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Assassin's Creed & Co: Was jetzt mit Ubisofts größten Serien passiert

Von Anno über Far Cry bis Splinter Cell: Wir ordnen ein, welche Serien sicher sind – und welche beim Umbau ins Wanken geraten könnten.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Assassin's Creed - Codename Jade (Bild: Ubisoft)
Artwork von Assassin's Creed - Codename Jade Bild: Ubisoft

Ubisoft steckt in einer der schwierigsten Phasen seiner Unternehmensgeschichte. Der Aktienkurs des französischen Publishers steht massiv unter Druck, Investoren reagieren nervös auf verschobene Projekte und ausbleibende Blockbuster-Erfolge.

Als Reaktion hat Ubisoft(öffnet im neuen Fenster) eine weitreichende Neustrukturierung angestoßen. Künftig sollen fünf sogenannte Kreativhäuser zentrale Marken und Projektgruppen bündeln, Entscheidungswege verkürzen und Verantwortung klarer zuordnen.

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass dieser Umbau mit Einschnitten beim Personal ablaufen wird. Offiziell bestätigt sind Entlassungen bislang nicht, doch in Finanzkreisen wird damit gerechnet, dass spätestens um den 12. Februar 2026 – im Umfeld weiterer Unternehmensinformationen – konkreter wird, welche Bereiche betroffen sind und wie groß der Stellenabbau ausfällt.

Vor diesem Hintergrund haben wir einen Blick auf das aktuelle Spieleportfolio geworfen: Welche Reihen gelten als gesetzt, wo wird investiert, welche Marken stehen auf der Kippe – und wo ist die Zukunft trotz Krise vergleichsweise klar?

Anno: Für Anno ist bei Ubisoft ab sofort das Kreativhaus 4 zuständig. Um die Zukunft der Aufbauspiele müssen wir uns so gut wie sicher keine Sorgen machen. Anno 117 kam bekanntlich erst Ende 2025 auf den Markt. Laut Hersteller brach der Titel die Verkaufsrekorde innerhalb der Reihe und war der am schnellsten verkaufte Anno bislang – konkrete Zahlen wurden nicht genannt.

Das Entwicklerstudio Ubisoft Mainz arbeitet an Erweiterungen und Upgrades. Bei den letzten Serienteilen mussten wir zwischen vier und sechs Jahren auf das nächste Spiel warten, bei Anno dürfte also ab 2029 mit einem neuen Teil zu rechnen sein.

Assassin's Creed: Die Gedächtnis-Zeitreise-Abenteuer werden vom Ubisoft-Ableger Vantage Studios produziert. Der nächste große Serienteil heißt Hexe, er wird für Ende 2026 oder 2027 erwartet.

Laut Insidern gibt es wesentlich weniger Rollenspiel und ein extrem düsteres Setting: Wir sind während der Hexenverfolgungen im Heiligen Römischen Reich des 16. Jahrhunderts unterwegs.

Parallel dazu entsteht ein mutmaßlich karibisch-buntes Remake von Assassin's Creed 4 – Black Flag, mit dem Ende 2026 oder 2027 gerechnet wird. Ergänzend baut Ubisoft das Universum aus: Invictus wird ein Multiplayer-Projekt, Codename Jade bringt das Open-World-Gameplay auf Mobilgeräten ins antike China. Codename Nebula soll Abenteuer in Indien, im Aztekenreich und am Mittelmeer verbinden – frühestens 2028.

Beyond Good & Evil: Im November 2025 bestätigte Ubisoft, dass Beyond Good & Evil 2 sich weiterhin in Entwicklung befindet – trotz rund 17 Jahren ohne greifbare Fortschritte. Release-Termin und Entwicklungsstand des Action-Adventures bleiben aber unklar. Es entsteht ebenso wie Anno bei Kreativhaus 4.

Soweit bekannt, ist das Spiel als Prequel zum Kulttitel von 2003 angelegt und entführt uns in ein großes Universum mit frei erkundbaren Planeten, Weltraumpiraterie und Koop-Gameplay. Möglich machen soll das die eigens entwickelte Voyager-Engine, die nahtlose Übergänge zwischen Boden- und Weltraumabschnitten sowie besonders große Spielwelten erlaubt.

The Division: Ubisoft hat offiziell bestätigt, an Teil 3 zu arbeiten. Das Projekt befindet sich bei Ubisoft Massive in aktiver Entwicklung, konkrete Angaben zu Release-Zeitraum, Plattformen oder inhaltlicher Ausrichtung haben wir bislang nicht. Bis auf Weiteres wird The Division 2 mit neuen Inhalten versorgt.

Ein Entwickler beschrieb den dritten Teil zuletzt als Projekt, das sich "zu einem Monster" formt und innerhalb des Studios eine zentrale Rolle einnimmt. Anspruch sei es, erneut einen ähnlich starken Impuls zu setzen wie mit dem ersten The Division. Zuständig ist das auf kompetitive und kooperative Shooter spezialisierte Kreativhaus 2.

Far Cry: Die Serie gilt bei Ubisoft als einer der wichtigsten Blockbuster, quasi auf Augenhöhe mit Assassin's Creed – auch deshalb ist der Ableger Vantage Studios zuständig. Gerüchten zufolge entstehen zwei Spiele: Far Cry 7 (Codename Blackbird) für Solisten sowie ein separater Multiplayer-Extraction-Shooter (Project Maverick). Beide sollen Ende 2026 erscheinen.

