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Astro Forge: Ein möglicher Rückschlag für den Asteroidenbergbau

Der von dem Raumfahrt-Unternehmen Astro Forge anvisierte Asteroid dreht sich rasant und könnte eine Landung unmöglich machen. Ein Rückschlag für den Weltraumbergbau?
/ Patrick Klapetz
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Grafisches Symbolbild eines erdnahen Asteroiden (Bild: Pixabay)
Grafisches Symbolbild eines erdnahen Asteroiden Bild: Pixabay

Ein Forschungsteam hat den Asteroiden 2022 OB5 untersucht(öffnet im neuen Fenster) und anschließend als ultraschnellen Rotator eingestuft. Der Grund: 2022 OB5 dreht sich alle 1,542 Minuten (etwa alle 92 Sekunden) einmal um sich selbst. Dabei hat sich auch gezeigt, dass schnelle Eigenrotationen unter Asteroiden weit verbreitet sind. Das ist allerdings eine schlechte Nachricht für den Sektor des aufstrebenden Asteroidenbergbaus.

Seit Jahren versprechen Start-ups im Weltraumbergbau, riesige Ressourcen jenseits der Erde zu erschließen, mit denen die begrenzten Vorräte auf der Erde nicht mithalten können. Jedoch gibt es hier einige Hürden, die teilweise logistischer, teilweise technischer Natur sind.

Obwohl Firmen wie Deep Space Industries und Planetary Resources bis zum Jahr 2020 Ressourcen auf Asteroiden abbauen wollten und sich horrende Gewinne versprachen, gingen diese Firmen in Konkurs. Die schnelle Eigenrotation stellt nun eine weitere und erhebliche Herausforderung dar.

Astroforge nimmt Kurs auf Asteroid 2022 OB5

Das US-Start-up Astro Forge hat sich für sein Vorhaben diesen schnell rotierenden Asteroiden ausgesucht. Eine Vorbeiflugmission, die eine Nahanalyse des Weltraumgesteins durchführen sollte, endete im vergangenen Jahr erfolglos: Das Unternehmen verlor kurz nach dem Start den Kontakt zu seinem Raumschiff Odin.

Laut Astro Forge machten zwei Schlüsselfaktoren 2022 OB5 zu einem idealen Ziel: Er scheint metallisch zu sein und hat ein niedriges Delta v. Dadurch ist ein Objekt über ein relativ einfaches Manöver mit geringen Treibstoffkosten erreichbar. Die Gründer des Start-ups behaupten, dass der Abbau eines einzigen metallreichen Asteroiden ausreiche, um die Erde 200 Jahre mit Edelmetallen zu versorgen.

La Palma lässt grüßen: Weltraumbeobachtung auf den Kanaren

Die schnelle Eigenrotation wurde bisher nicht beachtet. Auch an der aktuellen Studie, für die das Forschungsteam die Hochgeschwindigkeitskamera Hipercam am bodengestützten Gran Telescopio Canarias (GTC) auf der kanarischen Insel La Palma nutzte, war Astro Forge nicht beteiligt.

"Die Tatsache, dass der Asteroid auch von Astro Forge ausgewählt worden war, machte ihn zusammen mit der Möglichkeit interessanter, dass er metallisch sein könnte. Aber das war nicht wirklich die Hauptmotivation", teilte der Studienleiter Miguel R. Alarcon dem englischsprachigen Nachrichtenmagazin New Atlas(öffnet im neuen Fenster) mit.

Vielmehr wollte man die High-Speed-Kamera Hipercam testen, mit der über 1.000 Bilder pro Sekunde gleichzeitig in fünf verschiedenen Farben aufgenommen werden können. Dadurch wird das gesamte optische Spektrum abgedeckt. Wegen der kurzen Beobachtungszeit für Asteroiden reicht die Zeit oft nicht aus, um die Rotation und Oberflächeneigenschaften umfangreich zu beobachten. Möglich ist dies jedoch mit der Lichtsammelleistung des 10,4 Meter großen GTC.

Dreht sich der Asteroid zu schnell für eine Landung?

Laut des Forschungsteams gehört 2022 OB5 zur taxonomischen Gruppe X-Komplex. Das untermauert die Annahme, dass der Weltraumgesteinsbrocken metallisch ist. Es bleibt jedoch bei der Annahme, eine Bestätigung ist das nicht. Das Team fand heraus, dass die Zentrifugalbeschleunigung am Äquator von 2022 OB5 fast 100-mal so groß ist wie die Schwerkraft, die einen Lander auf seiner Oberfläche hält.

Zwar sind 2022 OB5 und ähnliche Objekte attraktive Missionsziele, da ihre Erreichung relativ wenig Energie erfordert. Die physikalischen Eigenschaften dürften es allerdings nahezu unmöglich machen, mit heutigen Technologien Oberflächenoperationen durchzuführen.

Mit einem ausgeklügelten Verankerungssystem könnte das Vorhaben dennoch möglich sein, indem der Magnetismus als Verankerungsmethode genutzt wird. Das behauptet jedenfalls Matt Gialich, Mitgründer von Astro Forge. In diesem Jahr möchte das Unternehmen mit der bevorstehenden Mission Deep Space 2 zu einer Landung auf einem Asteroiden ansetzen – ob es sich dabei um 2022 OB5 handelt, bleibt vorerst unklar.

Zur Studie

Die Studie wird in der Fachzeitschrift Icarus in der Ausgabe für September 2026 veröffentlicht: Accessible does not mean exploitable: Hipercam reveals the ultra-fast rotation of 2022 OB5(öffnet im neuen Fenster) (Zugänglich heißt nicht ausbeutbar: Hipercam zeigt die ultraschnelle Rotation von 2022 OB5).


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