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Asteroidengürtel: Herkunft von 90 Prozent aller Meteoriten geklärt

Vor 5,8 sowie 7,5 und 40 Millionen Jahren ereigneten sich Kollisionen, die Zweidrittel aller Meteoriten ausmachen. Auch Mond , Mars und Vesta dienen als Quelle.
/ Patrick Klapetz
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Eine Sternschnuppe am Himmel als Symboldbild. (Bild: Pixabay)
Eine Sternschnuppe am Himmel als Symboldbild. Bild: Pixabay

70 Prozent aller bekannten Meteoritenfälle stammen von drei Kollisionen, die sich in den letzten 40 Millionen Jahren im Hauptasteroidengürtel (zwischen Mars und Jupiter) ereigneten. Das geht aus drei Studien von internationalen Forschungsteams hervor(öffnet im neuen Fenster) . Außerdem stammen die Meteoritenfälle von nur drei jungen Asteroidenfamilien, von (832) Karin(öffnet im neuen Fenster) , (158) Koronis(öffnet im neuen Fenster) und (20) Massalia(öffnet im neuen Fenster) . Damit wurden 90 Prozent aller Meteoritenfälle identifiziert.

Zuvor hatte die Fachwelt nur die Herkunft von sechs Prozent der mehr als 70.000 Meteoritenfälle identifiziert. Diese stammten vom Mond, Mars und Asteroiden (4) Vesta . Bisher war auch unklar, woher aus dem Asteroidengürtel die meisten Meteoriten stammen, bevor sie auf die Erde fallen.

Das gilt selbst für die bekanntesten Typen. Dazu gehören auch die häufigsten und zweithäufigsten Meteoritenfälle: die gewöhnliche Chondrite vom Typ H (40 Prozent) und gewöhnliche Chondrite vom Typ L (35 Prozent). Zudem gibt es mehr als 150 weitere Typen.

Drei große Kollisionen innerhalb von 40 Millionen Jahren

Die jüngste Kollision ereignete sich vor 5,8 Millionen Jahren, bei der sich Partikel vom kleinen Asteroiden (832) Karin abspalteten. Dieser Asteroid hat einen mittleren Durchmesser von 19,2 Kilometern und braucht vier Jahre und 311 Tage, um die Sonne einmal zu umrunden. Er gehört zu den H-Chondriten.

Ebenso wie (158) Koronis, bei dem sich vor etwa 7,5 Millionen Jahren eine große Kollision ereignete. Dieser Asteroid hat einen mittleren Durchmesser von etwa 39 Kilometern und umrundet die Sonne innerhalb von vier Jahren und 314 Tagen einmal.

Die L-Chondrite haben einen komplexeren Ursprung, der auf eine Kollision vor 466 Millionen Jahren zurückgeht. Damals wurde die Erde möglicherweise mit Meteoriten überschüttet. Das war so extrem, dass sogar ein temporärer Trümmerring um unseren Planeten kreiste. Als Überbleibsel davon blieb der Asteroid (20) Massalia.

Massalia gilt heute als Mutterkörper der L-Chondrit-Meteoriten. 37 Prozent der bekannten Meteoriten stammen von dieser Familie. Vor 40 Millionen Jahren soll eine weitere Kollision einen neuen Zweig der Massalia-Familie gebildet haben. Dieser Asteroid hat einen Durchmesser von 145 Kilometern, umrundet sein Zentralgestirn innerhalb von drei Jahren und 270 Tagen einmal.

Die Methodik

Das Team sammelte Daten über die wichtigsten Asteroidenfamilien des Asteroidengürtels, wie die Umlaufbahnen, ihre Infrarotspektren und Exposition gegenüber kosmischer Strahlung. Dann simulierte es die Umlaufbewegungen dieser Körper im Laufe der Zeit.

Es folgte die Berechnung der Kollisionsgeschichte sowie die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung, der kosmischen Strahlung, der Schwerkraft und anderer Kräfte, die ihre Umlaufbahnen verändern könnten.

Zu den Studien

Source regions of carbonaceous meteorites and NEOs(öffnet im neuen Fenster) (Herkunftsregionen von kohlenstoffhaltigen Meteoriten und NEOs) erschien am 13. September 2024 in der Fachzeitschrift Astronomy and Astrophysics.

Young asteroid families as the primary source of meteorites(öffnet im neuen Fenster) (Junge Asteroidenfamilien als Hauptquelle von Meteoriten) erschien am 16. Oktober 2024 in der Fachzeitschrift Nature.

The Massalia asteroid family as the origin of ordinary L chondrites(öffnet im neuen Fenster) (Die Asteroidenfamilie Massalia als Ursprung gewöhnlicher L-Chondrite) erschien am 16. Oktober 2024 in der Fachzeitschrift Nature.


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