dem Ruin rechnen.
Mini-Monde als mögliche Lösung?
Die hohen Preise kommen durch die große Entfernung zu den Asteroiden zustande, was die Treibstoffs- und Ausrüstungskosten in die Höhe treibt. Doch die Erde wird unentwegt von etwa einem Dutzend kleiner Asteroiden umkreist. Die meisten sind zu klein, damit sich eine Reise lohnt.
Sogenannte Mini-Monde(öffnet im neuen Fenster), also Asteroiden, die einen vollen Umlauf um die Erde vollziehen, könnten eine lukrative Alternative bieten. Diese befinden sich nämlich in Erdnähe. Jedoch hat die Fachwelt in den letzten zehn Jahren weniger als zehn solcher Mini-Monde entdeckt(öffnet im neuen Fenster). Die Ausbeute wäre damit begrenzt.
Dennoch beschäftigen sich Raumfahrtfirmen mit den Methoden zum Einfangen und dem Astro-Mining. Bisher hat es niemand geschafft, die Materialien gezielt abzubauen. Selbst wenn es gelingen würde: Experten sind sich einig, dass das Erreichen eines Asteroiden im Allgemeinen teuer und schwierig ist.
Herausforderungen beim Asteroidenbergbau
Einerseits drehen sich die kleinen Asteroiden rasant, was eine Landung auf ihnen und die Gewinnung von Metallen erschwert. Andererseits haben sie nur eine geringe Anziehungskraft, weswegen sich Raumsonden an ihnen verankern müssen. Durch die fehlende Atmosphäre werden zudem Tausende winziger Partikel freigesetzt. Die dadurch entstehenden Staubwolken würden die Bergbaumaschinen verstopfen.
Deswegen wird nach Möglichkeiten gesucht, Edelmetalle aus Asteroiden zu gewinnen, ohne auf ihnen zu landen – etwa durch das Einfangen mit Netzen. Anschließend könnten die Asteroiden zur Erde gezogen werden, wo kleinere Satelliten das Metall abtragen und es kostengünstiger auf den Planeten bringen. Jedoch kann nicht für jedes dieser Hochrisikoprojekte die benötigte Finanzierung aufgebracht werden. Astro-Mining bleibt vorerst noch Zukunftsmusik.
- Anzeige Hier geht es zu Die Geschichte der Raumfahrt bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



