ASML: Zeiss-Chef kritisiert US-Sanktionen für Chipmaschinen
Zeiss Semiconductor Manufacturing und ASML sind als europäische Konzerne von den US-Sanktionen betroffen. Vorstandschef Karl Lamprecht nimmt dazu Stellung.
Der Vorstandschef des Elektronik- und Optikkonzerns Zeiss hat die Sanktionen der USA beim Verkauf von Chipmaschinen kritisiert. "Das finde ich persönlich nicht positiv", sagte Karl Lamprecht am 14. Dezember 2022. Mit Zeiss Semiconductor Manufacturing und ASML kommen zwei führende Anbieter von Maschinen für die Halbleiterproduktion aus Deutschland und den Niederlanden, sind aber dennoch den US-Sanktionen unterworfen.
Die umsatzstärkste Zeiss-Sparte, Semiconductor Manufacturing Technology, liefert als Hauptgeschäft an ASML, dem Weltmarktführer bei EUV-Belichtungsmaschinen für die Chipproduktion. Zeiss arbeite mit High-NA-EUV an der nächsten Generation von Chipmaschinen, die in Kürze ausgeliefert würden, sagte Lamprecht.
ASML besitzt seit 2016 eine Minderheitsanteil im Wert von 1 Milliarde Euro an dem Konzernbereich der Deutschen. ASML hatte im Jahr 2013 das kalifornische Unternehmen Cymer gekauft. Dieses stellt Excimer Laser her - die Lichtquelle in den Deep-Ultraviolet-Anlagen, die ASML anbietet. Aus Sicht der US-Regierung enthalten die Anlagen damit US-Technologie, die nicht nach China gelangen darf. Je nach Anzahl gelieferter Maschinen macht ASML zwischen 10 und 20 Prozent seines monatlichen Umsatzes in China - ausschließlich mit den deutlich günstigeren DUV-Belichtern. Damit ist China für ASML das drittwichtigste Exportland nach Taiwan und Südkorea.
Zeiss kann Umsatz steigern
Die hohe Nachfrage nach Fertigungsausrüstung zur Halbleiterherstellung und insbesondere nach Deep Ultra Violet (DUV)- und Extreme Ultra Violet (EUV)-Lithografiesystemen setzte sich laut Zeiss auch im Geschäftsjahr 2021/22 fort. Die extrem ultraviolette Belichtung ist für Nodes wie N5 oder 5LPP unerlässlich, da Chips in diesen Dimensionen mit herkömmlicher Immersionslithografie nicht mehr produziert werden können.
Die Zeiss-Gruppe hat den Umsatz im aktuellen Geschäftsjahr um 16 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Konzernergebnis (EBIT) wuchs um 109 Millionen auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn stieg um 13 Prozent auf 1,155 Milliarden Euro.
Bei der industriellen Messtechnik und der Mikroskopie wuchs der Umsatz um 15 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro. Die Sparte Medizintechnik konnte den Umsatz um 15 Prozent auf 2,2 Milliarden erhöhen und der Bereich Brillen- und Ferngläser um 13 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.