Den Asteroiden abschleppen

Man kann sich aber auch rein auf die Gravitationskraft verlassen. Ein Raumschiff hat ebenso eine bestimmte Masse wie ein Asteroid, und das Gravitationsgesetz besagt, dass sich alle Körper mit Masse gegenseitig anziehen. Würde man mit einem Raumschiff zu einem Asteroiden fliegen und die beiden Objekte sich selbst überlassen, würden sie sich gegenseitig anziehen, sich immer näher kommen und irgendwann miteinander kollidieren.

Bewegt man aber das Raumschiff vom Asteroiden weg, bevor es zur Kollision kommt, dann wird der Himmelskörper dank der anziehenden Gravitationskraft folgen! Sie wirkt hier wie ein unsichtbarer Traktorstrahl aus der Fernsehserie Star Trek und erlaubt es, den Asteroiden langsam aus der Gefahrenzone zu schleppen.

Das dauert allerdings ein wenig. Im Jahr 2008 haben Wissenschaftler der Nasa die Methode am Beispiel eines 140 Meter großen Asteroiden berechnet ("Using a Gravity Tractor to Help Mitigate Asteroid Collisions with Earth"). Ein Raumschiff mit einer Masse von einer Tonne, das sich dem Asteroiden bis auf 150 Meter nähert, könnte seine Geschwindigkeit jeden Tag um 0,8 Millimeter pro Stunde verändern.

Das ist nicht viel, aber wenn dieser Gravity Tractor einige Jahre lang im Einsatz ist, kann die Bahn eines Asteroiden ausreichend stark geändert werden, um eine Kollision zu verhindern. Andere Berechnungen zeigen, dass diese Methode auch bei bekannten und potenziell gefährlichen Asteroiden wie zum Beispiel Apophis funktionieren kann.

Zeit ist Grundvoraussetzung

Zeit ist der wichtigste Aspekt bei der gesamten Asteroidenabwehr: Man muss die gefährlichen Himmelskörper früh genug entdecken. Alle oben genannten Methoden brauchen einige Jahre oder gar Jahrzehnte, um die Bahn eines gefährlichen Objekts ausreichend zu ändern. Entsprechend lang muss also die Vorwarnzeit sein, und darum sind Initiativen wie die Asteroid Grand Challenge der Nasa auch so wichtig. Es nützt uns überhaupt nichts, wenn wir ausgeklügelte Methoden zur Asteroidenabwehr entwickeln, aber keine Zeit mehr haben, sie auch anzuwenden.

Die rechtzeitige Entdeckung ist wichtig

Die gefährlichen Asteroiden müssen rechtzeitig entdeckt werden und das ist im Vergleich zu den komplexen Weltraummissionen recht einfach. Man braucht dazu keine riesigen Teleskope; schon einfache Hobbyinstrumente sind dazu in der Lage. Viele der Asteroiden werden auch tatsächlich von Hobbyastronomen und nicht von professionellen Wissenschaftlern entdeckt.

Leider gibt es trotzdem noch immer kein globales Such- und Überwachungsnetzwerk, sondern nur einige nationale Beobachtungsprogramme, die nicht den gesamten Himmel abdecken können. Es wird geschätzt, dass bis jetzt 95 Prozent aller erdnahen Asteroiden entdeckt wurden, die größer als einen Kilometer sind.

Ein kleines Teleskop und entsprechendes Personal zur Suche nach Asteroiden sind im Vergleich zu einer Weltraummission günstig. Angesichts der potenziellen Folgen eines Asteroideneinschlags wäre dieses Geld auch gut investiert - trotzdem wird die Bedrohung von den politischen Entscheidungsträgern nur selten ernst genommen und die Fördergelder reichen für eine lückenlose Überwachung des Weltraums nicht aus.

Die Asteroid Grand Challenge der Nasa könnte das ändern. Asteroideneinschläge sind eine Bedrohung für die Erde und für uns Menschen. Aber wir sind ihnen nicht völlig hilflos ausgeliefert. Im Gegensatz zu den Dinosauriern haben wir ein Raumfahrtprogramm und trotz aller Einsparungen eine recht gute Chance, solche Katastrophen zu verhindern.

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 Sonnensegel
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oBsRVr666 26. Jul 2013

Bei meiner aktuellen Gemütslage, wünsch ich mir da auch sehr sehnlich. :( Diese Schei...

Phonehoppy 25. Jul 2013

Ja, krasses projekt, aber wenn einmal pro Sekunde eine atomare Sprengladung gezündet...

Der Held vom... 25. Jul 2013

Ich bemühe mich, Deiner Argumentation zu folgen: Radioaktive und andere Strahlung...

Der Held vom... 25. Jul 2013

Überlegen wir noch mal: Die modernste bunkerbrechende Waffe, die derzeit existiert...



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