Astra: Billigrakete aus Alaska erreicht erstmals den Erdorbit

Die Rocket 3 soll einmal täglich starten und unter 500.000 US-Dollar kosten. Heute ist sie erstmals erfolgreich geflogen.

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Beim Start in der Nacht funktionierte die Rocket 3 wie geplant.
Beim Start in der Nacht funktionierte die Rocket 3 wie geplant. (Bild: Astra/Nasaspaceflight.com / Screenshot: Golem.de)

Im vierten Startversuch hat es geklappt. Die erste Rakete der Raumfahrtfirma Astra hat den Erdorbit erreicht. Am Samstag um 7:16 Mtteleuropäischer Zeit hob die Rocket 3 ab und erreichte acht Minuten später einen rund 500 Kilometer hohen Orbit. An Bord der Rakete befand sich kein Satellit, aber eine Testnutzlast der US Space Force, um Messungen für künftige Satellitenstarts durchzuführen.

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Die Pläne des börsennotierten Unternehmens sehen vor, täglich Raketen zu starten und eine 13.620 Satelliten umfassende Konstellation aufzubauen. Dafür sollen die Startkosten unter 500.000 US-Dollar sinken - zumindest inflationsbereinigt - und die Nutzlast der aktuellen Raketen von 50 kg auf 500 kg verzehnfacht werden.

Technische Probleme bei ersten Starts

Wie bei den frühen Startversuchen von SpaceX mit der Falcon 1, hatte Astra einige Probleme zu überwinden. Die erste Rakete explodierte bei Tests vor dem Start. Beim ersten Start kam die Rakete vom Kurs ab und wurde nach einer Minute gesprengt, die zweite erreichte wegen falscher Treibstoffmischung nicht ganz den Erdorbit, in der dritten fiel beim spektakulären Fehlstart ein Triebwerk aus.

Die Ursache konnte auf ein Leck in einer Treibstoffleitung zurückgeführt werden, das zu einer kleinen Explosion bei der Triebwerkszündung führte und Verbindung zur Elektronik der Triebwerkssteuerung und der elektrischen Treibstoffpumpen abschnitt.

Wiederverwendung spielt für Astra keine Rolle

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Die Rocket 3 von Astra verwendet ähnliche Triebwerkstechnik, wie sie die Electron von Rocketlab seit 2017 benutzt. Dabei werden die Treibstoffpumpen über Akkus mit elektrischen Motoren angetrieben. Für kleinere Raketentriebwerke hat sich diese Technik im Vergleich zu herkömmlichen Gasgeneratoren mit Turbinen als schneller zu entwickeln und leistungsstärker herausgestellt.

Genauso wie Astra ist auch Rocketlab dabei, über eine Mantelgesellschaft (SPAC) an die Börse zu gehen und Raketen für den Aufbau von Satellitenkonstellationen zu bauen. Dabei setzt Rocketlab aber auf die Entwicklung einer größeren Rakete, die etwas kleiner als die Falcon 9 von SpaceX und wiederverwendbar sein soll.

Rocketlab erprobt derzeit die Wiederverwendbarkeit der Electron und hat vor kurzem die dritte Raketenstufe aus dem Ozean geborgen. 2022 soll die erste mit einem Helikopter in der Luft aufgefangen werden. Im Gegensatz dazu will Astra Startkosten ausschließlich durch Massenproduktion ihrer kleinen Raketen senken.

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Kaiser Ming 26. Nov 2021 / Themenstart

grad Astra setzt ja auf hohe Stückzahlen

Benutztername12345 22. Nov 2021 / Themenstart

Zu vernachlässigen. Also wirklich.

fabiwanne 22. Nov 2021 / Themenstart

Das sehe ich auch. So. Die Phantasiezahlen des Starships muss SpaceX erst mal liefern...

Snoozel 21. Nov 2021 / Themenstart

Damit sind sie dann schon weiter gekommen als Blue Origin. :p

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