Assassin's Creed Origins: Ubisoft wehrt sich gegen Vorwürfe wegen Denuvo

Die PC-Version von Assassin's Creed Origins leidet wegen Denuvo unter einer massiv verschlechterten Darstellung - sagt ein Cracker, dessen Vorwürfe in Foren aufgegriffen werden. Jetzt wehrt sich Publisher Ubisoft.

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Assassin's Creed Origins braucht für seine Grafikpracht einen schnellen Rechner.
Assassin's Creed Origins braucht für seine Grafikpracht einen schnellen Rechner. (Bild: Ubisoft/Screenshot: Golem.de)

"Die Anti-Tamper-Lösungen in der PC-Version von Assassin's Creed Origins haben keinen wahrnehmbaren Effekt auf die Darstellung des Spiels". Mit dieser auf Gearnuke.com veröffentlichen Erklärung wehrt sich Ubisoft gegen Meldungen, die seit einigen Tagen in Foren die Runde machen. Demnach würde Origins wegen Denuvo selbst auf leistungsstarken Rechnern stark ruckeln - oder zumindest wesentlich langsamer laufen, als es sonst zu erwarten wäre.

Ursprung dieser Äußerungen ist vor allem ein in der Szene bekannter Cracker mit dem Pseudonym Voksi, den Torrentfreak.com zitiert hatte. Nach Angaben von Voksi leide Assassin's Creed Origins unter einer um rund 30 bis 40 Prozent verringerten Bildrate, weil zum Schutz von Denuvo nun auch noch eine Virtualisierungslösung namens VM Protect zum Einsatz käme.

Klar ist: Denuvo dürfte bei Origins einiges anders machen als zuletzt bei einer Reihe von Spielen. Darauf lässt die Tatsache schließen, dass nach gut einer Woche immer noch kein Crack der PC-Version in Aussicht ist, während Denuvo zuletzt bei Mittelerde - Schatten des Krieges innerhalb eines Tages geknackt war. Auch bei Titeln wie Fifa 18 und Warhammer 2 hat Denuvo nicht lange gehalten.

Es gibt Gerüchte, wonach die Anti-Tamper-Software bei Wolfenstein 2 sogar schon vor der eigentlichen Veröffentlichung ausgehebelt wurde. Deshalb soll sich Bethesda kurzfristig entschlossen haben, den Shooter ohne Denuvo zu veröffentlichen. Bestätigt ist das allerdings nicht - die Hersteller schweigen sich zum Thema Kopierschutz und Rechtemanagement aus.

Im Falle von Assassin's Creed Origins ist eine Einschätzung ebenfalls schwierig, weil derzeit kein Vergleich zwischen einer Version mit und einer ohne die zusätzliche Software möglich ist. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass Denuvo wirklich kaum spürbare Auswirkungen zur Folge hat. Anders als oft in Foren dargestellt, überprüft die Software etwa nicht mehrere Tausend Mal pro Minute (oder gar Sekunde), ob die Installation korrekt ist.

Abfrage an unkritischer Stelle

Normalerweise erfolgt diese Kontrolle bestenfalls alle paar Minuten, und das an Stellen, bei denen die CPU nicht besonders belastet wird - etwa beim Aufruf der Menüs. Die Ermittlung dafür geeigneter Gelegenheiten erfolgt nicht durch Algorithmen, sondern händisch durch Mitarbeiter von Denuvo in Zusammenarbeit mit den Entwicklern des Spiels, wie Denuvo im Gespräch mit Golem.de Ende 2016 erklärt hat (unabhängige Entwickler haben diese Darstellung bestätigt).

Das jetzt ebenfalls genannte VM Protect wiederum, durch das wahrscheinlich Teile von Denuvo auf eine virtuelle Maschine mit anderer Architektur übertragen werden, kommt vermutlich schon länger zum Einsatz. In der Vergangenheit hatte es keine bekannten Probleme verursacht. Erst im Sommer 2017 hatte es Gerüchte gegeben, wonach Denuvo ohne Lizenz den Programmcode von VM Protect verwendet habe.

Das hatte der Hersteller von VM Protect mit einem Statement dementiert: Denuvo habe schon in der Vergangenheit das Recht gehabt, die Software zu verwenden und dürfe das auch künftig tun - was nun offenbar in Origins auch geschehen ist.

Bei einem anderen Spiel hatten sich ähnliche Vorwürfe gegen Denuvo (und damit wohl auch gegen VM Protect) im Nachhinein als unbegründet erwiesen. Auch beim Indiegame Rime wurde Denuvo für Leistungseinbrüche verantwortlich gemacht, Spielentwickler Grey Box und die Firma Denuvo hatten das mit mehr oder weniger klaren Worten zurückgewiesen. Nachdem Rime geknackt war, hatte Grey Box eine neue Version mit Fehlerkorrekturen, aber ohne Denuvo veröffentlicht.

Tatsächlich war dann laut Berichten unter anderem auf Arstechnica.com kein Leistungsunterschied im Spiel messbar. Lediglich beim Start sei alles schneller gegangen - kein Wunder, schließlich mussten Denuvo und VM Protect nicht mehr geladen werden.

Mit den nun bei Assassin's Creed Origins gemeldeten Problemen hat dieser Effekt aber nichts zu tun. Über den Sinn und Unsinn von Rechtemanagement und Anti-Tamper-Lösungen kann man streiten - aber nach aktuellem Wissensstand hat Ubisoft vermutlich recht und Denuvo kann wirklich nichts dafür, wenn es im antiken Ägypten ruckelt.

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My1 03. Nov 2017

sicher wobei kaufen und cracken ja keine sich gegenseitig ausschließenden aktionen sind...

My1 03. Nov 2017

sagen können alle erstmal alles, klar gilt grundsärtlich erstmal in dubio pro reo, aber...

GetModuleHandle 03. Nov 2017

VM Protect nutzt keine dieser genannten Virtualisierungs-Features. Es besitzt ebenfalls...

Flyns 03. Nov 2017

Wenn ich die Aussagen in den entsprechenden Foren richtig verstanden habe, sendet AC:O...



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