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Assassin's Creed: Infinity startet mit Japan, dann folgen Hexe und Multiplayer

Golem.de hat vom Chefentwickler erste Infos zum Großprojekt Assassin's Creed Infinity. Zuerst kommt eine Zeitreise ins feudale Japan.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Assassin's Creed Codename Red (Bild: Ubisoft)
Artwork von Assassin's Creed Codename Red Bild: Ubisoft

Wie funktioniert eine Erinnerungs-Zeitreise? Im Grunde ist es ganz einfach: Man legt sich in einen Animus, eine Spezialmaschine für Abstecher in die Vergangenheit, und drückt den Knopf für die gewünschte historische Epoche. So funktioniert das jedenfalls in der Welt von Assassin's Creed, und ganz ähnlich soll es irgendwann auch auf unserem PC oder der Konsole mit Infinity klappen.

Jedenfalls hat Ubisoft(öffnet im neuen Fenster) so die Grundidee hinter dem sagenumwobenen Großprojekt Infinity erklärt: Das sei weniger ein Spiel und eher ein "Hub" – so heißen im Spieler-Sprech die zentralen Räumlichkeiten in Games. Wie dieses Hub konkret ausgestaltet wird, haben die Entwickler noch nicht verraten.

Golem.de konnte aber bei einer Veranstaltung in der Firmenzentrale in Paris den Chefentwickler Marc-Alexis Cote fragen: Müssen wir uns das wie einen simplen Launcher vorstellen, der Zugang zu neuen und ältere Assassin's Creed erlaubte? Oder gibt es zusätzliche Elemente, etwa Sprünge zwischen den Epochen?

Marc-Alexis Cote hat gesagt, dass er diese Frage zwar beantworten könnte – es dafür viel zu früh sei. Allerdings hat er bei seiner Präsentation einige Details verraten, die uns Hoffnung machen, dass Infinity mehr als ein simples Startprogramm wird. Dazu später mehr!

Denn erstmal müssen wir die erste Epoche vorstellen, die im Rahmen von Infinity erscheint: Es handelt sich um ein Singleplayerspiel, das momentan die Bezeichnung Codename Red trägt. Die Spieler sind darin im feudalen Japan unterwegs, das Ganze greift eher die Ninja- und Shinobi-Sagen als die Samurai-Kultur (Ghost of TsushimaI) auf.

Codename Red soll irgendwann nach Mirage erscheinen, einen Termin gibt es noch nicht. Der Titel entsteht momentan bei Ubisoft in Quebec (letztes Großprojekt war Odyssey). Ubisoft verspricht ausdrücklich auch Rollenspielelemente – auf die Mirage ja verzichtet.

Was nach Red folgt, hat Ubisoft nur angedeutet. Es soll sich ebenfalls um ein Singleplayerspiel handeln, der Arbeitstitel lautet Codename Hexe. Im Trailer sind an Druiden erinnernde Strohpuppen in einer düsteren Umgebung zu sehen.

Der Gerüchteküche zufolge soll Hexe zur Zeit der Hexenverbrennung im Mittelalter spielen. Ubisoft selbst hat sich nicht dazu geäußert. Marc-Alexis Cote hat gesagt, dass er auf die Spekulationen der Community gespannt ist.

Unsere Einschätzung: Wir sind eher skeptisch, ob Ubisoft die Hexenverbrennung aufgreift – das war nämlich eine extrem düstere und brutale Epoche, bei der sich aus Respekt vor der Geschichte allzu viele Verharmlosungen verbieten.

Wenn das Thema aber einigermaßen authentisch dargestellt wird, dürfte selbst hartgesottenen Horrorfans schnell der Spaß vergehen. Wir müssen wohl weitere Infos oder neue Leaks abwarten. Codename Hexe entsteht bei Ubisoft Montreal, wo schon das erste Assassin's Creed produziert wurde.

Das dritte Spiel für Infinity trägt den Arbeitstitel Codename Invictus. Dabei handelt es sich um einen eigenständigen Multiplayertitel (Cote hat "Standalone Multiplayer" gesagt). Ob sich dieses Spiel auf eine Epoche beschränkt oder mehrere Zeitreisen und Umgebungen aufgreift – unklar.

Das zuständige Team besteht unter anderem aus ehemaligen For-Honor- und Rainbox-Six-Entwicklern. Weitere Infos zu Invictus haben wir nicht.

Anvil-Engine wird mit Scalar gepimpt

Für diese drei Games verwendet Ubisoft die hauseigene Anvil-Engine. Die wird unter anderem um eine Technologie namens Scalar erweitert, mit der ein Teil der Grafik in der Cloud gerendert wird. Was das konkret an zusätzlichen Details und Effekten bringt, wissen wir nicht.

Ubisoft sagt aber, dass das System sehr leistungsstark sei und viel an zusätzlicher Grafikpracht bringe. Bei Mirage kommt Scalar nicht zum Einsatz. Für welche Plattformen Infinity und die drei Spiele erscheinen, hat der Hersteller noch nicht gesagt.

Die Teams arbeiten schon lange an den Titeln, für jeden sollen sie wesentlich mehr Zeit erhalten als die bislang üblichen drei Jahre.

Wir greifen jetzt die Frage auf, ob Infinity mehr als ein hübscher Launcher sein dürfte. Vermutlich: ja. Marc-Alexis Cote hat jedenfalls gesagt, dass die Metastory von Assassin's Creed wieder stärker in den Mittelpunkt rücken wird – gemeint sind die Vorgänge in der Gegenwart, vor allem in den ersten beiden Serienteilen rund um die Figur Desmond Miles.

Ausdrücklich sollen in dieser übergreifenden Handlung Elemente aus allen Spielen der Reihe auftauchen, deshalb müsste Infinity mehr sein als eine Startverknüpfung. Wie das im Detail funktioniert und welchen Mehrwert es gegebenenfalls bietet, wird spannend.

Gleichzeitig will Ubisoft ähnlich wie Marvel mit dem Marvel Universe seine Assassin's Creed künftig noch stärker in Gruppen unterteilen. Zu Periode 2 (das heißt ab jetzt so) gehören Origin bis Mirage, zu Periode 1 alle Spiele davor. Periode 3 beginnt mit Infinity und Codename Red.

Neben Infinity kommt aber noch mehr Assassin's Creed. Neben einer letzten Erweiterung für Valhalla (The Last Chapter) entstehen derzeit zwei Mobile Games, eines davon wird Free-to-Play und schickt die Spieler nach China – deshalb hat es den Arbeitstitel Codename Jade. Unter anderem soll es möglich sein, an der Großen Mauer herumzukraxeln. Es gibt eine offene Welt, die per Touch-Steuerung erkunden werden kann.

Das zweite Mobile Game entsteht zusammen mit Netflix, es dürfte also für dessen Abonnenten kostenlos verfügbar sein. Details über das Szenario sind nicht bekannt. Termine gibt es zu keinem der beiden Mobile Games.

Die Zusammenarbeit mit Netflix geht aber noch weiter, es entsteht nämlich auch eine Live-Action-Serie (echte Schauspieler) auf Basis der Reihe. Auch hier liegen noch keine weiteren Infos vor.

Eine Bitte: Falls sich Zeitreisende aus der Zukunft unter den Lesern befinden, wären wir über eine Mail mit den Antworten auf alle offenen Fragen dankbar.


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