Deep Impact zeigt die Lösung - Nein, nicht der Film!

Es sollte auf der Konferenz keine Lösung geben können. So konnte Werbung für die Asteroidenmission Hera gemacht werden, bei der eine Raumsonde mit einem Asteroiden kollidieren und anschließend die Geschwindigkeitsänderung gemessen werden soll. Die Prämisse ist, dass Asteroiden so rechtzeitig abgelenkt werden können. Dafür sollen auch mehr Beobachtungsprogramme, vornehmlich aus Europa, unterstützt werden.

Stellenmarkt
  1. DevOps Engineer / Linux System Administrator als Deployment Accelerator (m/w/d)
    Helios IT Service GmbH, Berlin-Buch, deutschlandweit
  2. Systemadministrator (w/m/d)
    Ärzteversorgung Westfalen-Lippe, Münster
Detailsuche

Das ist keineswegs verkehrt. Es gibt schlicht nicht genug Beobachtungsprogramme. Die Tatsache, dass der Interstellare Komet Borisov von dem gleichnamigen Amateur zuerst entdeckt wurde, zeigt wie groß die Lücken sind. Aber die Methoden, mit denen die Esa auf diese Lücken hinweist, sind sehr zweifelhaft. Sie untergraben ihre Glaubwürdigkeit und stellen eine echte Gefahr in der Vorbereitung auf einen realen Ernstfall vor. Denn das Szenario war keineswegs eine Mission Impossible und brauchte auch keine Atomsprengköpfe zur Lösung.

Kleine Asteroiden können zerschossen werden

2005 schlug die Mission Deep Impact einen 150 m großen Krater in einen Kometen, sogar 50 m größer als vorhergesagt. Damit sollte offensichtlich sein, dass kleine Asteroiden auf diese Weise praktisch vollständig zerstört werden können. Mit einer Geschwindigkeit von 10 Kilometern pro Sekunde hatte das Geschoss die Energie von etwa 6 Tonnen TNT. Selbst wenn die komplette Zerstörung nicht gelingt und größere Trümmer verbleiben, wäre die Gefahr insgesamt reduziert. Um nur begrenzte Schäden am Boden anzurichten, reicht es, wenn die Trümmer vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre kleiner als 20 m sind, also kleiner als der Asteroid von Tscheljabinsk.

Große Trägerraketen könnten problemlos Projektile von mehreren Tonnen Gesamtgewicht starten. Das ist genug, um einen nur rund 100 m großen Asteroiden zu zerstören. Chinesische Forscher haben im Anschluss an die PDC 2014 die notwendigen Simulationen durchgeführt und gezeigt, wie auf diese Weise mit Hilfe einer einzigen Trägerrakete bis zu 150 m große Asteroiden zerstört werden können. Weil kleine Asteroiden viel häufiger sind als große Asteroiden, betrifft das über 99 Prozent aller für die Erde gefährlichen Asteroiden über 20 m Durchmesser.

Golem Akademie
  1. Microsoft Dynamics 365 Guides mit HoloLens 2: virtueller Ein-Tages-Workshop
    16. Februar 2022, Virtuell
  2. Entwicklung mit Unity auf der Microsoft HoloLens 2 Plattform: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    7.–8. Februar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Ein weiteres Problem ist die Lähmung der Esa durch ihre institutionelle Trägheit. Die Esa behauptet, dass sechs Monate bis zum Einschlag des Asteroiden nicht ausreichen, um irgendeine Mission, irgendeinen Abfangversuch zu starten. Dabei mangelt es nicht an Raketen. Es starten im Durchschnitt zwei Raketen pro Woche von der Erde, alle zwei Wochen eine Falcon 9. Die notwendige Nutzlast ist nicht sehr aufwendig. Durch Anstrengungen, die der Gefahr angemessen sind, könnte in dem Zeitraum mit akzeptabler Erfolgswahrscheinlichkeit improvisiert werden.

