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Asteroidenbergbau: Verblendet vom Platinrausch

Nach den USA will nun auch Luxemburg Gesetze zum Bergbau im Weltall erlassen. Dabei wird sich der Abbau von Edelmetallen im All für den Gebrauch auf der Erde ironischerweise erst dann lohnen, wenn wir ihn gar nicht mehr brauchen.

Artikel von veröffentlicht am
Asteroid 2012 DA14 passiert die Erde (Grafik).
Asteroid 2012 DA14 passiert die Erde (Grafik). (Bild: Nasa)

Im November haben die USA den Space Act erlassen, der es privaten Firmen erlaubt, Bergbau im Weltraum zu betreiben - und damit eine Art Goldrausch ausgelöst. Nur dass es statt um Gold um Platin, Osmium und Iridium geht. Diese Edelmetalle sind in Meteoriten viel häufiger als auf der Erde, und so manche Firma hofft, damit reich zu werden. Nun plant auch Luxemburg Gesetze zum Bergbau im Weltall.

Inhalt:
  1. Asteroidenbergbau: Verblendet vom Platinrausch
  2. Wassereis statt Edelmetalle

In dem Land mit den niedrigen Steuern sitzen zwei der größten Betreiber von Kommunikationssatelliten der Welt: SES und Intelsat. Doch es gibt bisher keinen wirtschaftlich sinnvollen Weg, Edelmetalle auf Asteroiden abzubauen. Anders sieht es mit Wasser aus.

Edelmetalle sind nicht wertvoll genug

Im Vergleich zur kontinentalen Erdkruste, auf der wir leben, haben Asteroiden tatsächlich hohe Konzentrationen von Edelmetallen wie Platin, Osmium oder Iridium, wie man es in Untersuchungen der Nasa nachlesen kann, wobei es auch weniger seriöse Quellen gibt. Allerdings gibt es einen guten Grund dafür, dass Asteroiden nicht als glitzernde Edelsteine, sondern als pechschwarze Brocken um die Sonne kreisen. Die Konzentration der Edelmetalle ist auch dort recht niedrig. In Asteroiden, die als Meteoriten auf die Erde gefallen sind, liegt sie im Bereich von einigen Gramm pro Tonne Gestein.

Die Platinkonzentration erreicht im Allgemeinen etwa 10 bis 20 Gramm pro Tonne. Osmium und Iridium erreichen etwa die Hälfte dieser Werte und erzielen niedrigere Preise. Die enthusiastischeren Quellen zitieren Spitzenwerte von 30 Gramm und sogar 60 Gramm Platin pro Tonne. Aber selbst das reicht nicht. Edelmetalle sind zwar für ihre hohen Preise bekannt, aber auch diese Preise sind endlich. Platin kostet etwa 27 US-Dollar pro Gramm, Iridium 17 US-Dollar pro Gramm und Osmium kommt noch auf 12 US-Dollar pro Gramm.

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Selbst mit optimistischen Schätzungen (mit 30 Gramm pro Tonne) hätte alles Platin eines 200 Meter großen und 11 Millionen Tonnen schweren Asteroiden nur einen Wert von knapp 10 Milliarden US-Dollar. Das ist nicht viel Geld, verglichen mit typischen Ausgaben in der Raumfahrt. Allein die beiden CRS-Verträge zur Versorgung der Raumstation ISS mit je 20 Tonnen Versorgungsgütern durch SpaceX und Orbital Sciences haben zusammen 3,5 Milliarden US-Dollar gekostet.

Dabei befindet sich die ISS in einem niedrigen Erdorbit. Die gesamte Aufgabe bestand darin, einige Tonnen Gepäck in den Orbit zu transportieren. Das ist ein Witz verglichen mit dem Aufwand, 11 Millionen Tonnen Asteroidendreck im Weltall zu verarbeiten, um daraus etwas mehr als 330 Tonnen Platin zu gewinnen. Diese Menge kommt natürlich nur zusammen, wenn der Asteroid tatsächlich 30 Gramm Platin pro Tonne enthält. Noch eine Zahl: Das Spaceshuttle-Programm hat mit seinen 135 Flügen über 200 Milliarden US-Dollar gekostet. Das Platin in einem 500 Meter großen Asteroiden hätte kaum gereicht, die Hälfte dieses Programms zu finanzieren.

Selbst wenn es einen kleinen Asteroiden aus 330 Tonnen purem Platin in der Nähe der Erde gäbe, würde er keinen Gewinn abwerfen. Es wäre derzeit kaum möglich, diese 330 Tonnen für weniger als 10 Milliarden US-Dollar sicher auf die Erdoberfläche zu bringen. Alle Pläne von Bergbau dieser Art, bei dem auch noch Edelmetalle vom Gestein getrennt werden müssen, können getrost als Unsinn bezeichnet werden. Auch das vielzitierte Helium-3, mit dem einige Firmen Geschäfte machen wollen, wird dort keine Durchbrüche bringen.

Viel realistischer als der Abbau von Edelmetallen und Energierohstoffen ist der Abbau von Wasser auf Asteroiden.

Wassereis statt Edelmetalle 
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Frankenwein 19. Feb 2016

Pessimistische Milchmädchenrechnung vom Author - kt

Kein Kostverächter 10. Feb 2016

wird Phosphor nicht knapp werden.

Anonymster... 05. Feb 2016

Die Gesetze müssen nicht unbedingt lasch sein. Wichtig ist, dass es sie überhaupt gibt...

Local Horst 05. Feb 2016

Ganz ehrlich wenn man das als Asteroidenplatin verkauft, dass ultraselten ist und Schmuck...

Eheran 05. Feb 2016

Google doch einfach "(436724) 2011 UW158" statt noch zu versuchen die anderen zu retten.


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