Assassin's Creed Black Flag Resynced: Mehr Arrr als Assassine!
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Assassin's Creed Black Flag Resynced ist ein Paradoxon: Viele Dinge, wie der winzige Wendekreis unseres Schiffs, wirken geradezu absurd komisch, die Gameplay-Mechaniken teilweise altbacken, das "Assassin's" im Titel grenzt an Etikettenschwindel und die Komplexität von Nebenquests und Basis-Management hat in etwa die Fahrtiefe eines Riffs. Aber genau wegen dieses Designs könnte Assassin's Creed Black Flag Resynced der dringend benötigte frische Wind in den Segeln vom schwer angeschlagenen Ubisoft sein.
In Assassin's Creed Black Flag Resynced sind wir meuchelnd durch die Karibik gesegelt und hatten riesigen Spaß mit dem Remake eines der beliebtesten Teile der Assassin's-Creed-Reihe. Das "Resynced" im Titel fällt dabei aus dem klassischen Schema von Remake und Remastered.
Dieser kleine Wortunterschied ist aber wichtig, denn "Remastered" bedeutet in der Regel ein HD-Texturpack und Support für neue Betriebssysteme oder Controller. Böse Zungen würden auch von einem schnellen Cashgrab mit minimalem Aufwand sprechen. Ein Remake hingegen impliziert eine echte Neuauflage, mit angepassten Mechaniken und neuer Technik.
"Resynced" fällt eindeutig in die zweite Kategorie, es enthält laut Ubisoft sogar keine einzige Zeile Code(öffnet im neuen Fenster) des ursprünglichen Spiels. Wir behandeln Assassin's Creed Black Flag Resynced in diesem Test daher eher als neues Spiel, auch wenn der Preis mit 60 Euro leicht unter den Preisen aktueller Releases liegt. Die genauen Unterschiede zum Original besprechen wir im vorletzten Abschnitt.
Wenig Assassin's Creed
Wir schlüpfen in Black Flag in die Rolle von Edward Kenway, einem Waliser (keinem Briten!), der auf der Suche nach dem großen Reichtum im Goldenen Zeitalter der Piraterie den Weg in die Seefahrt eingeschlagen hat. In seiner Haut sind wir der Kapitän unseres eigenen Piratenschiffs und bereisen die Karibik inklusive Kuba und Jamaika und säbeln uns durch die etwa 25 Stunden lange Haupthandlung.
Dabei geht aber erstmal einiges des ursprünglichen Assassinen-Gefühls verloren. Die Orte, in denen das ursprüngliche Serienfeeling noch am ehesten greifbar wird, sind die Städte, allen voran Havanna. Hier gibt es die serientypischen Nebenaktivitäten, oftmals als Ubisoft-Formel verpönt: Aussichtstürme wollen erklommen, Zielpersonen assassiniert und Dinge gesammelt werden. Das ist alles ziemlich seicht – vom Annehmen etwa einer Attentatsquest bis zum Säbel im Hals der Zielperson vergehen, wenn wir uns sputen, selten mehr als zwei Minuten.
Auch das Einsammeln von Shantys, Seemannsliedern, die unsere Crew auf hoher See anstimmt, geht extrem schnell und ist in der Regel keine große Herausforderung. Selbst das Erklimmen der Türme schafft jeder Grobmotoriker mit zwei Augenklappen: Klettertaste gedrückt halten und den Stick nach vorne drücken, und schon kraxelt unser Protagonist Edward Kenway die Kirche hinauf und sucht sich selbst seine Griffe, nur selten müssen wir minimal die Richtung anpassen.
Die Kollegen Nathan Drake und Lara Croft aus Tomb Raider und Uncharted bieten hier deutlich mehr.
Aber genau dieses Manko von seichten Nebenquests und eher einfach gehaltenen Mechaniken ist einer der größten Vorteile: Es lässt Raum für den eigentlichen Star des Spiels, denn die Magie steckt nicht in den Quests, sondern in der Welt und dem Setting.
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