Untätigkeit ist gefährlich, auch bei Übungen

Es bliebe Zeit für mehrere Versuche. Denn es reicht aus, den Asteroiden vor dem Eintritt in der Erdatmosphäre ausreichend zu zerkleinern. Früher ist besser, dann verteilen sich die Trümmer über eine größere Fläche. Aber es gibt dabei keinen Fehlschlag, der im Vergleich zur völligen Untätigkeit zu einer Verschlimmerung der Situation führen kann. Es gibt dabei keine Kosten, die höher wären als der vermiedene Schaden durch einen Asteroideneinschlag mit rund 30.000 Megatonnen Sprengkraft in Zentraleuropa und schweren Schäden im Umkreis von über 100 Kilometern.

Die Geschichte der Raumfahrt

Auch wenn die Planetary Defense Conference nur eine Übung ist, liegt in dem Vorgehen eine große Gefahr. Es verbreitet die falsche Vorstellung, dass es keine kurzfristig wirksamen Abwehrmöglichkeiten gegen Asteroiden gibt. Die Coronapandemie zeigt, dass dann genau solche Vorstellungen den Diskurs um Gegenmaßnahmen dominieren werden, sollte einmal tatsächlich ein größerer Asteroid auf Kollisionskurs entdeckt werden.

Auch jetzt wird damit die Entwicklung praktisch durchführbarer Abwehrmöglichkeiten gegen den weitaus größten Teil der gefährlichen Asteroiden verhindert. Entsprechende Systeme, ohne jeden Atomsprengkopf, könnten jederzeit getestet und gebaut werden, damit sie im Ernstfall zuverlässig zur Verfügung stehen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Asteroidenübung: Raumfahrt ist bei Asteroidenübung untätig bis zum Einschlag
  1.  
  2. 1
  3. 2


Jossele 04. Mai 2021

Oha - du kennst den Knaben persönlich? Erzähl!

Eheran 04. Mai 2021

Was soll ich denn da noch sagen? Das ist so ein Unsinn, ich weiß nicht mal wo ich...

dma42 04. Mai 2021

wenn der vorhergesagte Einschlagsort das Esa-Hauptquartier ist.

chewbacca0815 04. Mai 2021

Nö, es wird das bestehende Infektionsschutzgesetz in drölfter Version verabschiedet...

Eheran 04. Mai 2021

Wer entscheidet, dass Land A mit Land B Krieg führt? Oder Staatengemeinschaften wie die...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Microsoft
Sony äußert sich zur Übernahme von Activision Blizzard

Rund 20 Milliarden US-Dollar haben die Aktien von Sony verloren. Nun hat der Konzern erstmals den Kauf von Activision Blizzard kommentiert.

Microsoft: Sony äußert sich zur Übernahme von Activision Blizzard
Artikel
  1. Jochen Homann: Der Regulierer, der nicht regulieren wollte
    Jochen Homann
    Der Regulierer, der nicht regulieren wollte

    Der grüne Verbraucherschützer Klaus Müller kommt, Jochen Homann geht. Eigentlich kann es in der Bundesnetzagentur nur besser werden.
    Ein IMHO von Achim Sawall

  2. Parallel Systems: Ehemalige SpaceX-Mitarbeiter entwickeln neuartige Güterzüge
    Parallel Systems
    Ehemalige SpaceX-Mitarbeiter entwickeln neuartige Güterzüge

    Das Startup Parallel Systems will konventionelle Züge durch modulare Fahrzeuge mit eigenem Antrieb und Energieversorgung ersetzen.

  3. Google, McAfee, Intel: Betriebsrat für Tesla in Grünheide
    Google, McAfee, Intel
    Betriebsrat für Tesla in Grünheide

    Sonst noch was? Was am 20. Januar 2022 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED (2021) 40% günstiger (u.a. 65" 1.599€) • WD Black 1TB SSD 94,90€ • Lenovo Laptops (u.a. 17,3" RTX3080 1.599€) • Gigabyte Mainboard 299,82€ • RTX 3090 2.399€ • RTX 3060 Ti 799€ • MindStar (u.a. 32GB DDR5-6000 389€) • Alternate (u.a. Samsung LED TV 50" 549€) [Werbung]
    •  /