Technisch wechselt die Serie wohl auf die Snowdrop-Engine, während das Setting in der Wildnis von Alaska angesiedelt sein soll. Im Zentrum von Far Cry 7 soll eine nicht-lineare Geschichte stehen, in der Spieler innerhalb eines Echtzeit-Zeitlimits von 24 Stunden ihre entführte Familie retten müssen. Der Fokus des Multiplayer-Ablegers soll auf Survival-Elementen und wettbewerbsorientiertem Gameplay liegen.

Ghost Recon, Rainbow Six, Rayman und Splinter Cell

Ghost Recon: Die Serie ist als vergleichsweise realistischer Militär-Taktikshooter positioniert – mit Koop und Squads, aber auch für Solisten vollständig spielbar. Gerade die früheren Teile setzten stark auf planvolles Vorgehen, taktische Freiheit und glaubwürdige Militärszenarien.

Ein nächster Teil ist vage angekündigt, wir sollen erstmals in der Seriengeschichte konsequent aus der Ego-Perspektive antreten können. Das bestätigte Firmenchef Yves Guillemot Mitte 2025 auf einer Aktionärsversammlung.

Weitere Details liegen nicht vor, eine richtige Ankündigung mit zusätzlichen Infos fehlt noch. Der letzten Serienteil Breakpoint kam 2019 auf den Markt – und enttäuschte die hohen Erwartungen. Zuständig ist Kreativhaus 2.

Rainbow Six: Um diese Serie müssen wir uns wohl keine Sorgen machen. Rainbow Six Siege hat sich seit 2015 zu einem der erfolgreichsten Live-Service-Shooter entwickelt und wird bis heute mit neuen Saisons, Operatoren und System-Updates versorgt, zuletzt auch mit größeren technischen und spielerischen Überarbeitungen.

Siege soll langfristig ausgebaut werden, statt einen klassischen Nachfolger zu erhalten. Im Februar 2026 erscheint Rainbow Six Mobile, die schon länger laufenden Vorabtests sind wohl vielversprechend. Ebenso wie Assassin's Creed und Far Cry wird Rainbow Six von Vantage Studios betreut.

Rayman: Gerüchten zufolge arbeitet Ubisoft an einem neuen Serienteil, der unter dem Codenamen Steambot entwickelt wird. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Remake des ersten Teils von 1995. Eine Veröffentlichung wird intern wohl für Ende 2026 angestrebt.

Rayman ist eine der wichtigsten Traditionsmarken von Ubisoft. Trotz (oder wegen) der familienfreundlichen Ausrichtung hatte die Serie aber zuletzt keinen großen kommerziellen Erfolg. Dennoch hat Ubisoft Rayman in letzter Zeit wieder stärker sichtbar gemacht, etwa durch Gastauftritte und kleinere Projekte. Zuständig: Kreativhaus 4.

Splinter Cell: Die Reihe ist als Stealth-Action-Thriller positioniert, sie gilt als Gegenpol zu actionlastigeren Ubisoft-Serien. In Splinter Cell müssen wir konsequent langsam und taktisch vorgehen, es gibt aufwendige Licht- und Schatteneffekte und nur Singleplayer-Modus. Der letzte Ableger Blacklist erschien 2013.

Aktuell entsteht ein Remake des ersten Splinter Cell von 2002 unter Aufsicht von Kreativhaus 2 bei Ubisoft Toronto. Das Projekt soll die Serie technisch modernisieren, ohne ihre Stealth-DNA aufzugeben, und gilt als möglicher Neustart für die Marke. Ein Releasetermin steht aus.

Düstere Aussichten für Watch Dogs und Die Siedler

Watch Dogs, Die Siedler und Prince of Persia stehen exemplarisch für Marken, die bei Ubisoft zuletzt an Bedeutung verloren haben. Watch Dogs war als moderner Gegenentwurf zu GTA gedacht, konnte sich aber trotz interessanter Ideen kommerziell und kulturell nie auf Augenhöhe etablieren; nach Legion gilt die Reihe intern als pausiert.

Die Siedler hingegen scheiterte mit dem Reboot 2023 vor allem an inhaltlichen und qualitativen Mängeln – das Vertrauen der Kernzielgruppe gilt als nachhaltig beschädigt.

Bei Prince of Persia ist die Lage differenzierter: Große AAA-Projekte sind fraglich, doch mit The Rogue Prince of Persia existiert ein gelungenes, fortlaufend weiterentwickeltes Spin-off, das von einem externen Studio betreut wird und der Marke zumindest kreativ neues Leben einhaucht.

Auch lizenzbasierte Großprojekte dürften Einzelfälle bleiben. Sowohl Avatar – Frontiers of Pandora als auch Star Wars – Outlaws waren von Anfang an nicht als klassische Serienstarter konzipiert, sondern als abgeschlossene Prestigeprojekte. Entsprechend gelten Fortsetzungen derzeit als unwahrscheinlich, zumal beide Titel hinter sehr hohen Erwartungen zurückblieben.

Darüber hinaus gibt es weitere Ubisoft-Marken mit unklarer Zukunft: The Crew etwa hat nach dem Aus der Server des ersten Teils massiv an Rückhalt verloren, For Honor wird zwar weiter gepflegt, gilt aber als Nischen-Live-Service ohne Expansionsambitionen.


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