Assange im neuen Asterix: Polemix enthüllt die Wahrheit über Cäsar
Eine Ausstellung im französischen Alésia-Museum beschäftigt sich gerade mit der Frage(öffnet im neuen Fenster) , wie viel historische Realität in den Comic-Bänden von Asterix und Obelix steckt. Im neuen Band 36, der am 22. Oktober 2015 erscheinen soll, streiten sich zwar wie gehabt die Gallier mit den Römern. Doch sie erhalten dabei Unterstützung durch sehr neuzeitliche Methoden. Während Wikileaks-Gründer Julian Assange weiterhin in der ecuadorianischen Botschaft in Londinium(öffnet im neuen Fenster) feststeckt, darf er im neuen Asterix in Gestalt des Galliers Polemix offenbar die Wahrheit in Julius Cäsars Gallischem Krieg ( De bello Gallico(öffnet im neuen Fenster) ) richtigstellen.
Auf einer Pressekonferenz im Pariser Eiffelturm stellten Autor Jean-Yves Ferri und Zeichner Didier Conrad am Montag einige Details aus dem neuen Band mit dem Titel Der Papyrus des Cäsar vor. Die genaue Geschichte ist noch nicht bekannt, doch auf der französischen Seite der Huffington Post sind bereits mehrere Seiten komplett zu sehen(öffnet im neuen Fenster) .
Kolporteur ohne Grenzen
Das große Thema des neuen Asterix ist der Umgang mit der historischen Wahrheit. Dass Cäsar es damit in seinem Gallischen Krieg nicht immer so genau nahm, ist längst bekannt. Schließlich schrieb er seine Kriegserinnerungen vor allem, um seiner römischen Heimat damit zu imponieren und seine eigenen Fähigkeiten als Feldherr herauszustellen. Das gefällt dem "Kolporteur ohne Grenzen" , wie Polemix in einem römischen Überwachungsbefehl genannt wird, offenbar nicht. Polemix ist ein Investigativreporter der Gallischen Revue (Matin de Lutèce im Original). Die Autoren hatten Medienberichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) sogar überlegt, den Reporter Wikilix zu nennen, um die bestehende optische Ähnlichkeit auch verbal auszudrücken.
Aber die Person Assanges ist nicht die einzige Anspielung an die modernen Medien. So gibt es einen gallischen Dorfbewohner mit dem Namen Resowifix, für französische Ohren leicht als WLAN-Netz (Réseau Wi-Fi) zu identifizieren. Heutzutage wäre Resowifix sicher ein Fall für die Störerhaftung, denn er hat nichts Besseres zu tun als seine Zeitung allen auf dem Marktplatz vorzulesen. Wobei sich seine gallischen Mitbewohner vor allem für das Horoskop und weniger für die römische Politik interessieren.
Bis zum Erscheinen des Bandes bleibt noch offen, ob Polemix die Wahrheit über Cäsars Kriegsberichte verbreiten kann oder sich das von den Römern kontrollierte Organ Le Mundus durchsetzt. Eines dürfte aber klar sein: Julian Assange selbst wird noch nicht einfach aus seiner Botschaft spazieren und sich am Kiosk den neuen Asterix kaufen können. Zwar hat die britische Polizei nach mehr als drei Jahren ihre dauerhafte Wache vor der ecuadorianischen Botschaft beendet. Doch kündigte Scotland Yard am Montag an, die Polizei werde trotzdem "alles unternehmen, um ihn festzunehmen" . Solange Assange nicht von Miraculix' Zaubertrank probieren darf, wird er sicherlich vorsichtig bleiben müssen.
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