Assassin's Creed Vorschau: Die drei wichtigsten Erkenntnisse nach drei Stunden Mirage
Der Hafenmeister ist tot! Obwohl er in einem festungsähnlichen Gebäude von zahlreichen Soldaten bewacht wird, fällt er nach längerer Vorbereitung unserem Attentat zum Opfer. Blöd für ihn und für uns: Nach dem erfolgreichen Mordanschlag ist unser Anspielen von Assassin's Creed Mirage beendet, über die restlichen Minuten schweigen wir zur Spoilervermeidung.
Golem.de konnte sich als Hauptfigur Basim Ibn Ishaq ziemlich genau drei Stunden durch Mirage meucheln, und zwar an drei Stellen: Zuerst fast unmittelbar nach dem Anfang in einer Stadt namens Anbar, wo wir uns mehr schlecht als recht als Taschendieb herumschlagen.
Dann waren wir in einem auffällig schönen Felstal unterwegs, in dem wir von Mentorin Rosham zum Assassinen ausgebildet werden, mit einer Zeremonie in den Kreis der Bruderschaft aufgenommen werden und Teile unserer Ausrüstung erhalten.
Drittens waren wir am wichtigsten Schauplatz unterwegs, in Bagdad des 9. Jahrhunderts. Der Abschnitt beginnt mit einer aus früheren Serienteilen bekannten Synchronisation auf einem Turm, dann treffen wir einen wichtigen Händler und bekommen den Auftrag, besagten Hafenmeister zu töten.
Als bekennende Fans der Serie hat uns Mirage trotz hoher Erwartungen sehr positiv überrascht. Die Welt sieht klasse aus und wirkt stimmig, die Handlung wirkt aufwendiger und liebevoller erzählt als in früheren Assassin's Creed. Drei Punkte sind uns besonders aufgefallen.

1. Schleichen funktioniert
Die Entwickler von Mirage haben früh angekündigt, dass sie zurück zu den Anfängen der Serie wollen und dass Schleichen wieder wichtiger wird. Soweit wir es ausprobierten, stimmt das – und vor allem macht es Spaß.
Wir können uns in hohem Gras und in Büschen zuverlässig durch Bücken verstecken, Wachen mit einem Pfeifen zu uns locken und sie dann zuverlässig zu uns ziehen, ermorden und dauerhaft verstecken.
Mit unserem Röntgenblick erkennen wir Feinde ebenso wie wichtige Gegenstände auch durch Mauern und auf etwas größere Distanz. Gegnerische Soldaten sehen wir in Rot angezeigt, inklusive eines roten Strahls aus ihren Augen – das ist ihre jeweilige Blickrichtung, wie die Sichtfelder in Echtzeit-Taktikspielen.
Tatsächlich spielt sich Mirage beim Eindringen in die Festung des Hafenmeisters fast schon wie Shadow Gambit oder ein anderes Taktikspiel, nur in 3D. Wir schleichen uns von hinten an Feinde an und erdolchen sie mit dem Messer oder erwürgen sie, einen nach dem anderen. Klingt gemein, macht aber richtig Spaß.
Dazu kommen Extras wie Rauchbomben, die zuverlässig die Sicht der Gegner blockieren und uns zwei oder drei schnelle Morde erlauben, und die neuen Wurfmesser, mit denen wir Wachen fast ohne Geräusche aus größerer Distanz ausschalten.

Einige Schleichfunktionen sind aus Vorgängerspielen bekannt, aber zumindest in unserer Partie haben die Aktionen ungewohnt solide funktioniert. Wir haben keinen falschen Alarm ausgelöst, konnten das Verhalten der Gegner vorab korrekt einschätzen und taktisch vorgehen. Ab und zu gab es Kämpfe mit dem Schwert, aber meist waren sie vermeidbar.
2. Talentbaum mit sinnvollen Verbesserungen
Eine weitere spürbare Änderung gegenüber dem Vorgänger Valhalla ist schon beim ersten Blick ein Pluspunkt für Mirage: der wesentlich kleinere Talentbaum. Statt Massen an minimalen Optimierungen für die Hauptfigur gibt es nun drei übersichtliche Zweige: Phantom (Schleichen), Trickster (Ganove) und Predator (Jäger).
Assassin's Creed Mirage: Welt, Handlung und Grundlagen
Wir können wählen: Wollen wir mit den Wurfmessern bei verlangsamter Zeit inmitten eines Sprungs werfen können? Oder lieber mit unserem Adler Enkidu den Laufweg von Wachen markieren? Oder einfach mehr Gesundheitstränke tragen?
Je nach Zweig gibt es sieben bis zehn Verbesserungen. Soweit wir gesehen haben, dürften alle sofort spürbare Auswirkungen haben. Ob wir alle Skills innerhalb eines Kampagnendurchgangs freischalten können – unklar.
3. Handlung, Welt und Spielgefühl
Auch wenn Mirage kleiner als die unmittelbaren Vorgänger wird: Wir hatten nach drei Stunden nicht das Gefühl, viel von der Welt gesehen zu haben. Aber was wir gesehen haben, hat uns gefallen – am meisten das kurz angesprochene Tal der Bruderschaft.
Das Bagdad des Spiels besteht aus einem runden Zentralbereich, wir sind von dort zum Hafenmeister in sieben oder acht Minuten gelaufen, dabei haben wir grob geschätzt etwa ein Viertel – eher weniger – vom Durchmesser der Metropole erkundet.
Es gab stimmungsvolles Stadtleben, atemberaubend schick sah ein Kanal mit Gebäuden links und rechts sowie einigen Booten aus. Aber auch sonst hat die Grafik einen durchgehend starken Eindruck gemacht.
Auch die Zwischensequenzen inklusive der Gesichter aller Protagonisten haben uns gefallen. Die Handlung scheint sehr (!) viel liebevoller erzählt zu werden, die interaktiven Sequenzen haben deutlich weniger generisch gewirkt als in Vorgängern, Charaktere sind stärker ausgearbeitet.
Assassin's Creed Mirage: Die Grundlagen
In Assassin's Creed Mirage sind wir, wie gesagt, als Basim Ibn Ishaq in Bagdad des 9. Jahrhunderts unterwegs. Der Held tauchte bereits als Nebenfigur in Valhalla auf.
Die Handlung beginnt im Jahr 861 und spielt fast nur in Bagdad. Die Stadt war damals ein wichtiges Zentrum für Handel, Kunst und Kultur. Übrigens wurde die Metropole etwas später vollständig zerstört, das moderne Bagdad soll also nicht zu erkennen sein.

Für einen normalen Durchgang mit einem Fokus auf die Hauptgeschichte sind laut Hersteller Ubisoft(öffnet im neuen Fenster) 20 bis 23 Stunden nötig. Für Mirage wird es nach aktuellem Stand keine Erweiterungen geben, so dass sich die Spielzeit auch später nicht mehr erhöht. Es wird nur Singleplayer geben, die Handlung soll linear sein.
Mirage wird etwas günstiger als die früheren Serienteile sein, der Preis liegt auf allen Plattformen bei rund 50 Euro. Das für den 5. Oktober 2023 angekündigte Spiel erscheint für Windows-PC, Xbox One und Series X/S sowie für Playstation 4 und 5.
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